Radierplatte / Druckplatte auf Format schneiden

Als Material für die Radierplatte verwendet man gemeinhin Kupfer oder Zinkplatten. Auch  Messing, Kunststoff, Resopalplatten sowie jedes Material, dessen Oberfläche verletzbar ist und Druckfarbe nicht dauerhaft an sich bindet ist geeignet. Mehr Möglichkeiten sind im Kapitel „Plattenmaterial“ (➥ Radierwerkzeuge) nachzulesen.

Die meisten Radierer lassen sich die Radierdruckplatte in der richtigen Größe zuschneiden oder bestellen sie im Fachhandel für Künstlerbedarf. Dann beginnen sie mit dem nächsten Punkt, dem ➥ Facettieren. Das Schleifen und Polieren der Platte sollte erst im Anschluss erfolgen, weil auch die Facette geglättet werden muss. Eine Facette bezeichnet das Anschrägen der Druckplatte an den Kanten, damit die scharfkantige Platte weder Papier noch Druckfilz zerschneidet.

Falls Sie die Druckplatte selbst in Form bringen möchten wollen: Mit einer Blechschere werden sie die Druckplatte zwar zerstückeln, aber genauso verbiegen und für die Radierung unbrauchbar machen. Eine Möglichkeit: Ritzen Sie die Platte an und brechen diese anschließend an einer Kante.
Besser: Kaufen Sie die Platte im gewünschten Format – oder fragen einen Flaschner (von dem Sie auch Kupferabfälle erhalten können). Wer einen Formschnitt vornehmen will – und genug Kleingeld übrig hat – kann sich einen Lasercutter oder Plasmaschneider zulegen. Damit ist die Herstellung jeder Plattenform möglich. Auch eine Dekupiersäge kann für den Formschnitt – wie auch für die Herstellung von geradlinig begrenzten Platten – gute Dienste leisten und mühevolle Handarbeit ersetzen.
Mit etwas Mühe kann man die Druckplatte auch von Hand ritzen. Dazu spannt man sie am besten zwischen zwei Holzleisten mit der Schraubzwinge ein und ritzt dann mit der Radiernadel oder einem anderen scharfen Werkzeug so lange an der gewünschten Linie, bis sich die Platte an dieser Kante brechen lässt.

 

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Mehr Informationen zum Thema und zu den Verfahren finden Sie in meinem Buch „Neue und alte Techniken der Radierung und der Edeldruckverfahren – ISBN 978-3-98217650-5, erhältlich in der aktuellen 7.Auflage (Stand 2020) mit 232 Seiten.
Diese Website basiert auf dem Ur-Manuskript vor der ersten Auflage und somit auf dem – stellenweise gekürzten – Stand von 1997. Die erste Buchauflage erschien 2004 und wurde mehrfach stark überarbeitet, ergänzt und erweitert. Diese Website stellt nur einen – durchaus umfangreichen – „Appetithappen“ dar und ist mit dem Buch nur noch in Ansätzen vergleichbar.
➥ Wege zum Buch

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