Ätzradierung & Ätzmittel

Die Ätzradierung / Strichätzung ist – neben der ➥Kaltnadelradierung – das Hauptverfahren des künstlerischen Tiefdrucks. Dazu deckt man Plattenbereiche mit ätzmittelresistenten Mitteln ab. Das ➥Ätzmittel kann danach nur an den frei liegenden Teilen angreifen und diese Partien vertiefen. Die Oberfläche schützen Sie mit einem ➥Abdecklack, den Sie anschließend partiell wieder freilegen, damit das Ätzmittel die Metalloberfläche angreifen kann. Sobald die frei liegenden Teile jedoch breiter als 0,5 mm werden, bleibt die Druckfarbe beim Auswischen der Platte nur noch an den Rändern haften und der Bereich ergibt keine Schwärzung – oder nur eine Schwarzlinie am Kantenübergang. Daher wird in diesen Fällen die Platte mit Kolophoniumpulver bestäubt, um eine ➥Aquatinta herzustellen.

🛠️ Grundsätzliche Tipps

Vermerkt sin hier grundlegende Hinweise zur Ätzradierung. Neben der Beschreibung historischer Methoden und moderner Sicherheitsmaßnahmen gibt es praxisnahe Empfehlungen für Einsteiger und Fortgeschrittene.

🛠️ Vorbereitung der Ätzung

Praktische Tipps zur Vorbereitung des Ätzvorgangs und der sicheren Handhabung der Ätzmittel. Die Durchführung des Ätzvorgangs steht im Vordergrund.

🛠️ Kupferätzung

Kupferätzung mit Eisen(III)-chlorid mit Hinweisen zum Ansatz der Lösungen. Sachgerechte Lagerung der Chemikalien, Hygroskopie von FeCl3, Gesundheitsgefahren und sachgerechte Lagerung sowie die Verbesserung des Ätzvorganges sind Thema.

🛠️ Zinkätzung

Die Zinkätzung mit Salpetersäure und Eisen(III)-chlorid werden angesprochen und chemische Reaktionen beschrieben. Sicherheitsmaßnahmen im Umgang mit Salpetersäure stehen im Fokuzs, weil hier gesundheitsgefährdende nitrose Gase entstehen.

🛠️ Ätzen anderer Metalle

Ätzmittel für Stahl und Messing werden mit Rezepturen und Hinweisen zur sicheren Anwendung vorgestellt. Aluminium oder Silber erfordern eigene Rezepturen.

🛠️ Nichtmetalle „ätzen“

Das Ätzen von Stein, Glas, Kunststoff und anderen nichtmetallischen Materialien erfolgt mit Salz- oder Fruchtsäuren, Kunststoffe mit Lösungsmitteln etc.

🛠️ Ätzzeiten

Richtwerte und Methoden zur stufenweisen Ätzung, Einflussfaktoren wie Temperatur und Säurekonzentration sowie praktische Tipps zur Kontrolle der Ätztiefe

🛠️ Graustufen-Verlaufsätzung

Methoden zum Ätzen stufenloser Grauverläufe werden vorgestellt. Neben Pinselätzung, Trichterätzung, Pipettentechnik etc. werden spezielle Abdeckverfahren für graduelle Übergänge erläutert.

🛠️ Mordants

Der Auftrag pastoser Ätzmittel ermöglicht besondere Tonwirkungen durch lokal begrenzte chemische Reaktionen. Historische und moderne Rezepturen werden vorgestellt.

🛠️ Pinselätzung

Behandelt werden unkonventionelle Verfahren wie Direktätzung und Ätzlavierung mit eingefärbtem Ätzmittel und Pinsel. Partielle Ätzung und Sicherheitsaspekte stehen im Fokus.

🛠️ Ätzen mit Umbauwachs

Die Technik der „schwäbischen Ätzwanne“ nutzt Umbauwachs zur Erzeugung einer kleine „Ätzwanne“ auf der Druckplatte. Dies spart Ätzüssigkeit und erzeugt einen grafisch reizvollen, unregelmäßigen Rand.


Die Kapitelübersicht

Die folgenden Themenkapitel geben einen Überblick über die facettenreiche Welt der Ätzradierung – von klassischen Verfahren bis hin zu experimentellen Methoden. Sie bieten einen Einstieg in die Technik, einen strukturierten Überblick und sollen Lust auf ein Erforschen dieser künstlerischen Technik machen. Diese Kapitel der Website vermitteln Ihnen zentrale Grundlagen, Materialien, Rezepturen, Arbeitsschritte und kreative Möglichkeiten der chemischen Druckplattenerstellung.

Strichätzung mit Kaltnadel, Rembrandt, 1653: Die drei Kreuze (Zustand II)
Strichätzung mit Kaltnadel, Rembrandt, 1653: Die drei Kreuze (Zustand II)

Grundsätzliche Tipps

Diese Seite bietet grundlegende Hinweise zur Ätzradierung, von der Materialwahl bis zur Durchführung. Historische Methoden und moderne Sicherheitsmaßnahmen werden gleichermaßen berücksichtigt, es gibt praxisnahe Empfehlungen für Einsteiger und Fortgeschrittene.

Vorbereitung und Werkzeuge für die Ätzung

Hier finden Sie praktische Tipps zur Vorbereitung der Druckplatte und zur sicheren Handhabung der Ätzmittel. Geeignete Werkzeuge und Sicherheitsmaßnahmen werden beschrieben. Die effiziente Durchführung des Ätzvorgangs steht im Vordergrund.

Kupferätzung

Das Kapitel behandelt detailliert die Kupferätzung mit Eisen(III)-chlorid und Hinweise zur Konzentration der Lösungen. Sie finden Hinweise zu Hygroskopie, Giftigkeit und sachgerechten Lagerung der Chemikalien. Chemische Reaktionen und Tipps zur Verbesserung der Ätzung werden erläutert. Sicherheit und Entsorgung sind zentrale Themen.

Zinkätzung

In diesem Abschnitt werden Besonderheiten der Zinkätzung mit Salpetersäure und Eisen(III)-chlorid erklärt. Die chemischen Reaktionen und Sicherheitsmaßnahmen werden beschrieben. Zinkplatten werden meist mit Salpetersäure geätzt. Dabei entstehen gesundheitsgefährdende nitrose Gase. Daher darf nur im Freien oder unter einem starken Abzug geätzt werden.

Ätzmittel für andere Metalle

Geeignete Ätzmittel für Metalle wie Stahl, Messing und Aluminium werden vorgestellt. Die Seite enthält Rezepturen und Hinweise zur sicheren Anwendung. Legierungen wie Messing können mit den Verfahren für Kupfer und Zink bearbeitet werden. Es wurden auch zahlreiche Mischlösungen entwickelt. Stahl, Aluminium oder Silber erfordern jeweils eigene Rezepte. Für Aluminiumplatten ist eine Mischung aus Eisen-III-Chlorid und Kochsalz (Saline Sulfate Etch) geeignet. Im Buch sind zahlreiche weitere Möglichkeiten für Ätzmittel und deren Eigenschaften aufgeführt.

Ätzmittel für Nichtmetalle

Die Seite widmet sich der Ätzung von Stein, Glas, Kunststoff und anderen nichtmetallischen Materialien. Kreative und historische Ansätze werden beschrieben. Auch Nichtmetalle wie Stein, Glas oder Kunststoffe können geätzt werden: Steine mit Salz- oder Fruchtsäuren, Glas mit Flusssäure (hoch gefährlich!), Kunststoffe mit Nitroverdünnung etc.

Ätzzeiten

Hier finden sich Richtwerte und Methoden zur stufenweisen Ätzung. Einflussfaktoren wie Temperatur und Säurekonzentration werden berücksichtigt. Praktische Tipps zur Kontrolle der Ätztiefe ergänzen den Inhalt.

Graustufen-Verlaufsätzung

Verschiedene Techniken zur Erzeugung stufenloser Grauverläufe werden vorgestellt.  Zur Herstellung stufenloser Grauverläufe existieren verschiedene Methoden: schräges Eintauchen, Trichterätzung, Pipettentechnike oder gezieltes Pinseln von Säure erzeugen sanfte Tonwertabstufungen. Alternativ sorgen Abdeckverfahren wie Kolophoniumverdopplung, Lithokreide, Quarzsand oder gespritzter Abdecklack für graduelle Übergänge. Auch experimentelle Ansätze werden erläutert.

Mordants

Pastose Ätzmittel („Mordants“) ermöglichen besondere Tonwirkungen. Mordants sind pastose Ätzmittel, die direkt auf Platten aufgetragen werden und durch lokale chemische Reaktion eine Tonwirkung erzeugen. Historische und moderne Rezepturen werden vorgestellt. Enthalten sind Beschreibungen für Kreative Alternativen zur klassischen Ätztechnik. So zählen auch Direktätzungen mit Pinsel, Schnur oder Pipette zu den unkonventionellen Methoden. Diese eignen sich für expressive Effekte. Verwendung finden sie häufig in Kombination mit Aquatinta.

Pinselätzung

Behandelt werden unkonventionelle Verfahren wie Direktätzung und Ätzlavierung. Dabei tragen Sie das eingefärbte Ätzmittel mit dem Pinsel auf. Künstlerische Freiheit und Sicherheitsaspekte stehen im Fokus.

Ätzen mit Umbauwachs

Die Technik der „schwäbischen Ätzwanne“ nutzt Umbauwachs zur Randbegrenzung direkt auf der Druckplatte. Es handelt sich um eine originelle Low-Tech-Variante, die seit Jahrhunderten verwendet wird: Am Plattenrand entlang formen Sie mit Umbauwachs oder Kitt eine kleine „Ätzwanne“ – die Platte dient somit selbst als Behälter. Dies spart Flüssigkeit und erzeugt einen grafisch reizvollen, unregelmäßigen Rand. Traditionelle Rezepte beruhen auf Bienenwachs, im Kapitel sind weitere Möglichkeiten enthalten.

Zusammenfassung

Dieses Kapitel soll eine Einführung in die Welt der Ätzradierung bieten: Es beginnt bei den chemischen Fundamenten und Sicherheitsstandards, erläutert Werkstoffe und typische Prozessschritte, zeigt Teststrategien und schafft die Verbindung zu historischen, experimentellen und kreativen Ansätzen. Ob Kupfer, Zink oder alternative Materialien – jeder Druckstock erfordert eigene Ätzverfahren. Tonale Verläufe, pastose Direktätzung und weitere Möglichkeiten erweitern die Variationsmöglichkeiten der Ätzradierung, die im Kapitel zu den Aquatintaverfahren weiter ausgeführt wird.


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