Ätzen mit Mordants – mit pastosen Substanzen
Aus einer Mischung von Salzen oder Flüssigkeiten, die das Metall angreifen, mit pastosen Hilfsstoffen lassen sich ätzende Pasten, sogenannte „Mordants“ anmischen. Mit diesen Pasten erzielen Sie eine gewisse ➥ Ätztiefe, besonders wenn Sie die Platte dabei erwärmen.
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Update: 31.Januar 2026
Sulfur-Tint-Methode I
Stäuben Sie die Platte (z.B. durch eine Papierschablone hindurch) mit Schwefelpulver (Schwefelblüte) ein. Erhitzen Sie die Platte. Dabei entsteht durch eine chemische Reaktion aus der Verbindung von Kupfer und Schwefel Kupfersulfid. Dieses lässt sich mit Lösungsmittel von der Oberfläche entfernen und hinterlässt somit ein blasses Korn, weil Kupferteilchen bei der Reaktion gebunden werden. Eine Verstärkung der Körnung ist möglich, wenn Sie nach dem Erhitzen die Platte in eine schwache Salzsäurelösung geben. Das Kupfersulfid wird herausgelöst, ohne das Kupfer anzugreifen. Mit dieser Methode erhält die Platte einen Grundgrauton.
Sulphur-Tint-Methode II (nach Preissig)
Bei diesem Verfahren wird die Platte mit Öl bestrichen und Schwefelpulver aufgestäubt. Durch die Korrosionswirkung (s.o.) entsteht ein Plattenton.
Zutaten
- Schwefelblüte/Schwefelpulver
- Olivenöl
Ansatz: Tragen Sie Schwefelblüte, gemischt mit Olivenöl in der Konsistenz einer Tubenfarbe mit dem Pinsel auf die Platte auf und erwärmen vorsichtig („gelind“). Die entstehende, auf der Platte haftende, schwärzliche Masse entfernen Sie mit einem weichen Lappen unter fließendem Wasser. Durch die Korrosionswirkung (s.o.) entsteht ein reizvoller Plattenton. Diese Methode beschreibt auch Hayter¹, der eine Paste aus Schwefel und Öl über Nacht einwirken ließ.
Grünspan
Die folgende, ebenfalls Preissigs¹ Buch entnommene Rezeptur, arbeitet mit giftigen Ingredienzien:
Zutaten:
- Salmiak
- Soda
- Grünspan
- verdünnte Essigsäure
Ansatz: Mischen Sie Salmiak, Soda und Grünspan zu gleichen Teilen in verdünnter Essigsäure.
Hinweise: Tragen Sie diese Mischung auf die Platte auf. Es entsteht ein fleckiger Ton mit zufälligen, unregelmäßigen Tönungen.
Mordant-Ätzlavierung
Die Ätzlavierung ist ein „der Radierung entsprechendes“ Tiefdruckverfahren.
Zutaten:
- Honig
- Salz
- Grünspan
- Salmiak
Hinweise: Bei der Direktätzung / Ätzlavierung wird Kupferplatte wird mit einer Paste aus Honig, Salz, Grünspan und Salmiak bemalt. Die Paste greift die Platte langsam an, wodurch sich beim Druck ähnliche Schwarz-Grau-Töne ergeben wie bei der Pinsellavierung mit Tusche auf Papier. Vorsicht! Grünspan ist giftig! Schlagen Sie im Chemikalienverzeichnis (Buch) nach!
Mordant nach Bosse
Versuch: Die Ingredienzien aus Bosses¹ Rezept mit Öl zu gleichen Teilen anrühren:
Zutaten:
- Ammoniumchlorid
- Natriumchlorid (=Kochsalz)
- Kupfersulfat (=Kupfervitriol)
- Öl
Mordant nach Hayter
Zutaten:
- Ammoniumpersulfat
- Öl
Hinweis:
Hayter malt mit einer Lösung von Ammonium-Sulfide (=Ammoniumpersulfat)
Weitere Mordantversuche
Die verschiedenen festen Ätzmittel in Öl oder Gelatine anrühren
- Ammoniumpersulfat
- Natriumpersulfat
- Feinkristall-Ätzmittel
- Sicherheitsätzmittel
- Kupferchlorid (=Kupfer-Dihydrat)
Bezugsquellen
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