Härten: Verchromen, Verstahlen, Vernickeln, Verzinken …

Das Härten von Druckplatten erfolgt, um höhere Auflagen erzielen zu können. Für diesen Zweck kommen verschiedene Verfahren zur Anwendung.
Beim galvanischen Härten wird das Werkstück in ein Elektrolytbad getaucht und als Kathode geschaltet, damit sich Metallionen – meist Chrom – gezielt auf der Oberfläche absetzen. Durch den elektrischen Stromfluss entsteht eine dichte, kristalline Schicht. Diese harte Oberflächenschicht verleiht dem Bauteil eine enorme Verschleißfestigkeit sowie einen niedrigen Reibungskoeffizienten, was ideal für mechanisch oder durch Druck beanspruchte Teile ist. Besonders bei Kaltnadelradierungen können durch das galvanische Härten höhere Auflagen erzielt werden.

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Update: 2.Februar 2026

Verchromen

Das ➥ Verchromen wird in industriellen Tiefdruckereien verwendet, um die Auflagenstärke der Kupferzylinder auf mehrere Millionen Exemplare heraufzuheben. Die Platten (Zylinder) erhalten elektrolytisch eine wenige tausendstel Millimeter starke Chromschicht, indem man sie in ein 40-60°C erwärmtes Bad aus Chromsäure hängt. Diesem Bad wird etwas Schwefelsäure und Chrom-(III)-Sulfat (oder ein anderer Chromelektrolyt) zugesetzt. Die Platte ist dabei die Kathode, als Anode dienen Bleiplatten oder Graphitstäbe. Die Stromdichte beträgt 50-70 A/dm2. Stellen, die chromfrei bleiben sollen, decken Sie ab. Eine Mattverchromung ist verschleißfest. Für die Glanzverchromung muss zuvor vernickelt werden.

Verchromen eines Kupferzylinders. Bild KI-generiert
Verchromen eines Kupferzylinders. Bild KI-generiert. Nicht perfekt…

Vernickeln

Damit keine basischen Salze entstehen, hält man das Bad beim ➥Vernickeln im leicht sauren Bereich. Übliche Nickelbäder weisen eine PH-Zahl zwischen 5,4 und 5,8 auf, Glanznickelbäder zwischen 2,4 und 4,8. Die PH-Zahlen erreicht man durch Ansäuern mit Borsäure oder Zitronensäure. Hauptbestandteil des Nickelbades ist Nickelsulfat. Als Leitsalze finden die leichtlöslichen Chloride und Sulfate des Natriums und Magnesiums, sowie Ammoniumchlorid und Ammoniumsulfat Verwendung. Für Glanznickelbäder ist ein Zusatz von Gummiarabicum angegeben, der bewirkt, dass die Korngröße des Nickels kleiner als 0,1 ym wird. Die Stromdichte beträgt 1 A/dm2, die 1 Stunde lang für 12 ym Schichtstärke fließen müssen. Die Badtemperatur beträgt dabei 16-25, die Spannung 1,5 bis 8 Volt.

Verstahlen

Die gestochene oder geätzte Platte wird in galvanischer Weise mit einer sehr dünnen Eisenschicht überzogen. Im Buch sind mehrere detaillierte Anleitungen zum Verstahlen enthalten. Zinkplatten müssen zuerst verkupfert werden, bevor man sie ➥ verstählen kann. Für Farbradierungen von Zinkplatten ist das Verstahlen beinahe eine Notwendigkeit, da eine Reihe von Farben durch das Zink verändert und gebrochen werden und im Druck stumpf erscheinen.

Verzinken

Galvanische ➥Verzinkung erfolgt in Elektrolyten aus Natriumzinkat, -zyanozinkat, -hydoxid und -zyanid mit Zink-Anoden. Als Glanzbildner eignen sich Heliotropin, Vanillin und dergleichen.

Eloxal-Verfahren für Aluminium

Eloxal= elektrolytische Oxidation zur Oberflächenhärtung von Aluminium.

Es ist ein „..Verfahren zur Erhöhung der Korrosions- und Verschleissfestigkeit von Al durch anodisches Einbringen der Gegenstände in 25%-ige Schwefelsäure oder Oxalsäure (5%) bei etwa 13 V Spannung und Temperaturen unter 25°C. Hierdurch wird die natürliche Oxidschicht des Al von 0,2 auf 20µm verstärkt. Glanzaloxidierung erreicht man durch vorheriges elektrolytisches Polieren (anodisch in 75%-iger Phosphorsäure + Chrom-(VI)-oxid. Die Schichten können eingefärbt werden: Goldton entsteht durch Ammonium-trioxalato-ferrat (III), (NH4)3Fe(C2O4)3 x 3 H2O, die übrigen Farbtöne durch organische Beizenfarbstoffe.“

Versilbern

„Metalle werden galvanisch in Elektrolyten aus Natriumdizyanoargentat (Na[Ag(CN)2]), Natriumzyanid, Natriumkarbonat und Glanz bildenden organischen Schwefelverbindungen (auch Natriumselenit) versilbert.“


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