Kap.8: Druckverfahren im künstlerischen Tiefdruck
Die Druckverfahren der Radiertechniken ermöglichen detailreiche und tief wirkende Abzüge im künstlerischen Tiefdruck. Im Gegensatz zu den ➥ Hochdruckverfahren oder ➥ Flachdruckverfahren entstehen Radierungen durch Vertiefungen in der Druckplatte, welche mit Farbe gefüllt werden, um diese auf Papier zu übertragen. Dadurch können feinste Linien und Schattierungen präzise wiedergegeben werden. Der hohe Pressdruck überträgt die Farbe aus den Vertiefungen auf das Papier, was eine hohe Farbintensität ermöglicht. Der Tiefdruck umfasst eine große Bandbreite an Techniken, darunter Kaltnadelradierung, Aquatinta, Mezzotinto, Ätzradierung… Diese Methoden ermöglichen Texturen und Ausdrucksformen, die mit anderen Druckverfahren nicht zu erzielen sind. Kaltnadelradierungen ergeben bis zu 20 gute Abzüge, verstahlte Kupferdruckplatten erzielen tausend und mehr qualitativ hochwertige Abzüge.
Übersicht der Unterkapitel
Welche ‚Schmiermittel‘ sind für die Teile der Presse geeignet? Womit lassen sich die Lager reinigen? Wie bekommt man eine alte Presse wieder in Gang?
Wie lassen sich die Druckfilze pflegen, reinigen und wieder auffrischen?
Enthalten sind Hinweise zum Anmischen der Druckfarben mit Firnis oder Öl für die verschiedenen Verfahren ist beschrieben. Hinweise zur Tamponherstellung, zum Einreiben der Farbe und zum Erwärmen der Druckplatte sind ebenso enthalten wie Tipps zu Farbwalzen und deren Aufbewahrung. Das Auswischen der Farbe mit gestaffeltem Einsatz von Geweben und Hilfsmittel wie Magnesia, Kreide oder Talkum werden besprochen.
Beim Löffel-Handabzug wird kreisend und gleichmäßig über die Fläche gerieben, alternative Tools sind Falzbein, Weinflasche o. Ä. Auch die unkonventionelle Methode des „Reifendrucks“, bei dem ein Fahrzeug zum Erzeugen des notwendigen Drucks Verwendung findet.
Hinweise zur Reihenfolge der verschieden Lagen und zur Druckstärke sowie zur Kontrolle des Anpressdruckes werden gegeben. Enthalten sind Hinweise zur Filzwahl und zur Pflege des Druckfilzes. Auch Alternativen zum Filz, die als werden als Ersatz genutzt werden können. Tipps zum Druckvorgang und zur Problembehandlung schließen das Unterkapitel ab..
Dazu finden sich Hinweise zum Drucken „à la poupée“. Auch die „Hayter-Technik“ mit der Kombination unterschiedlicher Ölanteile findet Erwähnung. Für den Mehrfarbendruck sind Hinweise enthalten, wie die zur Maßhaltigkeit gewährleistet werden kann. Vorschläge bezüglich Passerproblemen und zu Passernadeln zur Positionierung mehrerer Platten werden erwähnt.
Dazu zählen das Kolorieren mit Blattgold, Blattsilber, Sprayen mit Schablonen… ebenso erneutes Prägedrucken mit Reliefplatten oder Metallelementen und fotochemische „Überdrucke“ mit der Cyanotypie. Damit werden die Ausdrucksmöglichkeiten der Radierung deutlich erweitert.
Dazu zählen Methoden zum Korrosionsschutz mit Abdecklack, säurefreiem Papier oder Vaseline zum Schutz vor Feuchtigkeit. Auch Hinweise zu Lagerort, Luftfeuchtigkeit und zur Beschriftung sind enthalten.
Ebenso finden sich hier HGinweise zur Reinigung, zum Färben und Messen sowie Maßnahmen, um Vertiefungen sichtbar zu machen. Dazu Hinweise zur Behandlung der Druckplatte und zu Probedrucken.
Wie man Kratzer und Fehlerstellen durch Herauspolieren/Heraustreiben beseitigen kann und übermäßige Vertiefungen ausmerzt ist beschrieben. Auch der Schutz von Partien und Teilbereiche werden erwähnt.
Wann sind professionelle Restauratoren gefragt?
Wie wirken Papierqualität, Feuchtegrad, Farbe, Plattentemperatur, Wischtechnik, Druck, Anzahl der Filze? Wie kann das Papier gefeuchtet werden? Wie lagert man das Druckpapier bis zur Weiterverarbeitung? Welche Faktoren haben beim Mehrfarbendruck Auswirkungen? Wie wirken zeitliche Unterschiede beim Druck mehrerer Farben?

Update: 17.Mai 2026