Ätzen mit Umbauwachs

Die „Schwaben-Ätzwanne“

Ganz sparsame Ätzer versehen die Platte ringsherum mit einer kleinen „Mauer“ aus Umbauwachs oder Fensterkitt. Dadurch wird die Platte selbst zur Ätzwanne. Eine Rückseitenabdeckung ist damit unnötig, Sie brauchen nur ganz wenig Ätzflüssigkeit und erhalten einen grafisch interessanten, unregelmäßigen Druckrand, falls der Rand nicht bereits durch Abdecklack geschützt war. An einer Ecke können Sie noch einen Ausgussrand modellieren, mit dem die Säure zurück gegossen werden kann.

Wichtig bei der Ätzung ist, dass die Platte auf einem ebenen Untergrund „im Wasser“ steht, damit die Ätzlösung nicht über den Rand fließt. Überprüfen können Sie dies, indem Sie eine Wasserwaage über beide Diagonalen legen – bzw. den Untergrund zuvor „ins Wasser“ setzen. Zur Sicherheit sollten Sie eine größere Plastikwanne oder -folie unterlegen, falls doch etwas Ätzlösung über den Rand läuft.

Umbauwachs klassisch

Zutaten

  • 6 RT Bienenwachs
  • 7 RT burgundisch Pech oder Asphalt
  • 2 RT französisches Terpentin
  • 4 RT Talg

Ansatz:
Die Zutaten erwärmen Sie und schmelzen diese zusammen. Das Umbauwachs sollte bei Zimmertemperatur knetbare Konsistenz haben.

Planches de l'Encyclopédie de Diderot et d'Alembert, volume 4.

Planches de l’Encyclopédie de Diderot et d’Alembert, volume 4. Quelle: commons.wikimedia.org, Public Domain

Umbauwachs modern

Zutaten:
Fensterkitt ist billig und säurefest. Er besteht aus Leinöl und Schlämmkreide.
Genauso geeignet ist „Knete“ aus dem Spielwarenladen. Formen Sie daraus kleine kleine Röllchen und drücken diese am Plattenrand vorsichtig fest.

„Umbauwachs“ ganz modern

Heute haben wir natürlich noch viele andere Möglichkeiten als unsere Vorfahren. Nimmt man eine Heißklebepistole, kann man auf einfache Weise ein „Mäuerchen“ um die Platte ziehen, das sich nach der Ätzung von der Platte wieder abziehen lässt. Dasselbe funktioniert auch mit Dichtmasse aus dem Sanitärbereich wie Acryl oder Silikon.


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Mehr Informationen zum Thema und zu den Verfahren finden Sie in meinem Buch „Neue und alte Techniken der Radierung und der Edeldruckverfahren – ISBN 978-3-98217650-5, erhältlich in der aktuellen 7.Auflage (Stand 2020) mit 232 Seiten.
Diese Website basiert auf dem Ur-Manuskript vor der ersten Auflage und somit auf dem – stellenweise gekürzten – Stand von 1997. Die erste Buchauflage erschien 2004 und wurde mehrfach stark überarbeitet, ergänzt und erweitert. Diese Website stellt nur einen – durchaus umfangreichen – „Appetithappen“ dar und ist mit dem Buch nur noch in Ansätzen vergleichbar.
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