Pflege und Wartung der Radierdruckpresse

Hier finden Sie Tipps für die Pflege & Wartung der Radierdruckpresse: Welche ‚Schmiermittel‘ sind für die Teile der Presse geeignet? Womit lassen sich die Lager reinigen? Falls eine Radierpresse längere Zeit unbenutzt steht, kann das Schmiermittel der Lager oder der Getriebeübersetzung verharzen. Dann lassen sich die Walzen der Presse nur noch schwer bewegen. Das Schmieren einer klassischen Radierpresse ist jedoch keine Geheimwissenschaft, erfordert aber die richtigen Mittel, damit keine Schmierstoffe auf den Druckfilz oder das Papier gelangen.

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Update: 7.Februar 2026

Disclaimer

Die nachfolgenden Hinweise sind als Tipps aus verschiedenen Quellen und mit Hilfe der KI zusammengetragen. Ich bin kein „Radierpressenmechaniker mit Diplom“ und besitze nur Kenntnisse als Heimwerker und aus meiner beruflichen Tätigkeit als Kunsterzieher und Lehrer für ‚Technik & Werken‘. Eine Garantie und Haftung für die Wirksamkeit der im Folgenden notierten Hinweise und für eventuelle negative Folgen kann ich nicht übernehmen. Machen Sie sich auch aus anderen Quellen kundig.

Reinigen der Radierdruckpresse

Falls die Presse schon sehr alt ist und sich schwer dreht, reinigen Sie die Lagerstellen zuerst mit einer alten Zahnbürste, einem Lappen und etwas Petroleum. Das löst altes, verkrustetes Fett perfekt auf. Danach erst neu ölen. Als Lösemittel für altes Fett leistet auch das „Allheilmittel der Handwerker“ ➥ WD 40 [Affiliate-Link] gute Dienste. Doch Vorsicht: WD40 / WD80 ist ein hervorragender Reiniger und Rostlöser, aber ein schlechter Schmierstoff. Es verdunstet schnell und lässt die Lager nach kurzer Zeit trockenlaufen.

Kleine Walzendruckpresse © Foto Wolfgang Autenrieth 2026
Kleine Walzendruckpresse © Foto Wolfgang Autenrieth 2026

Die Druckspindeln (Gewindestangen für die Druckeinstellung)

An den Gewindestangen herrscht hoher Druck, aber kaum Bewegung. Die beiden großen Gewindespindeln, mit denen man den Walzendruck einstellt, sind oft trocken oder verharzt. Zum Reinigen drehen Sie die Spindeln nach oben. Befreien Sie anschließend die Gewindegänge mit einer alten Zahnbürste oder einem Tuch von altem, staubigem Fett. Nach dem Abreiben mit einem Lappen tragen Sie ein wenig Mehrzweckfett oder Wälzlagerfett, wie ➥ Lithium-Mehrzweckfett [Affiliate-Link] (weißes Fett) oder Kupferpaste auf. Kupferpaste ist extrem druckbeständig und verhindert das „Festfressen“ der Gewinde über Jahre hinweg. Sie ist allerdings recht zäh und färbt bei Kontakt stark ab – also nur sparsam in die Gewindegänge geben. Das Schmiermittel muss dort bleiben, wo es ist. Ein paar Tropfen dickflüssiges Maschinenöl funktionieren auch, müssen jedoch öfter erneuert werden. Die Spindeln müssen sich nach dem Reinigen und Einfetten butterweich und ohne Ruckeln drehen lassen. Falls das Gewinde verrostet ist, können Sie einen versuch mit einem Kombinationspräparat wie ➥ WD-40 Specialist Rostlöser [Affiliate-Link] starten. Es verbindet Kriechöl und einen Rostumwandler, der Rost in eine stabile Verbindung wie eine bläulich-schwarze Eisen-Organische-Verbindung oder in Eisenphosphat umwandelt.

Radierdruckpresse Druckspindel © Foto Wolfgang Autenrieth 2026
Radierdruckpresse Druckspindel © Foto Wolfgang Autenrieth 2026

Die Walzenlager

Pressen haben Gleitlager („Sinterlager“) aus Bronze oder Messing, seltener geschlossene Kugellager oder einfache Bronzebuchsen. Suchen Sie nach kleinen Schmierlöchern oben an den Lagerblöcken der Ober- und Unterwalze. Manchmal sind diese mit rotem Lack markiert. Verwenden Sie als Schmiermittel ein harzfreies Nähmaschinenöl oder ➥ Ballistol [Affiliate-Link]. Ein bis zwei Tropfen pro Seite genügen. Wenn die Presse „quietscht“, liegt es meist an den trockenen Lagern der Unterwalze, die oft schwerer zugänglich sind. Verwendbar ist ein Öl, das gut kriecht, aber nicht zu dünnflüssig ist. Dies kann auch ein nicht-detergentes Einbereichs-Motorenöl (SAE 30) oder ein hochwertiges Nähmaschinenöl sein.
Vorsicht! Moderne Motorenöle enthalten Reinigungszusätze (Detergentien), die Schmutz in Schwebe halten sollen – das ist bei einer Presse ohne Ölfilter kontraproduktiv. Ein „non-detergent“ Öl bildet stattdessen einen stabilen Schmierfilm. ➥ Ballistol [Affiliate-Link] ist für den Heimgebrauch gut geeignet, da es nicht verharzt und gleichzeitig das Metall pflegt.

Das Getriebe / Die Zahnräder

Falls die Presse eine Untersetzung (Getriebe) besitzt, liegen die Zahnräder oft offen. Hier müssen ab und an Staub und Farbreste aus den Zahnzwischenräumen entfernt werden. Ein festes ➥ Haftfett [Affiliate-Link] ist dafür am besten geeignet, da es nicht fließt. Tragen Sie es sparsam mit einem Pinsel auf die Zähne auf. Benutzen Sie kein dünnes Öl für offene Zahnräder; es könnte beim Drehen weggeschleudert werden und auf dem Druck landen. Bei einigen Radierpressen (wie der weit verbreiteten von „Heintze und Blanckertz“) liegt das Übersetzungsgetriebe geschützt in einem Gehäuse, das sich durch Lösen der Schrauben öffnen lässt.
Zahnräder bei Handpressen sind „Langsamläufer“. Verwenden Sie zum Schmieren ➥ Graphitfett [Affiliate-Link] oder ein spezielles Haftschmiermittel für offene Antriebe. Graphit hat den Vorteil der Notlaufschmierung. Selbst wenn das Fett irgendwann eintrocknet, sorgt der Graphitstaub dafür, dass Metall nicht direkt auf Metall reibt.

Die Laufschienen / Das Laufbett

Die Schienen, auf denen der Pressentisch (Schlitten) läuft, sollten sauber gehalten werden. Wischen sie diese mit einem leicht geölten Lappen ab. Es sollte nur ein hauchdünner Schutzfilm zurückbleiben, der Rost verhindert und die Reibung minimiert.

Die Walzenoberfläche

Alle blanken Metallteile, die aus Stahl oder Eisen bestehen, setzen mit der Zeit Flugrost an. Diese können mit feiner Stahlwolle und etwas Phosphorsäure / Rostumwandler gereinigt werden.

Tipps zur Sauberkeit

Wischen Sie überschüssiges Fett sofort ab. Nichts ist ärgerlicher als ein Fettfleck auf einem teuren Büttenpapier. Falls Sie die Presse über einen längeren Zeitraum nicht benutzen, decken Sie diese mit einem Tuch ab. Staub verbindet sich mit dem Fett zu einer schmirgelnden Paste, welche die Lager auf Dauer schädigt.

Tipps für „Schmiermittel“

Für historische Gusseisen-Pressen sind moderne „High-Tech“-Schmiermittel oft gar nicht nötig. Die mittel müssen mit dem offenporigen Gusseisen und den meist verbauten Bronzelagern harmonieren, ohne zu verharzen.
„No-Go“: Speiseöle verharzen (sie werden klebrig wie Honig) und können die Mechanik einer alten Presse komplett blockieren. Also: Finger weg.


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