Glossar, Begriffserklärungen
🛠️ Zur Startseite
Zur Startseite von „radiertechniken.de“
🛠️ Kapitelübersicht
Zurück zur Übersichtseite des Kapitels
🛠️ Zur Sitemap
Die Sitemap von „radiertechniken.de
Update: 5.Februar 2026
Kleines Glossar
A – E
Abziehen: Das Drucken des eingefärbten Motivs auf Papier mithilfe einer Druckerpresse.
Ätzgrund: Eine säurebeständige Schicht (meist aus Wachs, Mastix und Asphalt), die vor dem Ätzen auf die Platte aufgetragen wird.
Aquatinta: Eine Technik zur Erzeugung von Flächen und Tonwerten. Kolophoniumstaub wird auf die Platte geschmolzen, sodass die Säure nur die Zwischenräume angreift.
°Bé: Baumé-Grade Dichteangabe / Konzentration von Lösungen
Blanker (Polierstahl): Ein poliertes Stahlwerkzeug zum Glätten von Kratzern oder zum Aufhellen von Partien auf der Metallplatte.
Blinddruck: Ein Druckvorgang ohne Farbe, bei dem nur das Relief der Platte in das Papier geprägt wird.
Chine-collé: Das Mitdrucken von dünnem, meist farbigem Seidenpapier, das während des Druckvorgangs auf das Trägerpapier geleimt wird.
Dreikantschaber: Ein scharfes Werkzeug zum Entfernen des Grats oder zum Korrigieren von Fehlern.
F – L
Facette: Die abgeschrägten Kanten der Metallplatte, damit das Papier unter der Walze nicht reißt.
Fadenzähler: kleine, stark vergrößernde Lupe, mit der Drucker und Reprofachleute das Rasterkorn begutachten können
Farbreiben: Das Mischen und Vorbereiten der Druckfarbe auf einer Glasplatte.
Firnis: Ein Schutzlack (siehe Ätzgrund).
Grat: Der Metallaufwurf, der beim Arbeiten mit der Kaltnadel entsteht. Er hält besonders viel Farbe und sorgt für den samtigen Strich.
Handwippe: Ein wiegenförmiges Werkzeug mit feinen Zähnen, das bei der Mezzotinto-Technik verwendet wird, um die Platte aufzurauen.
Kaltnadelradierung: Eine mechanische Technik, bei der direkt mit einer Stahlnadel in die Platte geritzt wird (ohne Ätzmittel).
Kupferstich: Eine klassische Tiefdrucktechnik, bei der Linien mit einem Grabstichel aus der Kupferplatte geschnitten werden.
M – R
Mezzotinto (Schabkunst): Eine Technik, bei der die Platte zuerst komplett aufgeraut wird (druckt tiefschwarz). Die hellen Stellen werden anschließend mit dem Polierstahl herausgearbeitet.
Monotypie: Ein Einmaldruck. Es wird auf eine glatte Platte gemalt und abgezogen; es entsteht kein reproduzierbares Original.
Peintre graveur (Maler-Radierer): Titel des 21-bändigen Katalogwerkes des Adam v. Bartsch, Wien 1803-1821, das bis heute das unentbehrliche Handbuch der Grafikwissenschaft geblieben ist.
Plattenton: Ein feiner Farbfilm, der nach dem Wischen absichtlich auf der Platte bleibt, um dem Druck eine atmosphärische Tönung zu geben.
Prägedruck: Ein Druck, bei dem die plastische Struktur der Platte deutlich im Papier sichtbar ist.
Radiernadel: Das Hauptwerkzeug zum Zeichnen im Ätzgrund oder direkt auf der Platte.
Reservage (Aussprengverfahren): Eine Technik, bei der mit einer wasserlöslichen Flüssigkeit (z. B. Tusche-Zucker-Gemisch) gezeichnet wird, um diese später „auszusprengen“ und Flächen freizulegen.
S – Z
Säurebad: Das Eintauchen der vorbereiteten Platte in ein Ätzmittel (z. B. Eisen-III-Chlorid oder Salpetersäure).
Schleifpapierradierung: Das Erzeugen von Texturen, indem Schleifpapier auf die Platte gepresst oder durch die Presse gezogen wird.
Tampan: Ein Stoffballen (Leder oder Filz) zum Auftragen der Druckfarbe auf die Platte.
Tiefdruck: Das Oberprinzip aller Radiertechniken: Die Farbe sitzt in den vertieften Linien/Flächen, nicht auf den erhabenen Stellen.
Torch-Brenner: kleiner, mit Feuerzeuggas befüllbarer Handlötbrenner
Vernis Mou (Weichgrundätzung): Ein weicher Ätzgrund, in den Materialien (Stoffe, Blätter) eingepresst werden können, um deren Struktur zu ätzen.
Wischen: Das Entfernen überschüssiger Farbe von der Plattenoberfläche mit Tarlatan (Gaze) oder dem Handballen.
Wollskala: Einteilung der Farbe nach ihrer Lichtbeständigkeit.
8- außergewöhnlich gut
7- prima
6- sehr gut
5 gut
(…)
1- schwach
Da die Farbe einer Farbradierung länger halten sollte als ein Pullover, muss die Lichtechtheit mindestens Stufe 7-8 haben.
… mehr im Buch