Mathematik für Radierer
Mathematische Berechnungen in der bildenden Kunst? Nicht nur der „Goldene Schnitt“ ist für Künstler bedeutsam. Für den Tiefdrucker und den Fotografen ist die Beherrschung der mathematischen Grundlagen das Gerüst für handwerkliche Präzision und künstlerische Reproduzierbarkeit. Wer sich mit dem Mischen von Ätzlösungen, der Lichtempfindlichkeit von Emulsionen oder der Farbmischung beschäftigt, stellt schnell fest, dass Formeln die Ergebnisse reproduzierbarer machen.
Unterkapitel
In den folgenden Unterkapiteln werden die spezifischen Formeln und Methoden behandelt, die den Arbeitsalltag im Atelier erleichtern. Sie finden die Umrechnung von Maßeinheiten, die für den Import internationaler Rezepte (etwa von Unzen in Gramm) unerlässlich ist, sowie die Berechnung von Belichtungszeiten, die physikalische Gesetzmäßigkeiten in praktische Tabellen übersetzt. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Mischungsrechnung für das Ansetzen chemischer Bäder, damit die Chemie der Bäder stets reproduzierbar bleibt.
Belichtungsmathematik
Bei Edeldruckverfahren und fotografischen Bädern kommt das „Abstandsgesetz“ der Optik zum Tragen: Wird eine Lichtquelle doppelt so weit entfernt positioniert, verringert sich die Lichtintensität auf dem Papier im Quadrat der Entfernung auf ein Viertel. Nur mit diesem Wissen wird eine Formatänderung auf größere Formate oder längere Abstände planbar. Ebenso kann mit der Formel eine Änderung der Empfindlichkeit der Emulsion berücksichtigt werden.
Hier finden Sie Formeln zur Berechnung der korrekten Belichtungszeit von Fotopolymerplatten in der Radierung. Erläutert wird die Berechnung des Belichtungsfaktors, um gleichmäßige Ergebnisse beim Übertragen von Motiven zu erzielen. Ziel ist die präzise Steuerung des fotografischen Ätzprozesses.
Belichtungsformel – genaueres dazu im Kapitel Belichtungsmathematik
Dichte und Baumé-Grade
Ein zentrales Feld für Berechnungen ist die Chemie der Ätzbäder. Die Konzentration einer Lösung – etwa von Eisen(III)-chlorid oder Salpetersäure – bestimmt maßgeblich die Ätztiefe und damit die Farbaufnahme der Platte. Daher Mischungsrechnen und der Umgang mit Prozentangaben zentral, um die Aggressivität eines Ätzbades zu steuern. Ein kleiner Rechenfehler beim Verdünnen einer Säure kann den Unterschied zwischen einer feinen, silbrigen Linie und einer „zerschossenen“, tiefschwarzen Furche bedeuten.
Auswirkungen bei der Ätzung
Besonders bei der Aquatinta, stehen Ätzzeit und Ätztiefe im Verhältnis zur Konzentration des Bades. Das Erstellen von präzisen Stufentabellen erschließen dem Künstler eine reproduzierbare Palette an Grautönen. Dieser Abschnitt behandelt die Messung und Umrechnung von Dichtegraden chemischer Lösungen, insbesondere der Umwandlung historischer Angaben durch Grad Baumé. Die Dichte von Ätzmitteln (wie Salpetersäure oder Eisenchlorid) ist für die Ätzgeschwindigkeit und -tiefe entscheidend. Mit diesen Umrechnungen der Mathematik für Radierer können historische Anleitungen umgesetzt werden.
Kostenkalkulation
Bei der Materialkalkulation für den Druck der Auflage geht es um erkleckliche Summen. Gutes Papier ist teuer. Wie viel Papier und Farbe wird für eine Auflage von 50 großformatigen Blättern benötigt? Wie berechnet man den Verschnitt? Wie stimmt man die Papier- und Plattengrößen bereits in der Vorplanung harmonisch aufeinander ab, sodass kein unnötiger Abfall entsteht? Bei der Konstruktion von Druckgrafiken ist Geometrie unverzichtbar – sei es bei der Berechnung von Bildformaten im „Goldenen Schnitt“ oder bei der präzisen Positionierung der Platte auf dem Druckbogen durch Passerberechnungen. Hier geht es um die Kalkulation der Herstellungskosten einer Grafik. Es werden Faktoren wie Materialverbrauch, Arbeitszeit und Fixkosten berücksichtigt. Diese Angaben zur Mathematik für Radierer ermöglicht es, realistische Verkaufspreise für den Verkauf festzulegen.
Lösungsmathematik
Das Kapitel erklärt die chemischen und mathematischen Regeln für das Ansetzen und Verdünnen von Ätzlösungen und anderen chemischen Bädern. Es behandelt beispielsweise das Mischen von verschiedenen Konzentrationen der Lösungen oder die Menge an Wasser, die zugegeben werden muss, um die gewünschte Sollstärke zu erhalten.
Maße und Gewichte
Dieser Teil der Webseite dient als Referenz für die Umrechnung von historischen Einheiten, Maßen und Gewichten in heute gebräuchliche Normmaße. Angegeben sind Umrechnungsfaktoren und historische Maßangaben der vergangenen Jahrhunderte. Damit können Sie alte Rezepturen korrekt nachvollziehen und anwenden.
Update: 20.April 2026
