Kopierverfahren zum Übertragen der Vorzeichnung
Weshalb und auf welche Weise sollte man Methoden zum Pausen und Kopieren der Vorlage verwenden? Paus- und Kopierverfahren sind in der Radierung und Druckverfahren essenziell, um eine Bildidee präzise vom Papier auf das Metall zu übertragen. Da beim Tiefdruck das Motiv auf der Platte seitenverkehrt angelegt werden muss, damit der spätere Abdruck seitenrichtig erscheint, hilft das Pausen bei der korrekten Orientierung. Zudem schützt eine Vorzeichnung den empfindlichen Ätzgrund vor Fehlern, da Korrekturen auf dem Metall mühsam sind.
Beim Radieren gibt es so immer einen spannenden Moment: den Augenblick des ersten Probeabdrucks. Und dabei oft eine herbe Enttäuschung. Die schwungvoll hingeworfene und anschließend mühevoll ausgearbeitete Radierung entspricht, weil sie durch den Druck seitenverkehrt wird, absolut nicht den Erwartungen. Die Proportionen sind verschoben, die Komposition lastet nach einer Seite oder sonst irgendwas, das Ihnen die Freude verdirbt. Eine Pauskopie ist bei Farbauszügen oder beim Druck von mehreren Druckplatten ein unentbehrliches Hilfsmittel.
Planen Sie jedoch den Vorentwurf auf Papier durch und übertragen diese Zeichnung anschließend auf die Platte, wird’s was. Damit diese Vorarbeit nicht zu mühevoll wird, gibt es verschiedene Techniken, die Sie in den folgenden Kapiteln finden:
🛠️ Zur Startseite
Zur Startseite von „radiertechniken.de“
🛠️ Zur Themenübersicht
Zurück zur Übersichtseite des Kapitels
🛠️ Zur Sitemap
Die Sitemap von „radiertechniken.de
Update: 31.Januar 2026
Grundsätzliche Tipps zum Übertragen der Vorzeichnung
Beim Vorzeichnen müssen Sie Ihre Vorlage und die Platte gegen Verrutschen sichern. Damit Sie mit Ihrer Platte ortsunabhängig arbeiten können, verwenden Sie ein Zeichenbrett, auf dem Sie die Platte befestigen:
– Mit mehreren Klebebandröllchen auf der Plattenrückseite können Sie die Platte auf dem Zeichenbrett festkleben.
– Verschrauben Sie eine Badewannen- Antirutschmatte umgekehrt auf Ihrem Zeichenbrett und legen die Platte auf die Saugnäpfe.
Dürfen Künstler kopieren?
Eine Randbemerkung zum negativen „Gschmäckle“, das manche Puristen beim „Abpausen“ empfinden: Michelangelos Sixtinische Kapelle wäre nicht so perfekt, hätte der gute Meister nicht alles vorher auf Papier vorgezeichnet und anschließend auf die Decke durchgepaust. Canaletto soll für seine Veduten von Venedig eine Art ➥ „Camera obscura“ verwendet haben, um die Darstellung objektiver zu gestalten. Die Liste ließe sich beliebig erweitern.
Im nächsten Kapitel sind die manuellen Kopiertechniken beschrieben. Die fotochemischen Kopiertechniken finden Sie im Kapitel „➥ Edeldruck-und Kopierverfahren“
… mehr im Buch

