Kap.9: Edeldruckverfahren / Fotografie

Den Oberbegriff Edeldruck / Edeldruckverfahren verwendet man vorwiegend in der künstlerischen Fotografie und Druckgrafik. Der Begriff umfasst alle manuell ausgeführten fotochemischen Verfahren zur Herstellung des Druckstockes und zur Vervielfältigung. Trägermaterial der lichtempfindlichen Fotoemulsion können zum Beispiel Papier, Glas, Zelluloid, Leinwand, Holz und vieles mehr sein. Techniken zur Herstellung lichtempfindlicher Emulsionen aus dem 19.Jahrhundert waren zunächst die Asphaltkopie, dann wurden Cyanotypie, Gummidruck, Platindruck, Bromoil, Kallitypie, Daguerrotypie und viele weitere fotoreaktive Substanzen und Methoden entdeckt.


Übersicht zu den Unterkapiteln

Damit wollte ich den einzelnen, verstreuten Kapiteln der Wikipedia ein zusammenfassendes „Dach“ geben. Die verschiedenen Verfahren hatte ich dazu nach den verwendeten Chemikalien und Grundprinzipien gegliedert. In diesem Kapitel habe ich diesen Wikipedia-Artikel für meine Webseite angepasst.

Diese reagieren nach einer Belichtung chemisch oder physikalisch. Je nach Verfahren entstehen dabei positive oder negative Bilder mit teilweise außergewöhnlichen Tonwerten und Farbtönen, etwa in Cyanotypie oder Platin/Palladiumdruck. Manche Verfahren arbeiten mit hoch giftigen Chemikalien, andere – wie die Cyanotypie – sind verblüffend einfach in der Anwendung und können auch mit Schülern praktiziert werden.


Technische Vorbereitungen & Werkzeuge

In eine lichtundurchlässige Schicht wird gezeichnet oder geritzt, wodurch Licht durchscheint und Linien auf lichtempfindliches Papier übertragen werden. Künstler wie Corot, Millet, Delacroix sowie später Picasso und Man Ray experimentierten damit.

Diese stellen die Vorlage für traditionelle Edeldruckverfahren dar. Sie ermöglichen eine präzisere Kontrolle von Tonwerten und Passgenauigkeit beim späteren Belichtungsprozess.

Diese Kornraster ermöglichen die feine Abstufung zwischen Hell und Dunkel und schaffen detailreiche Druckergebnisse mit Halbtönen.


Die Verfahren

Die Cyanotypie erfreut sich heute vor allem in der Kunst großer Popularität. Auch ich befasse mich gerne damit. Daher ist der Cyanotypie ein eigenes Kapitel gewidmet.

Die Cyanotypie wurde im 19.Jahrhundert besonders durch Arbeiten von Anna Atkins. Als „Blaupause“ der Architekten und Techniker wurde die Cyanotypie zur technischen Planvervielfältigung verwendet. Über die Jahre habe ich mich intensiver mit den faszinierenden Möglichkeiten Cyanotypie befasst, wodurch mehrere Teilkapitel entstanden.

Diese reagieren bei Belichtung unterschiedlich und erzeugen feine Bildstrukturen. Sie sind eng verwandt mit historischen Tiefdruckverfahren wie der Heliogravüre.

Damit können künstlerisch wertvolle Druckbilder mit spezifischen Tonwerten hergestellt werden. Sie zählt zu den älteren Edeldrucktechniken. Bei Chromgelatine-Druckverfahren sorgen Metallhalogenide für sichtbar hochwertige Bildwiedergabe.

Bei Belichtung sowie Verarbeitung zeigen sie variable und künstlerische Strukturen und ermöglichen durch mehrere „Layer“ (Belichtungsvorgänge) mehrfarbige Bilder. Nach Belichten und Auswaschen entsteht eine variable Bildstruktur, die künstlerisch ungewöhnliche Akzente ermöglicht. Die Ergebnisse reichen von gewebt wirkenden Flächen bis zu zarten Linienbildern.

Das Verfahren wurde von Poitevin 1855 eingeführt. Es entstehen stabile, hochästhetische Drucke mit langer Lebensdauer.

Damit können durch den Druck direkt von der Glasplatte vom Gelatinerelief hochwertige, farbige Kunstdrucke und Ansichtskarten ohne sichtbares Raster reproduziert werden.

Bildstrukturen entstehen durch selektives Ausbleichen an belichteten Stellen durch UV-Licht – ein früher und experimenteller Ansatz in der fotografischen Reproduktion.

Detaillierte Beschreibungen zum Herstellungsverfahren sind nicht überliefert, aber es steht im Kontext historischer Edeldrucktechniken.


Literatur und Links

Heute werden sie von Künstlerfotografen bewusst eingesetzt und von industriellen Verfahren abgegrenzt. In diesem Kapitel gibt es einen Überblick zur Historie.

Sie erprobten Verfahren wie Heliografie, Kalotypie, Cyanotypie und bildeten die Basis für das heutige Spektrum der Edeldruckverfahren.

So bedeuten z.B. etwa Photogravure = Heliogravüre, Autotypie = Strichraster, Pigmentdruck = Kohledruck, Asphaltverfahren = Niépce-Technik usw. Diese variieren nach Region und Literaturkontext.

Abbildungen von Cyanotypie, Heliogravüre oder anderen Techniken sind mit weiterführenden Links zu Beispielen verknüpft.

Dazu finden Sie Hinweise zu Literatur.

Die Linkhinweise führen zu Quellen bei archive.org oder Google-Books. Dadurch können Sie historische Literatur online abrufen und lesen.

Auch hier führen die Linkhinweise zu Quellen bei archive.org oder Google-Books.

Gelistet sind auch Links zu Artikeln der Wikipedia zu Asphalt- oder Metallverfahren. Sie finden Informationen zu historischen Ursprüngen bis hin zu chemischen Grundlagen und künstlerischer und experimentellen Anwendungen.

Edeldruckverfahren: Cyanotypie auf Leinwand - Edeldruck
„Mechanik am Stauwehr“ – Getonte und teilweise gebleichte Cyanotypie auf Leinwand © Wolfgang Autenrieth 2021

Wie kamen die „Edeldruckverfahren“ ins „Radiererbuch“?

Diese historischen fotographischen “Edeldruckverfahren” des 19. Jahrhunderts und deren chemischen Grundlagen fanden während meiner Ausbildung zum Reprophotographen ihren Weg in meine Rezeptsammlung – die anfangs als Lose-Blatt-Sammlung existierte und in den 90er-Jahren des letzten Jahrhunderts mit dem Computer eine geordnete Struktur erhielt. Nach und nach entwickelte sich daraus ein Buch, dessen Urversion (mit verschiedenen Ergänzungen und Anmerkungen) die Grundlage dieser Website bilden. Die Website enthält jedoch bei Weitem nicht den Umfang an Informationen, die im Verlauf von mehr als 40 Jahren durch Experimente, Literatur-  und Internetrecherche den Weg ins Buch fanden.

Wie kamen die „Edeldruckverfahren“ in die Wikipedia`?

Die Artikel der Wikipedia zum Themengebiet der „Edeldruckverfahren“ sind ➥ auf dieser Teilseite aufgelistet. Den Hauptartikel mit der Zusammenfassung und Gegenüberstellung nach der verwendeten Chemikalien der verschiedenen Edeldruckverfahren hatte ich für die Wikipedia verfasst – siehe ➥https://de.wikipedia.org/wiki/Edeldruckverfahren. Auch zahlreiche Unterkapitel zum Themengebiet sind von mir initiiert und (mit-)verfasst, bzw. von aus Auszügen meiner Website in die Wikipedia kopiert.

Daher sind Textpassagen meiner Website zu den Gebieten der Radierung und Edeldruckverfahren den Einträgen der Wikipedia ähnlich. Hier war der Hahn vor dem Ei tätig – wie auf  ➥ https://archive.org leicht überprüft werden kann. Das erste Abbild meiner Website im Webarchiv stammt vom 11.Februar 2005 – lang bevor die ersten Artikel zum Themengebiet in der Wikipedia erschienen.  ;-)

Anmerkung: Das Wort “Photographie” / Fotografie bildet sich aus den griechischen Begriffen “photos”= Licht und “graphein” = zeichnen. Dieses Wort wurde – wie alle Begriffe mit dieser Lautverbindung, die aus griechischen Worten abgeleitet sind – (vor Einführung der Rechtschreibreform in Deutschland) mit “ph”.


Update: 8.April 2026