Abdecken der Plattenrückseite

Damit sich die Säure nicht so schnell verbraucht, sollte die Plattenrückseite abgedeckt werden.

Abdecklack

Das klassische Verfahren geht so: Sie leeren etwas Abdecklack in die Mitte der Druckplatte und verteilen ihn mit einem Pinsel zum Rand hin. Kontrollieren Sie nach der beidseitigen Beschichtung unbedingt den Facettenrand. Hier könnten sich Fehlstellen befinden, die sich im Druck unangenehm bemerkbar machen.

Klebeband

Wer Zeit und Lösungsmittel sparen will, kann die Plattenrückseite mit Panzertape, Tesa-Pack oder Selbstklebefolie abkleben. Bucheinbindefolie lässt sich mehrmals verwenden und über den Kunststoffabfall entsorgen. Sie ist somit umweltschonender als Lack, der mit Nitroverdünnung oder Waschbenzin abgewaschen werden muss.

Haarspray / Sprühlack

Für kürzere Ätzzeiten genügt auch das Einsprühen der Rückseite mit Haarspray, das man sonst auch zum Fixieren von Kohlezeichnungen und bei der Radierung zur Herstellung einer sehr feinen Aquatinta (durch dünnes Aufsprühen) verwenden kann.
Mit Sprühlack lässt sich die Rückseite der Druckplatte schnell und einfach abdecken. Autolack hat den Vorteil, die Plattenrückseite dauerhaft zu schützen aber den Nachteil, sich nur durch Schleifen wieder entfernen zu lassen. Für die Vorderseite ist er daher ungeeignet, es sei denn, jemand findet ein geeignetes Abbeizmittel.
Im Elektronik-Fachhandel wird ein Spray-Kunststoff angeboten, der sich evtl. lösen lässt.

Schuhwachs

Gute Erfahrungen habe ich mit Schuhwachs aus Bienenwachs und Silikon gemacht, das von Salamander als Pumpspray angeboten wird. Der Vorteil: Wachs lässt sich mit Spiritus entfernen. Sie benötigen keine umweltschädlichen CKW-Lösungsmittel.

…. mehr im Buch




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Quellenangabe für Zitate:
Wolfgang Autenrieth: Neue und alte Techniken der Radierung und Edeldruckverfahren – ISBN 978-3-98217650-5
Gekürzte Onlineausgabe: https://wp.radiertechniken.de – gesehen am:


Hinweis

Online sehen Sie ‘nur’ Auszüge aus der gekürzten Vorversion meines Buches “Neue und alte Techniken der Radierung und Edeldruckverfahren” aus dem Jahr 1997. In der aktuellen, nochmals erweiterten 7. Auflage 2020 enthält das Buch auf 232 Seiten sehr viel mehr Tipps, Tricks und Rezepturen, ein umfangreiches Chemikalienverzeichnis, eine ausführliche Bibliographie, zahlreiche Korrekturen u.v.a.m. Im Buch sind die Bezeichnungen der Chemikalien in standardisierte Begriffe übersetzt sowie Quellen angegeben.
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