7. Radierwerkzeuge & Hilfsmittel für die Radierung
Welche Werkzeuge, Hilfsmittel, Chemikalien, Farben und Papiere sind in der Radierwerkstatt notwendig oder möglich? In den folgenden Unterkapiteln finden Sie eine Beschreibungen der Radierwerkzeuge & Hilfsmittel für die Radiertechniken sowie Tipps zu geeignetem Material und zum Mischen von Farben. Wenn man sich bewusst macht, dass als ➥ Radierwerkzeuge sind alle Materialien geeignet sind, die zur Verletzung der Plattenoberfläche oder des Abdecklackes verwendbar sind, wird die Bandbreite der Möglichkeiten deutlich. Das können die klassisch-historisch verwendeten Werkzeuge sein, jedoch auch technische oder aleatorische Werkzeuge. Jedes Werkzeug erzielt einen eigenen, charakteristischen Effekt, der sich im Druckergebnis niederschlägt. Hinzu kommen Werkzeuge für die Weiterbearbeitung bei der Ätzung und beim Druck. Als Radierwerkzeuge & Hilfsmittel werden hier alle Werk- und Hilfsmittel bezeichnet.
Unterkapitel zu „Werkzeuge, Papier und Farbmaterialien„
➥Zeichen- und Arbeitsraum
Wie kann der Arbeitsplatz für die Vorbereitung der Radierdruckplatten sinnvoll gestaltet werden? Wie gestaltet man die Radierwerkstatt, damit der Arbeitsablauf möglichst sicher und reibungslos erfolgen kann? Sie finden hier Hinweise zu Beleuchtung, Tischhöhe und verwendbaren Werkzeugen sowie weiteren Voraussetzungen für präzises Arbeiten. Die Seite vermittelt ergonomische Tipps, Hinweise zur Staubvermeidung, für den Gesundheitsschutz und zur Raumorganisation. Ebenso sind Hinweise zur Lagerung von Werkstoffen und zur Sicherheit im Werkraum sind enthalten. Das Ziel der Raumplanung ist ein funktionales Umfeld für bildnerisches Arbeiten und für einen effektiven „Work-Flow“.
➥Ätz- und Druckraum
Wie gestaltet man den Raum, in dem die Druckplatten geätzt und gedruckt werden? Welche Ausstattung und Sicherheitsvorkehrungen sind für chemische Ätz- und Druckverfahren notwendig? Themen dieses Kapitels sind Methoden und Geräte zur Lüftung, zum Abzug schädlicher Gase, säurebeständige Behälter, Schutzkleidung, Möglichkeiten für die korrekte Lagerung von Ätzmitteln, sowie robuste Tische. Angesprochen werden auch verschiedene Varianten der Druckpressen. Der sichere Umgang mit Chemikalien, Entsorgung und Notfallmanagement sind wichtige Inhalte.
➥Plattenmaterial
Welche Metallplatten eignen sich für Radierung und Tiefdruck? Welche alternativen Materialien können Verwendung finden? Wo liegen Vor- und Nachteile (z. B. Haltbarkeit, Ätzeigenschaften)? Angesprochen werden auch alternative Materialien wie moderne photopolymerbeschichtete oder kunststoffbasierte Druckplatten. Hinweise zur Vorbereitung der Platten (Reinigung, Grundierung, Versiegelung) runden das Kapitel ab. Sie finden hier Entscheidungshilfen für die Anschaffung und Erweiterung Ihres Materialrepertoires.
➥Radierwerkzeuge
Die Vielfalt klassischer und kreativer Werkzeuge für verschiedene Radiertechniken ist unglaublich. Über die Jahrhunderte hinweg wurden immer neue Mittel entwickelt, mit denen der Druckplatte Vertiefungen beigefügt werden können: So zum Beispiel Radiernadeln, Stichel, Moulettes, Roulettes oder Polierstähle, die für Kaltnadel, Kupferstich oder Mezzotinto etc. zum Einsatz kommen. Dabei werden sowohl die verschiedenen Typen als auch deren Herstellung, Pflege und das Schleifen beschrieben. Auch Do-it-yourself-Methoden, bei denen durch Härten von handelsüblichen Nägeln funktionsfähige radiernadeln hergestellt werden oder diese spitzen Werkzeuge sicher in Korken aufbewahrt werden, sind enthalten. Unkonventionelle Werkzeuge wie Punzen, Mattoirs oder Carborundstifte ermöglichen strukturreiche Effekte, während andere Hilfsmittel (Zahnbürsten, Textilien, Salz, Federn, Kaktusdorne) experimentelle Ansätze eröffnen. Auch Hilfsmittel für den Druckprozess (Tarlatan, Farben, Papiere werden angesprochen.
➥Sonstige Radierwerkzeuge & Hilfsmittel
Dieses Kapitel erweitert die Werkzeugpalette um ungewohnte, spezielle Instrumente wie Granierwalzen, spezielle Punzen etc. Gezeigt wird, wie solche Geräte eingesetzt werden, um besondere Strukturen, Flächeneffekte oder dekorative Motive zu erzeugen. Dabei wird der Kontext der verwendung für verschiedener Radierverfahren betont – z. B. bei der Crayonmanier, für Mezzotinto oder Mischtechniken. Die Auswahl dieser Werkzeuge bestimmt den erzielbaren ästhetischen Effekt.
➥Papier
Welche Papierarten und Papiergewichte sind für den Tiefdruck geeignet? Welche Druckpapiere zeichnen sich durch ausreichende Saugfähigkeit und Formstabilität aus? Wie kann durch Papierschöpfen die Herstellung eigener Papiere erfolgen oder kreative verändert werden? Es werden Empfehlungen für den Umgang und für die Lagerung von angefeuchtetem Papier im Druckprozess gegeben. Auch das Färben von Papier durch natürliche Farbstoffe wird hier angesprochen.
➥Färben mit Naturmaterialien
Hier wird erläutert, wie natürliche Stoffe aus Pflanzen, Wurzeln, Rinde zur Papierfärbung genutzt werden können. Rezepte und Methoden für Extraktion, Fixierung oder das Einfärben von Papier bzw. Stoff werden genannt. Auch Kombinationsformen mit anderen Drucktechniken sowie die Wirkung farbiger Hintergründe stehen im Blick. Die Verbindung von Nachhaltigkeit und künstlerischer Gestaltung macht dieses Kapitel besonders ansprechend für experimentelle Ansätze.
➥Farbe und Farbenherstellung
Wie müssen Druckfarben im Tiefdruckprozess beschaffen sein? Welche Bestandteile sind enthalten – oder müssen gemischt werden? Zur Auswahl stehen ölbasierte oder wasserlösliche Farben sowie Mischtechniken zur gezielten Farbmodulation. Rezepturen und Hinweise zur Herstellung eigener Farbpigmente – auch aus natürlichen Rohstoffen – werden vorgestellt. Neben technischen Aspekten beleuchtet das Kapitel auch die Wirkung von Farbe im Druckkontext – etwa Deckkraft, Trocknung und Kontrast.
➥Farbentheorie, Farbkreis etc.
Was ist Farbe? Wie nimmt unser Auge Farben wahr? In diesem – auch didaktisch verwendbaren Kapitel über grundlegende Prinzipien der Farbe werden angesprochen: Farbkreis, Farbkontraste, Mischlogik und Farbharmonie. Das Kapitel vermittelt Farbmodelle der modernen Druckereitechnik wie das von ➥Harald Küppers, das Urfarben und Grundfarben in einem Rhomboeder-Farbraum verortet und sowohl additive als auch subtraktive Farbmischung erklärt. Die Theorie hilft, Farbwirkungen und Farbmischungen bewusst zu steuern. Verwendbar ist das Kapitel auch als Informationsgrundlage für die Behandlung des Themas „Farbe“ im Kunst- und Physikunterricht.
➥Selbstbau-Kameras
Wie funktioniert ein Fotoapparat? Wie ist eine Kamera im Kern aufgebaut? Wie können einfache Camerae Obscurae oder „Lochkameras“ / „Pinhole-Kameras“ selbst gebauen werden – etwa ausPappkartons, Dosen oder durch Holzkonstruktionen. Die hier enthaltenen Anleitungen umfassen Materialwahl (Linse, Blende, Lichtquelle) und Einsatzmöglichkeiten im Zusammenhang mit Fototransfer-Techniken. Besonders in Schulen oder Werkstätten kann so fotografisches Verständnis spielerisch vermittelt werden. Die Verbindung von analoger Fotografie und Drucktechniken steht im Fokus – hier besonders im Zusammenhang mit alternativen historischen Fotoprozessen.
➥Linktipps zur Fotografie
In diesem Kapitel ist eine Linksammlung zu Internetressourcen rund um analoge Fotografie, Edeldruckverfahren und Transfertechniken enthalten – zu Websites der Themenbereiche Cyanotypie, Heliogravur, Edeldruckverfahren oder Kamera-Konstruktionen. Die Links führen zu Bilddatenbanken oder zu Tutorials. Zielgruppe sind Lehrende, Lernende und kreative Anwender, die ihr Wissen vertiefen möchten.
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