Das Online-Werkstattbuch zu Radiertechniken und Edeldruck

Gott grüß’ die Kunst!

Mit dem traditionellen Spruch der Drucker und Jünger der ‘Schwarzen Kunst’ begrüße ich Sie. Stöbern Sie hier im “kleinen” Werkstattbuch der Radierung, Tiefdrucktechniken und Edeldruckverfahren. Hier finden Sie Anleitungen für neue und alte Radiertechniken sowie zu den photochemischen Reproduktionsverfahren.

Je mehr ich mich mit diesen künstlerischen Techniken befasst habe, umso mehr konnte ich Krejcas Satz nachvollziehen: “Die Techniken der Radierung sind so reich an verschiedenartigsten Ausdrucksmitteln, dass man sie als eine der dankbarsten und wirksamsten Zweige der künstlerischen Grafik bezeichnen kann.”

Gesammelt und beschrieben habe ich über fast 40 Jahre die Tipps, Tricks und Rezepturen aus 500 Jahren, die ich erlesen, erfahren und (er)finden konnte.

Online finden Sie in dieser “Online-Ur-Version” meines Buches auf 180 Webseiten Tipps zum Herstellen unterschiedlichster Varianten der Radierung. Ebenso Rezepturen für Ätzbäder und Abdecklacke sowie für lichtempfindliche Beschichtungen. Zu entdecken sind zahlreiche Anleitungen + Tricks der mechanischen und chemischen Herstellungsverfahren von Ätzradierung und Edeldrucken. Zudem sind Techniken der Edeldruckverfahren aus der Anfangszeit der Photographie nachvollziehbar beschrieben.

➥ Hier gelangen Sie zur SITEMAP

Was bieten Website und Buch?

Noch viel mehr Rezepturen und Ablaufbeschreibungen enthält das ➥ Buch “Neue und alte Techniken der Radierung und der Edeldruckverfahren”, das in diesen 40 Jahren über nun sieben Auflagen ständig erweitert wurde.

Sie finden im Buch und auf dieser Website Schritt-für-Schritt-Anleitungen für konventionelle und experimentelle Tiefdrucktechniken, Trockene’ Techniken wie ➥ Kaltnadelradierung, ➥ Mezzotinto, ➥ Reliefdruck,  ‘Nasse’ Techniken wie ➥ Ätzradierung, ➥ Ätzlavierung, ➥ Aquatinta, ➥ Vernis Mou, ➥ Tiefätzung, ➥ Ätzen mit Mordants ➥ Anleitungen für galvanische Verfahren.

Die Heliogravure schlägt die Brücke zu den fotografischen Verfahren des 19.Jahrhunderts –  den historischen “Edeldruckverfahren” – wie ➥ Gummidruck, ➥ Lichtdruck, ➥ Heliogravure, ➥ Cyanotypie, ➥ Bromöldruck, ➥ Chromeiweißkopie (Albuminverfahren), ➥ Pigmentdruck, ➥ Kohledruck, ➥ Heliografie, ➥ Hillotypie  sowie zum ➥ Bau von Lochkameras und der Camera Obscura.

Cyanotypie Fotocollage - Techniken der Radierung © Wolfgang Autenrieth 2013Collage/ Computerverfremdung/ Cyanotypie 20×30 cm
© Grafik: Wolfgang Autenrieth
Creative Commons Lizenzvertrag

Wie kam es zu dieser Seite – und zum Buch?

Ich habe Kunst, Mathematik und Philosophie studiert und eine Ausbildung als  Lithograph & Reprophotograph absolviert, arbeite seit vielen Jahren als Lehrer. Seit meiner Jugend bin ich “chemieaffin” und habe mich immer für alles interessiert, was knallt, stinkt und raucht 😉 Diese vielfältigen Erfahrungen und Anregungen sind ins Buch eingeflossen.

Im Studium hatte ich einen Oberseminarschein über experimentelle Radiertechniken verfasst – dieser bildete den Grundstock für das Buch. Durch meine Vita gilt mein Interesse den historischen Edeldruckverfahren aus den Anfangszeiten der Photographie. So entstanden die Rezeptsammlungen zu Cyanotypie, Kohledruck, Bromöldruck und anderen historischen Techniken.

Seit Gesellenbrief und Kunststudium habe ich mich immer wieder mit den Techniken des Tiefdrucks befasst. Aus historischen Fachbüchern konnte ich zahlreiche Informationen erlesen und erfahren, aus den Anregungen habe ich neue Methoden erfunden und meine Notizen dann seit 1990 mit dem Computer gesammelt und strukturiert.

Die Techniken, Anleitungen und vielfältigen Möglichkeiten, die ich in der Literatur zur Radierung der vergangenen 500 Jahre gefunden hatte, habe ich dabei in heute gebräuchliche Maßeinheiten und chemische Bezeichnungen übersetzt und in ‘Kochbuchmanier’ nachvollziehbar beschrieben.

➥ Zahlreiche positive Rückmeldungen ermunterten mich, weiter in der Literatur nach Hinweisen zu forschen und zu experimentieren, sodass im Jahr 2020 nun die nochmals revidierte und ergänzte 7.Auflage als Buch erscheinen konnte.

Das Buch

Einen Überblick zum Buchinhalt erhalten Sie über das ➥ Inhaltsverzeichnis (PDF oder über das Inhaltsmenue) sowie im ➥ Schlagwortregister. Das Buch wurde seit der ersten Auflage im Jahr 2004 mehrfach ergänzt, erweitert, korrigiert und überarbeitet. Es hat nun in der 7.Auflage 2020 einen Umfang von 232 Seiten im Großformat A4 und bietet als “Kochbuch für Radierer und Fotografen” viel Text, Rezepte und Anleitungen. Sollten Sie ein Bilderbuch suchen, werden Sie von meinem Buch enttäuscht sein. Hier finden Sie “Input”.

Linkhinweise zu den PDF-Leseproben finden Sie in der rechten Randspalte.
Online ist nur die teilweise korrigierte Ur-Version aus dem Jahr 1997 abrufbar. Diese ist mit dem aktuellen Buchinhalt nur noch in Ansätzen vergleichbar.

An einigen Stellen habe ich diese Website – besonders durch Bildmaterial – ergänzt. Die Informationen der Website und im Buch wurden nach bestem Wissen zusammengestellt. Vieles ist jedoch ungeprüft aus der Fachliteratur entnommen – daher:

Vorsicht Chemie! Passen Sie auf sich auf!

Lesen Sie das Kapitel ➥ Vorsicht! Chemie!
Ich bin Lehrer, Photograph und Kunsterzieher – doch nur Hobby-Chemiker.

Die Rezepturen dieser Website können Ihre Gesundheit gefährden, einige der beschriebenen Chemikalien sind Krebs erzeugend, giftig oder brandgefährlich. Diese Online-Version kann Fehler enthalten.
Eine Haftung und Gewähr für die Korrektheit der Rezepturen und Gefahrenhinweise kann nicht übernommen werden. Informieren Sie sich auch durch andere Quellen. Handschuhe sind bei der Arbeit mit Chemikalien unerlässlich. Reiben Sie niemals bei der Arbeit in den Augen und atmen Sie die Stäube der Chemikalien nicht ein!

Zahlreiche Radierer arbeiten noch mit Salpetersäure. Informieren Sie sich über die Gefahren, die von nitrosen Gasen ausgehen!
Salpetersäuredämpfe zerfressen die Lungenschleimhaut.

Doch nun: “Bange machen gilt nicht!” Bleiben Sie vorsichtig.

Ich wünsche Ihnen viel Spaß, Erfolg und Umsicht beim Ausprobieren der verschiedenen Techniken der Radierung und der Edeldruckverfahren!

Kugelschreiber-Aquatinta auf Spirit-Carbon-Matrize als Abdecklack: “Da gibt’s nur eins…”, © Grafik: Wolfgang Autenrieth
Creative Commons Lizenzvertrag

Übrigens 1:
Die korrekte Erwiderung auf die Anrede: ➥ “Gott grüß’ die Kunst!” lautet: “Gott grüße sie!”
Übrigens 2:
Auch für Online-Veröffentlichungen gilt das Copyright!
Übrigens 3:
Ich schreibe Photographie – entgegen der reformierten Rechtschreibung – mit “ph”. Denn so kommt die Verbindung zur Kunst klar zum Ausdruck: “photos”(gr.)=”Licht”, “graphein”(gr.)=”zeichnen”.
Der Photograph zeichnet mit Licht.

Titelgrafik: Ausschnitt aus einer Aquatinta-Radierung 15×25 cm

 98,533 total views,  18 views today