Herstellungsablauf für Edeldrucke

Diese Seite erläutert das grundlegende Funktionsprinzip historischer Edeldruckverfahren, die auf der Lichtempfindlichkeit bestimmter chemischer Substanzen wie Chromatsalzen oder Eisenverbindungen basieren. Durch die Belichtung einer präparierten Schicht findet eine chemische Veränderung statt, die das Material entweder härtet oder dessen Löslichkeit oder Farbe beeinflusst. In der anschließenden Entwicklung werden die löslichen oder nicht gehärteten Partien ausgewaschen, wodurch ein dauerhaftes Bild oder eine Farbschicht entsteht. Diese Techniken erfahren heute eine Renaissance, da sie verbinden frühe Photographie mit künstlerischer Bildgestaltung jenseits industrieller Standards erlauben.

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Update: 26.Januar 2026

Der Herstellungsablauf der Platten- und Filmbeschichtung von Edeldrucken wird nachfolgend mit dem Arbeitsablauf und der Vorbereitung der Foto- / Druckplatte beschrieben.

Entfetten

Entfetten Sie die Druckplatte / Glasplatte / den Film mit Lauge, Schlämmkreide, Schmirgel- oder Bimssteinpulver. Dazu verwenden Sie als Werkzeug Bürste, Filz oder Watte. Zinkplatten rauen Sie anschließend mit 1%-iger ➥ Salpetersäure oder durch Entfetten mit Bimsstein- der Schmirgelpulver an. Die Schlussentfettung nehmen Sie mit Spiritus und einem Wattebausch vor.

Beschichten

Auf die Platte / das Papier wird etwas ➥ Kopierschicht geleert und durch Drehen und Kippen der Platte gleichmäßig dünn verteilt. Auf Papier wird die Lösung mit einem feinen, breiten Pinsel gleichmäßig vertrieben. Lassen Sie die überschüssige Schicht über eine Ecke zurück in den Behälter fließen. Der erste Aufguss dient der Wasserverdrängung. Man lässt ihn weglaufen, da er zu stark mit Wasser verdünnt wäre. Mit dem zweiten Aufguss kommt er dann in die Schleuder.

Schleudern

Schleudern Sie die Platte unter gleichzeitiger Erwärmung (handwarm) unter einer ➥ 🛒Infrarotlampe („Ferkellampe“)

Trocknen

Lassen Sie die Platte im Dunkeln trocknen

Belichten

Belichten Sie Schicht auf Schicht mit einem Negativ. Dadurch härtet die Schicht aus, der nicht belichtete teil bleibt löslich und kann entfernt/abgewaschen werden.

Entwickeln

Die Platte entwickeln Sie mit Wasser, Spiritus, usw. – je nach Verfahren. Die unbelichteten Stellen quellen auf und werden herausgelöst. Zurück bleibt ein Relief.

Beschichten mit Schleudermaschine

Eine Schleudermaschine können Sie mit einfachen Mitteln bauen:
Unter eine runde Wanne montieren Sie einen Motor, eine Bohrmaschine mit Drehzahlregulierung bzw. einen alten Schallplattenspieler so, dass sich in der Wanne eine Platte dreht. Der Plattenspieler sollte mit 78 UpM rotieren. Saugnäpfe auf dem Plattenteller halten die Platte fest. Die Wanne verhindert, dass die Beschichtung im Raum herumspritzt. Leeren Sie vorsichtig von oben die Beschichtung auf die sich drehende Platte.

Schleuder aus: Preissig, Vojtech (1873-1944): Zur Technik der farbigen Radierung, (1900)
Schleuder aus: Preissig, Vojtech (1873-1944): Zur Technik der farbigen Radierung, (1900)

Trocknen

Die Trocknung können Sie beschleunigen, wenn sie eine Wärmelampe (siehe Bezugsquellen) über der Platte montieren. Die meisten Beschichtungen sind UV-empfindlich, so dass das Rotlicht der Beschichtung nicht schaden sollte.


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