Spirograph + Glasgravur

Spiralenzeichner für Hypotrochoide und Epitrochoide

Im Handel gibt es als Kinderspielzeug sogenannte ➥ „Spirographen“ (Link zu Wikipedia), mit denen man Muster wie auf Geldscheinen herstellen kann.
Eine Selbstbaumöglichkeit mit Wellpappe und Kunststoffdeckeln finden Sie in meinem Buch. Mit asymmetrisch durchbohren Zahnrädern kann ein derartiges Zeichengerät ebenfalls leicht hergestellt werden.

Glasgravur- Technik

Aus der Glasgravur stammt folgende Technik, die auch mit Metallplatten funktioniert:
Entfetten Sie die Platte und polieren sie mit Kreide. Kleben Sie eine Papierschablone auf, glätten Sie die Ecken und Ränder mit einem Schwamm. Wenn Sie das Papier mit Kleister aufkleben, können Sie es mit Wasser wieder ablösen. Sie können das erwünschte Muster auch mit Schellack aufwalzen, zeichnen oder stempeln.

Nun legen Sie die Platte in einen Kasten mit einseitiger Stoffdichtung. Mischen Sie Schmirgel oder gepulverten Feuerstein mit Bleischrot. Der Schmirgel dringt beim Schütteln in die Bleioberfläche ein und ergibt gespickte Kugeln. Wenn Sie den Kasten hin- und her schütteln, schlagen die Kugeln auf die Platte und verletzen an den ungeschützten Stellen die Plattenoberfläche.
Kunsthistorische Randbemerkung: ➥ Niki de Saint Phalle hatte mit Schrotflinten auf Metallplatten geschossen – und so Schießbilder und Radierungen hergestellt.

Maschinelle Gravur

  • Feinmechaniker-Bohrmaschine
  • Bohrmaschine mit flexiblem Aufsatz (biegsame Verlängerung des Bohrfutters)
  • Drahtbürstenaufsatz auf Bohrmaschine
  • Feilenvorsatz auf Bohrmaschine
  • Raspelvorsatz (abrollen, eindrücken, eingespannt verwenden)
  • Lasergravur und Diamantgravur

Pendel

Eine Variante für größere Formate besteht mit der Verwendung eines Harmonographen
Im Prinzip handelt es sich dabei um ein an 4 Seilen aufgehängtes Brett und einen fixierten Stift (bzw. einen Stichel), der die Pendelbewegung aufzeichnet.

Harmonograph-Zeichnung, Edding auf Zeichenkarton, 50×70 cm © Wolfgang Autenrieth


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Mehr Informationen zum Thema und zu den Verfahren finden Sie in meinem Buch „Neue und alte Techniken der Radierung und der Edeldruckverfahren – ISBN 978-3-98217650-5, erhältlich in der aktuellen 7.Auflage (Stand 2020) mit 232 Seiten.
Diese Website basiert auf dem Ur-Manuskript vor der ersten Auflage und somit auf dem – stellenweise gekürzten – Stand von 1997. Die erste Buchauflage erschien 2004 und wurde mehrfach stark überarbeitet, ergänzt und erweitert. Diese Website stellt nur einen – durchaus umfangreichen – „Appetithappen“ dar und ist mit dem Buch nur noch in Ansätzen vergleichbar.
➥ Wege zum Buch

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