Bezugsquellen – Tipps und Hinweise für Materialquellen
Themen dieser Teilseite
Ein immer wieder auftauchendes Problem: Woher bekomme ich die Materialien und Zutaten für die Rezepte?
Metalle
Für Druckplatten habe ich einen freundlichen Metallhandel in der Nachbarschaft, bei dem Platten quadratmeterweise erhältlich sind. Der beliefert keine Künstler, sondern Flaschner ;-)
Abgerechnet wird nach dem tagesaktuellen Kupferpreis nach Kilo. Mit einigen freundlichen Worten – bei Abnahme einer größeren Menge würde vielleicht auch ein Kasten Bier für die Belegschaft wirksam sein, suchen die eine Kupferplatte mit möglichst guter Oberfläche aus und schneiden diese auf die gewünschten Formate zu. Zink ist ebenfalls am Lager ;-)
Eine gute Bezugsquelle ist auch der Kunstschmied, der Verständnis für die finanziellen Nöte von Künstlern und Kunststudenten hat und die Platten evtl. als mäzenatische Geste kostenlos oder zum Selbstkostenpreis abgibt.
Stichworte in den „Gelben Seiten“:
Blechbe- und -verarbeitung // Blechnerei // Eisenwaren // Flaschnerei // Flachdachbau // Metallbau // Metalle und Metallhalbzeuge // Sanitärtechnik // Schlossereien // Stahlbau // Stahl
Lösungsmittel, Farben etc.
Seit vielen Jahren führt ‚Kremer Pigmente‘ (https://kremer-pigmente.com) auch mein Buch im Sortiment. ‚Kremer Pigmente‘ ist eine SEHR feine Farbenmühle im Allgäu. Klingt popelig – Filialen bestanden /bestehen in Stuttgart, Paris, New York und London. Kremer beliefert hauptsächlich Restauratoren und führt JEDES Pigment im Sortiment. Der Firmengründer ist Chemiker und kam auf diese Weise zur Farbenherstellung. Dort gibt es auch reinstes Lapislazuli – das Kilo für 25.000 €. Im Onlinekatalog findet man jedoch auch Lösungsmittel, Kolophonium, Asphaltpulver uswusf – alles, was uns ‚Jünger der Schwarzen Kunst‘ erfreut.
Chemikalien
Stichwort: „Drogerie“. Auch in großen Drigeriemarktketten gibt es einen Bereich mit Haushaltschemikalien und speziellen Reinigungsmitteln. Dort findet man/frau Wasserstoffperoxid, Essigsäure, Salzsäure, Natron, Natronlauge …
Drogerien des alten Schlages sind selten geworden – aber es gibt sie noch.
Stichworte in den „Gelben Seiten“:
Chemikalien // Chemische Untersuchungsämter // Laboratorien // Laborbedarf // Umwelttechnik // Umweltschutz // Entsorgungsbetriebe
Auch freundliche Chemielehrer von Gymnasien, Haupt- und Realschulen bestellen vielleicht etwas für Sie mit oder geben Ihnen eine Bestelladresse an.
Einige früher für Schulversuche gebräuchliche Chemikalien dürfen heute dort nicht mehr verwendet werden. Da sind Chemielehrer/Schulleiter froh, wenn man diese „entsorgt“.
Naturwissenschaftlich-Chemische Privatschulen, Chemische Fakultäten der Hochschulen bzw. Universitäten haben oft Ausgabestellen für Chemikalien, an denen Studenten einkaufen können.
Abdecklacke
Rainer Pöhlitz – nun pensionierter Kunsterzieher und passionierter Radierer – hat im Verlauf mehrerer Jahre einen Abdecklack entwickelt, der das Durch- und Aufätzen darunter liegender, bereits geätzter Partien verhindert. Es handelt sich um einen Schicht bildenden, viskosen und lang elastisch bleibenden Lack auf Asphaltbasis, der wirkungsvoll unerwünschtes Aufätzen an Punkt- und Linienkanten bereits geätzter Partien verhindert. Der Lack trocknet seidenmatt tiefschwarz auf und haftet auch auf nachlässig entfetteten Platten. Nicht billig. Aber gut.
Die Handhabung und Vorzüge beschreibt er in diesem ➥ Youtube-Video (https://www.youtube.com/watch?v=QKJJjNBQ6ew). Der Lack ist erhältlich bei: Rainer Pöhlitz, Pattenhofenerstr.4, 90559 Burgthann, Tel. 09183-3486. Seine Website: ➥ https://radierlack.de.
Alternative:
Selbst kochen. In meinem Buch habe ich die Rezepturen seit Rembrandt und Callot mit Bestandteilen und Gramm-/Volumenanteilen gelistet und beschrieben, dabei historische Maße in heute gültige Normmaße umgerechnet. Auf meiner Website finden Sie einige Infos dazu hier ➥ https://wp.radiertechniken.de/abdecklacke/
Büttenpapier / Druckpapier
Ich hasse die Krake Amazon. Aber eins muss man ihr lassen. Sie hat alles im Angebot. Auch gutes Büttenpapier. Auch Baumwollpapiere von Fabriano sind dort erhältlich.
Wie man Büttenpapier selbst herstellen kann habe ich hier beschrieben:
Fachhandlungen für Künstlerbedarf
Neben Boesner und Gerstäcker gibt es weitere – etwas weniger bekannte – Quellen.
Kremer-Pigmente Dr. Georg Kremer, Farbmühle, D-88317 Aichstetten/Allgäu, 07565-1011
e-mail: Kremer-pigmente@t-online.de
Internet: https://www.kremer-pigmente.com
Hier finden Künstler und Restauratoren Chemikalien, ➥Farbpigmente, Öle, Kolophonium, Fischleim, Gelatine, Gummi arabicum, Schellack, Talkum, Kreide, Karborundum, Mörser etc.
H&B, Nikolaus-Otto-Straße 40, 89079 Ulm, Postfach 2209
Wilhelm Schnitzler GmbH & Co KG * Postfach 410828* Franzstraße 29* 50931 Köln * 0221-402432, Fax 4000190
Chemikalien für Industrie und Forschung, Laborgeräte, (Katalog)
Apparate und Chemiebedarf // Indikatoren // Lakmuspapier // Mörser
Druckfarben und- Material
Die Meister der schwarzen Kunst in den Druckereien helfen ihren Künstlerkollegen gern bei der Suche nach Radiermaterialien und Bezugsquellen weiter (wenn’s nicht grad Granteln sind). Fragen Sie wegen Rötel, Papierabfall, Strichfilmmaterial und Druckfarbe ruhig in einer Druckerei oder einem Reprobetrieb nach.
In vielen Firmen wird kübelweise Restfarbe zum Sondermüll gegeben, die den technischen Anforderungen einer High-Tech-Rotationsdruckerei nicht mehr genügt. Für unsere Zwecke ist diese Farbe jedoch gut geeignet.
Aber Vorsicht: Die Lichtechtheit der Druckfarben für Werbeprospekte ist oft sehr gering! Die Farbe kann ausbleichen. Achten Sie bei Farbe auf die Kennzeichnung nach Wollskala 7-8.
Stichworte in den „Gelben Seiten“:
Druckereien // Siebdruckereien // Reprobetriebe // Druckvorlagenherstellung // Druckereibedarf // Tiefdruckereien // Entsorgung
Entsorgung
Für Entsorgung der (fotografischen) Chemikalien sind Kreismülldeponien und Termine für die Abgabe von Sondermüll die erste Adresse. Fotografische Bäder und andere Chemikalien müssen unbedingt sortenrein und gut beschriftet sein. Sie können sie dann bei der nächsten Sondermüllsammlung abgeben. Erkundigen Sie sich, ob bei fotografischen Bädern Entwickler und Fixierbad zusammengeschüttet werden können / sollen. Es gibt im Internet auch Anleitungen für die regenerierung von Fixierbädern – samt Silberrückgewinnung ;-)
Auch Druckereien, Röntgenabteilungen der Krankenhäuser, Zahnärzte und Reprobetriebe sind eine Anlaufstelle. In größeren Betrieben werden hunderte von Litern entsorgt, da passen ihre drei Liter auch dazu.
Stichworte in den „Gelben Seiten“:
Entsorgungsbetriebe // Sondermüllentsorgung // Druckerei-Entsorgung // Umwelttechnik // Umweltschutz nachfragen
Hinweise für die Entsorgung durch Neutralisieren und Einleiten in die Kanalisation für kleine Mengen habe ich im Chemikalienverzeichnis aufgeführt. Die Abgabe an qualifizierte Stellen ist jedoch immer vorzuziehen!
Wärmelampen
Wärmelampen sind erhältlich als Infrarotlampen in Elektrogeschäften, in ländlich geprägten Gebieten in den Raiffeisen- und Landhandel-Märkten als sogenannte „Ferkellampen“ oder als Wärmestrahler in Geschäften mit Orthopädiebedarf und Medizinzubehör. Ebenso im Zubehörhandel der Druckindustrie.
UV-Strahler
Meine UV-Belichtungslampen habe ich auf dem Trödelmarkt erworben. Es handelt sich um UV-Gesichtsbräuner. Mit 10 € pro Stück waren das Schnäppchen ;-)
Weitere Linkhinweise für Materialquellen
Tipp: Eine separate Internetseite mit Beschaffungstipps und Links zu Herstellern befindet sich auf meiner Linksammlung für Lehrkräfte:
➥ www.autenrieths.de/radiertechniken.html
Einige Materialien finden Sie auf dieser Website ➥ https://www.polymetaal.nl/de/index.html
Hugo Bos – mit EINEM „o“ ;-) – aus den Niederlanden lange Jahre Radierpressen hergestellt und mit Zubehör gehandelt. Der Shop besteht weiter. Laut Website wird darauf hingewiesen, dass einige Händler Materialien günstig abstoßen – wie z.B. Druckfarben. Einfach mal blättern.
Sollten Weblinks auf Künstlerseiten oder Linksammlungen nicht mehr aufrufbar sein, ist es einen Versuch wert, den Link in das Internetarchiv zu kopieren: ➥ https://archive.org
Die Handhabung der „Wayback-Maschine“ ist zwar gewöhnungsbedürftig – aber leistbar – und man kann damit „Tote Webseiten wieder zum Leben erwecken“:
Die Wayback-Maschine erstellt in unregelmäßigen Zeitabständen „Snapshots“ von Websites. Zum Abruf wählen Sie dort zunächst ein Jahr aus und – Achtung – klicken anschließend auf die Uhrzeit, die beim Überfahren mit dem Mauszeiger erscheint.
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