Cyanotypien im Unterricht

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Diese Website zeigt Auszüge aus meinem Buch: "Neue und alte Techniken der Radierung und Edeldruckverfahren" - ein alchemistisches Werkstattbuch - ISBN 978-3000356193 - Alle Rechte vorbehalten - © Copyright Wolfgang Autenrieth 2015

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Hauptartikel mit Beschreibung der Chemikalien: → Cyanotypie
Cyanotypien lassen sich im Unterricht einfach herstellen.

Es empfiehlt sich, das Cyanotypie-Papier am Vorabend selbst zu präparieren. Es kann in einer Schachtel problemlos transportiert werden. Zum Aufbelichten gingen wir auf den Pausenhof. Die Schüler transportierten das Papier mit der Schicht nach unten („dem Gesicht nach unten“) aus dem Schattenbereich, legten die Gegenstände oder Spaltschnitte auf und warfen nach 3-5 Minuten (je nach Intensität der Sonnenstrahlung) die Papiere in einen Umschlag, der vom Lehrer gehalten wurde. Ich habe darauf geachtet, dass die Schichtseite jeweils vom Licht abgewandt im Umschlag landete.

Zum Einsammeln hätte sich auch ein großer, schwarzer Müllsack geeignet. Das Entwickeln im Waschbecken war Lehrertätigkeit – um keine Bedenken von Eltern oder Schülern wegen Gesundheitsgefährdung durch die Chemikalien zu provozieren. Schließlich weiß man nie, wer auf welche Stoffe allergisch reagiert. Die Chemikalien gelten zwar als relativ ungefährlich, tragen jedoch die Kennzeichnung Xn und Xi. Rotes Blutlaugensalz hat Gefahrenkennzeichnung Xn wegen möglicher Reaktion mit Säuren und Ammoniumferrizitrat ist als leicht reizender Stoff mit Xi gekennzeichnet – wurde früher jedoch auch als medizinisches Mittel gegen Eisenmangel verabreicht.

Cyanotypien auf Leintuch belichtet

1.Schritt: Leintuch beschichten:
Ikea-Bodenschutzplatte für Schreibtischstühle als Unterlage genommen, Tuch darüber verspannt und dann mit Cyanotypie-Lösung und Schwamm beschichtet. Verbrauch etwa 150 ml pro Tuch. Über Nacht getrocknet und in schwarzer Mülltüte transportiert.

Schüler haben Spaltschnitte (Fische) ausgeschnitten und diese in Laminierfolien gelegt (jedoch nicht laminiert – nur zum Transport). Auf Kommando wurde das Leintuch im Schulhof ausgebreitet und die Schüler haben ihre Spaltschnitte aufgelegt. Dazu Schilf und Äste, trockene Pflanzenzweige. Leider war der Himmel etwas bedeckt, sodass nach 10 min Belichtungszeit und anschließendem Wässern sich die Fische zwar gut abzeichnen, die Äste jedoch nicht, da sie keinen Schatten geworfen haben.
Bin trotzdem ganz zufrieden.

cyanotypie_spaltschnitt_fisch_tuch1Cyanotypie auf Leintuch, ca. 100*160 cm, eigene Arbeit © W.Autenrieth

Masken als Spaltschnitt hergestellt, die Teile in Laminierfolie gelegt (ohne zu laminieren) und anschließend als Cyanotypien aufbelichtet:

spaltschnittCyanotypie – Spaltschnitt, ca. 20*30 cm, eigene Arbeit © W.Autenrieth

Gegenstände als Cyanotypien aufbelichtet:

plexiglasCyanotypie – „Plexiglas“, ca. 20*30 cm, eigene Arbeit © W.Autenrieth

Kunstgeschichtliche Hinweise

Robert Rauschenberg hat 1951 mehrere großformatige Cyanotypien hergestellt. Auf der → Seite des Tate-Museums sind sie zu sehen.

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www.radiertechniken.de Teile von meinem Buch "Neue und alte Techniken der Radierung und der Edeldruckverfahren - ein alchemistisches Werkstatbuch für Künstler, Fotografen & Radierer"

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