Die Technik der Siderographie (Stahlstich)

Der Stahlstich, auch Siderographie genannt, ist ein grafisches Tiefdruckverfahren. Das Verfahren wird vor allem zur Herstellung von Banknoten, Briefmarken sowie für den Druck detailreicher Buchillustrationen, Veduten (Stadtansichten) und für die Reproduktion von Kunstwerken. Zur Herstellung von Banknoten verwendet man das Verfahren noch heute. Ein wesentlicher Fortschritt gegenüber dem ➥ Kupferstich war die Möglichkeit, Kopien in nahezu unbegrenzter Zahl herzustellen. Der Stahlstich zählt in die Kategorie der „trockenen Verfahren“. Informationen dazu bietet auch diese Website: ➥ Veredelungslexikon der HTWK Leipzig

„Die Zeichnung wird mit dem Grabstichel in eine enthärtete Stahlplatte graviert oder auch – wie bei der ➥ Strichätzung – geätzt. Die nach dem Stechen gehärtete Stahlplatte wird auf eine weiche Stahlwalze durch Abrollen übertragen, um mit dieser anschließend gehärteten Walze wiederum eine neue weiche Stahlplatte zu prägen, die dann wieder gehärtet wird. Das Verfahren eignet sich auch für sehr feine, kleine Darstellungen, erreicht aber nicht die satte Tiefe des ➥ Kupferstichs.“ (Wikipedia)

Geschichte des Stahlstichs

„Der Stahlstich wurde in der Nachfolge des➥ Kupferstichs entwickelt. Der Amerikaner ➥ Jacob Perkins hat das Verfahren entwickelt und er setzte es 1820 erstmals zum Druck von ➥ Banknoten (‚Intaglio‘) ein. Die Engländer Charles Warren und Charles Heath waren Geschäftspartner von Perkins und benutzten das Verfahren erstmals auch für künstlerische Illustrationen. In Deutschland führte die Technik der Karlsruher Maler Carl Ludwig Frommel ein. Später verlor der Stahlstich wieder an Bedeutung, nachdem es gelang Kupferplatten zu ➥ verstählen.

Der Stahlstich fand während des 19. Jahrhunderts seine Hauptaufgabe in der Buchillustration und Reproduktionstechnik. Erst die Fotografie und die ➥ Chemigrafie lösten den Stahlstich als Kopierverfahren ab. Im 20. Jahrhundert verwendete man den Stahlstich nicht nur zur Herstellung von Briefmarken und Banknoten, sondern auch für exklusive Briefbögen, Visitenkarten, ➥ Exlibris und vieles mehr.

Heute gilt der Stahlstich, oft kombiniert mit Prägedruck, als exklusives Veredelungsverfahren für hochwertige Geschäftsdrucksachen wie Briefbögen und Visitenkarten. Er wird für den Druck von Wertpapieren, wie etwa Banknoten und Briefmarken sowie Echtheitszertifikaten verwendet, da er durch die spürbare Reliefwirkung und extreme Detailtreue ein hohes Maß an Exklusivität, Fälschungssicherheit und Sicherheit bietet.

Die Stahlstichprägung wird auch heute nur noch in einigen wenigen spezialisierten Druckereien angewandt. „Diese Betriebe sind jedoch so selten geworden wie Glockengießereien“. (vgl.: ➥ https://de.wikipedia.org/wiki/Stahlstich)

Stahlstich: Charaktere aus Schillers Werken, 1859,
Friedrich Pecht: Andreas Doria, aus der Schiller-Galerie mit Charakteren aus Schillers Werken, 1859, Quelle: Commons.wikimedia

Zurück:ReliefdruckWeiterlesen:  ➥ XylographieÜbersicht:  ➥Sitemap
… mehr im Buch