Aleatorische Verfahren – Zufallstechniken – aleatorische Gestaltung

Zufallstechniken (aleatorische Verfahren) erzeugen interessante grafische Gestaltungen mit oder ohne Abdecklack – die entweder für sich selbst stehen oder weiter ausgedeutet werden können. Zufallstechniken in der Druckgrafik nutzen unvorhersehbare chemische oder mechanische Prozesse, wie das Aufstreuen von Salz in den feuchten Ätzgrund oder das unkontrollierte Verlaufen von Farbe, um organische Strukturen zu erzeugen. Bei der Monotypie oder dem Materialdruck wird der Zufall oft durch die Platzierung von Fundstücken oder das spontane Klatschen von Farbeflächen provoziert, wodurch einzigartige, nicht exakt wiederholbare Abdrücke entstehen. Auch die Aquatinta erlaubt experimentelle Variationen, indem Staubpartikel oder Harze unterschiedlich dicht aufgeschmolzen werden, was zu nuancierten, zufällig anmutenden Grauwerten und Texturen führt.

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Update: 31.Januar 2026

  • Glasscheiben, Nägel oder Eisenstücke auf die Platte fallen lassen
  • Bleischrot aufschießen / Fallen lassen / Schütteln im Kasten
  • Platte hinten ans Auto binden, über Asphalt ziehen
  • Platte vergraben, nach Jahren wieder ausbuddeln
  • Tiere auf die Platte setzen, laufen/kratzen lassen (evtl. auf Weichgrund)
  • Abdecklack wischen
    … mehr im Buch
Wolfgang Autenrieth + Emil: Vernis-Mou-Radierung 1982 - mit Zufallstechniken (aleatorischen Verfahren) erzeugt
Wolfgang Autenrieth + Emil: Vernis-Mou-Radierung 1982, © Wolfgang Autenrieth, Creative Commons Attribution-Share Alike 4.0 International

Diese Radierung ist eine Gemeinschaftsproduktion mit Emil, meinem Zimmergenossen während des Studiums. Ich habe die Platte als Vernis-Mou vorbereitet, Emil darauf gesetzt und darauf geachtet, dass er die Platte bearbeitete. Geätzt und gedruckt habe ich die Radierung – Emil wäre dies schwergefallen, denn er war ein „Deutscher Widder“ – ein Hase.
Grüße an Beuys! Fell- und Krallenspuren sind deutlich zu erkennen.

Chemische Verletzung der Oberfläche

  • Lack durch Lösungsmittel an-/auflösen
  • Lack durch Hitze anschmelzen

Auftrag des Lackes

Eine Vorbreitung mit Aquatinta ist empfehlenswert – oder es werden nur die Konturlinien der gedeckten Flächen gedruckt

Vernis-Mou-Radierung
Vernis-Mou-Radierung. Grundierung mit Skiwachs, Materialabdruck von Korken, Gräsern, Taschentuch. ©Wolfgang Autenrieth 1982
  • Abdecklack durch Decalcomanie von Zeitschriftenoberfläche ablösen
  • Abdecklack auf Wasseroberfläche geben, Druckplatte schwimmend auflegen und so den Lack ‚absaugen‘
  • Strukturierte Oberfläche mit Abdecklack einwalzen und umklatschen
  • Flüssigen Lack mit Trinkhalm über die Platte pusten
  • Faden entweder in Lack legen und nach dem Trocknen abziehen oder in Lack tauchen und so den Abdecklack auf die Platte übertragen
  • Tropfenmalerei
  • Nass in Nass – Lack und Wasser mischen (Prinzip der Abstoßung)
  • Malen mit Seifenblasen
  • Zerknülltes Papier (Papiertaschentücher) drücken, stupfen
  • Murmelbilder

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