Tipps und Hinweise zur Druckplatten-Ätzung
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➥ Bosse zeigt in dem Ätzbüchlein eine Methode, mit der vermieden werden kann, dass sich der Ätzschlamm in den zu ätzenden Partien festsetzt. Zu jener Zeit wurde jedoch auch noch mit einer weniger aggressiven Ätzlösung aus Essig und Salz geätzt. Mit Salpetersäure wäre ein derart enger Kontakt des Kopfes und der Atemorgane massiv Gesundheit schädigend. Das Holz dieser Vorrichtung wurde zu jener Zeit vermutlich mit Wachs oder Pech geschützt. zudem waren – wie erkennbar – Stifte angebracht, damit die Platte nicht abrutscht. Die Ätzung von Druckplatten ist ein entscheidender Schritt im Tief- oder Flachdruckverfahren, bei dem Teile der Platte gezielt entfernt werden, um die druckenden und nicht druckenden Bereiche zu definieren.
Ablauf und Material
Zunächst ist die Auswahl des Materials entscheidend. Kupfer, Zink oder Aluminium werden häufig verwendet, da sie sich gut ätzen lassen. Die Platte wird gründlich gereinigt und mit einer säureresistenten Schutzschicht (zum Beispiel Asphaltlack oder Wachs) überzogen. Das gewünschte Motiv kann direkt in diese Schicht eingeritzt oder mit einer fotochemischen Methode übertragen werden. Das Ätzmittel, häufig Eisen(III)-chlorid oder Salpetersäure, wird dann auf die Platte aufgetragen oder in einem Ätzbad verwendet. Die Einwirkzeit und Konzentration der Säure bestimmen die Tiefe der Ätzung. Regelmäßige Kontrolle ist wichtig, um eine gleichmäßige Ätzung zu gewährleisten und unerwünschte Überreaktionen zu vermeiden. Nach dem Ätzen wird die Schutzschicht entfernt und die Platte neutralisiert, gereinigt und gegebenenfalls weiter bearbeitet.
Gute Belüftung und Schutzmaßnahmen sind essenziell, da viele Ätzmittel gesundheitsschädlich sein können. Präzision, Geduld und Erfahrung sind entscheidend für ein gelungenes Druckbild.
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