„Formatieren“ der Radierdruckplatte

Hier finden Sie Tipps wie Sie die Radierdruckplatte zuschneiden und diese somit auf das gewünschte Format bringen. Mit etwas Mühe lässt sich die Druckplatte auch von Hand ritzen. Dazu spannen Sie diese mit der Schraubzwinge zwischen zwei Holzleisten und ritzen anschließend mit der Radiernadel oder einem anderen scharfen Werkzeug so lange an der gewünschten Linie, bis sich die Platte an dieser Kante brechen lässt. Als Material für die Radierplatte verwendet man gemeinhin Kupfer oder Zinkplatten. Auch Messing, Kunststoff, Resopalplatten sowie jedes Material, dessen Oberfläche verletzbar ist und Druckfarbe nicht dauerhaft an sich bindet, ist geeignet. Mehr Möglichkeiten sind im Kapitel „Plattenmaterial“ (➥ Radierwerkzeuge) nachzulesen.

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Update: 31.Januar 2026

Vorgefertigte Radierplatten

Die meisten Radierer lassen sich die Radierdruckplatte in der richtigen Größe zuschneiden oder bestellen diese direkt im Fachhandel für Künstlerbedarf. Dann beginnen sie mit dem nächsten Punkt, dem ➥Facettieren der Radierdruckplatte. Das Schleifen und Polieren der Platte sollte erst im Anschluss erfolgen, weil auch die Facette geglättet werden muss. Eine Facette bezeichnet das Anschrägen der Druckplatte an den Kanten, damit die scharfkantige Platte weder Papier noch Druckfilz zerschneidet.

Radierdruckplatte zuschneiden - Vorbereitung zum Schneiden der Druckplatte
Radierdruckplatte zuschneiden – Vorbereitung zum Schneiden der Druckplatte

Selbst festgelegte Formate der Druckplatten

Falls Sie die Druckplatte selbst in Form bringen möchten wollen: Mit einer Blechschere werden sie die Druckplatte zwar zerstückeln, aber genauso verbiegen und für die Radierung unbrauchbar machen. Eine Möglichkeit: Ritzen Sie die Platte an und brechen diese anschließend an einer Kante. Besser: Kaufen Sie die Platte im gewünschten Format – oder fragen einen Flaschner (von dem Sie auch Kupferabfälle erhalten können). Wer einen Formschnitt vornehmen will – und genug Kleingeld übrig hat – kann sich einen Lasercutter oder ➥🛒 Plasmaschneider [Affiliate-Link] ist nützlich. Damit ist die Herstellung jeder Plattenform möglich. Auch ein 🛒➥Dekupiersäge [Affiliate-Link] kann für den Formschnitt – wie auch für die Herstellung von geradlinig begrenzten Platten – gute Dienste leisten und mühevolle Handarbeit ersetzen.

Schwabentipp

Verwenden Sie Leiterplatten aus der Elektronik. Diese sind in verschiedensten (klein-)Formaten wohlfeil erhältlich und es sind (fast) alle Techniken der Radierung damit anwendbar. Leiterplatten (auch PCBs für Printed Circuit Boards genannt) sind das Rückgrat fast jeder modernen Elektronik. Sie dienen sowohl als mechanische Halterung als auch als elektrische Verbindung für Bauteile. Der Kern besteht aus einem Kunststoff- Basismaterial (meist glasfaserverstärktes Epoxidharz), der für die nötige Stabilität sorgt. Auf dieses Material ist eine dünne Kupferschicht aufgebracht, aus der durch Ätzverfahren Leiterbahnen geformt werden, die den Stromfluss zwischen den Komponenten ermöglichen. Die gängigste Standarddicke für die Kupferkaschierung beträgt 35 μm (Mikrometer). Bei Leistungselektronik wird eine Kupferschicht von 70 μm bis 105 μm verwendet, weil dort hohe Ströme fließen und die Leiterbahnen sonst überhitzen würden. 100 μm entsprechen etwa der Dicke eines Schreibmaschinenpapieres oder 1/10 mm.

Falls Sie Leiterplatten im internet bestellen: In der Industrie wird die Dicke oft noch in der amerikanischen Einheit „oz“ (Unze) angegeben. Dabei entspricht 1 oz/ft2 einer Schichtdicke von etwa 35 μm.
Beispiel online: 🛒➥Leiterplatte, 10 Stück 150 x 100 mm [Affiliate-Link]


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