Asphaltkopie / Heliografie

Mit dieser Technik erstellte Nicolas Niepce die erste Fotografie der Welt – siehe ➥ Wikipedia. Der Effekt beruht darauf, dass bestimmte Asphaltarten unter UV-Licht aushärten und die Löslichkeit mit dem Grad der Lichtexposition abnimmt. Dadurch entstehen sogar Graustufen.

View from the Window at Le Gras, Joseph Nicéphore Niépce
Joseph Nicéphore Niépce: Blick aus dem Fenster in Le Gras, 1826, Quelle: commons.wikimedia.org

Zutaten:

  • Syrischer Asphalt
  • Terpentin
  • Benzol
  • Chloroform

Ansatz: Bei der Asphaltkopie wird Asphalt (Bitumen) in Terpentin gelöst, mit Benzol und Chloroform versetzt und auf die Platte aufgebracht. Der Asphaltlack darf dabei nur dünn aufgetragen werden. Es sind nicht alle Asphaltarten geeignet. Syrischer Asphalt ist lichtempfindlich. Belichtet wird unter einem (gewachsten Papier-)Negativ mit Sonnenlicht oder mit der Camera Obscura / Plattenkamera und sehr langer Belichtungszeit. Die Asphaltschicht verliert unter Lichteinwirkung ihre Löslichkeit in den belichteten Partien. Den Halbtonwerten des Negatives entspricht die Belichtung sehr genau.

Hayters Methode

“Use an image in photofilm on a silk screen positive and screen bitumen onto the surface of a plate. This resist was then bitten with aquatint to maintain the image in the open blacks..“ Der Effekt war etwas bleich (blurred).

siehe auch
Wikipedia: Photochromdruck


Notwendiger Hinweis

Online sehen Sie ‘nur’ Auszüge aus der gekürzten Vorversion meines Buches “Neue und alte Techniken der Radierung und Edeldruckverfahren” aus dem Jahr 1997. In der aktuellen, nochmals erweiterten 7. Auflage 2020 enthält das Buch auf 232 Seiten sehr viel mehr Tipps, Tricks und Rezepturen, ein umfangreiches Chemikalienverzeichnis, eine ausführliche Bibliographie, zahlreiche Korrekturen u.v.a.m. Im Buch sind die Chemikalienbezeichnungen in standardisierte Begriffe übersetzt sowie Quellen angegeben.
➥ Wege zum Buch

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