Kap.6: Flächentechniken mit Aquatinta – Ätzradierung
Der Aquatinta – Radierung kommt als Flächentechnik der Radiertechniken eine besondere Rolle zu, weil es DIE Methode ist, mit welcher homogene Flächen in verschiedenen Grautönen gedruckt werden können. Die Erfindung der Aquatinta-Radierung wird ➥ Jean Baptiste Le Prince (1734-1781) zugeschrieben. Siehe dazu auch das Kapitel zur ➥ Kunstgeschichte der Radiertechniken.
Die Kapitelübersicht
Zu diesem Themengebiet finden Sie hier auf meiner Website folgende Unterkapitel mit Anleitungen und näheren Informationen. In dieser Übersicht können Sie die Kapitel durch einen Klick auf die „Headline“ aufrufen.
Durch die rasterartig aufgerasterten Flächen wird die Druckfarbe beim Auswischen in den „Zeichnungspartien auf der Plattenoberfläche gehalten. In diesem Kapitel werden mehrere Möglichkeiten beschrieben, dieses Raster zu erzeugen. Nach dem Ätzen entstehen auf der Platte feine Vertiefungen, die je nach Ätztiefe unterschiedliche Graustufen ermöglichen. Durch die Mehrstufenätzung lassen sich so differenzierte Tonwerte erzeugen..
Mit Salz- oder Zuckerkörnchen kann der Abdecklack strukturiert werden, um granulierte Effekte zu erzielen. Nach dem Aufstäuben können Sie das Korn auch durch durch Zeichnen, Schablonieren, Resonanzmusterbildung oder magnetische Felder beeinflussen. Diese Methoden eröffnen große gestalterische Freiheiten und kreative Gestaltungsspielräume.
In diesem Kapitel werden für die Aquatinta verschiedene Ätzmittel empfohlen. Stufenätzverfahren ermöglichen die Abstufung von Tonwerten, wobei Probestreifen sinnvoll sind. Korrekturen erfolgen durch Nachätzen sowie durch Ätzschutz mittels Hartgrund, um Tonwerte gezielt zu variieren.
Dieser haftet nur dort, wo keine Absprengfarbe aufgetragen wurde. Im warmen Wasserbad „sprengt“ sich der Lack dort ab, wodurch anschließend Flächen für die Ätzung frei werden. Wird danach Aquatintakorn aufgestäubt und die Platte geätzt, entstehen zeichnerische Strukturen im Druck. Die Methode eignet sich besonders für pinselartige, expressive Linien bzw. Tonflächen. Verschiedene Rezepturen – etwa auf Zucker- oder Gummibasis – erlauben individuelle Effekte.
Das Raster wird anschließend partiell poliert, um Helligkeitsabstufungen zu gestalten. Bei der Aquatinta-Mezzotinto wird eine tief geätzte Aquatinta zusätzlich erneut behandelt, um satte, rau strukturierte Flächen zu schaffen. Weitere Verfahren nutzen Sand- oder Leinenstrukturen als Grundlage, die nach dem Ätzen ausgearbeitet werden..
Dadurch wird ein feinmaschiges Raster erzeugt. Anschließend versehen Sie die Platte mit Abdecklack, um bestimmte Bereiche vor der Ätzung zu schützen. Nach der Ätzung und dem Einfärben verbleibt die Farbe in den offenen Rasterpartien, was zu zarten Tonflächen führt.
Damit kann man Bereiche der Platte vor dem Aufstäuben schützen. Werden die Schablonen entfernt, erzeugen die zuvor offenliegenden Partien eine stärker geätzte Fläche und somit höhere Dunkelwerte. Die Methode erlaubt gestalterisch klare Kanten sowie gezielte Formgebung. Durch die Kombination mit Aquatinta lassen sich interessante Kontraste gestalten.

Bildbeispiele zur Aquatinta
➥ Abbildungen auf Commons.wikimedia – Schreibweise „Aquatinta“
➥ Abbildungen auf Commons.wikimedia – Schreibweise „Acquatinta“ (ital.)
➥ Abbildungen auf Commons.wikimedia – Schreibweise „Akvatinta“ (ungar./tschech.)
➥ Abbildungen auf Commons.wikimedia – Schreibweise „Aquatint“ (engl.)
➥ Abbildungen auf Commons.wikimedia – Schreibweise „aguatinta“ (span.)
➥ Abbildungen auf Commons.wikimedia – Schreibweise „Akwatinta“ (poln.)
➥ Abbildungen auf flickr.com – Schreibweise „Aquatinta“ (dt.)
➥ Abbildungen auf flickr.com – Schreibweise „aquatint“ (engl.)
➥ Abbildungen auf flickr.com – Schreibweise „Acquatinta“ (ital.)
➥ Abbildungen auf flickr.com – Schreibweise „Akvatinta“ (ungar./tschech.)
➥ Abbildungen auf flickr.com – Schreibweise „aguatinta“ (span.)
➥ Abbildungen auf flickr.com – Schreibweise „Akwatinta“ (poln.)
Mehr Bildbeispiele
Im Netz finden Sie zahlreiche Abbildungen. Achtung! Eine ‚Radierung‘ muss muss nicht durch ein trockenes Verfahren entstanden sein – vielmehr sind gerade Radierungen oft durch Strichätzung entstanden. Suchbegriffe sind: Kaltnadelradierung, Kupferstich, Mezzotinto, Stahlstich sowie die fremdsprachlichen Entsprechungen.
Im Kapitel ➥ „Bildbeispiele Radiertechniken„ habe ich weitere Quellen für Bildbeispiele für die verschiedensten Radiertechniken gesammelt und nach Techniken und Themen sortiert.
Das Kapitel ➥ „Radierer und Drucker“ enthält Verweise zu Kapiteln auf commons.wikimedia.org, sowie zu online abrufbaren Sammlungen von Museen und (Hochschul-)Bibliotheken. Im Unterkapitel ➥ Literatur sind Verweise auf Bücher und Webseiten mit Abbildungen aufgelistet.
Empfehlenswert ist auch eine Recherche auf ➥ archive.org – dort den Menuepunkt „Texts“ anwählen.
Update: 8.April 2026