Kap.11: Cyanotypie – Übersicht

Auf dieser Startseite zur Technik der Cyanotypie finden Sie die Übersicht der Unterkapitel meiner Website zum Themenbereich. Dort finden Sie Tipps und Rezepturen zu dieser faszinierenden Technik aus der Anfangszeeit der Fotografie im 19.Jahrhundert. Die Cyanotypie ist eines der ältesten fotografischen Druckverfahren und wurde 1842 von dem englischen Wissenschaftler Sir John Herschel erfunden, der mit der Lichtempfindlichkeit verschiedener Eisensalze experimentierte. Ursprünglich wurde sie dafür verwendet, Kopien von technischen Zeichnungen in Architekturbüros und technischen Entwicklungsbüros anzufertigen, wodurch der Begriff „Blueprint / Blaupause“ entstand.

Unterkapitel

Das Thema „Cyanotypie“ ist wie folgt gegliedert:
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Der entstehende Farbstoff ist Berliner Blau, ein tiefes, lichtstabiles Blau. Die Technik ist einfach, kostengünstig und ideal für Schulen und kreative Projekte.

Historische und technische Aspekte werden ebenso behandelt wie seine künstlerische Bedeutung.

Hausmittel wie Tee oder Kaffee erzeugen warme Brauntöne. Die Seite erklärt die Grundlagen, Varianten und erste Schritte des Tonens.

Diese Hinweise zur sicheren Anwendung und zur gezielten Farbsteuerung ergänzen die Grundlagen aus Teil I.

Materialien wie Nesselstoff, Tageslichtprojektoren und Sonnenlicht kommen zum Einsatz. Der Fokus liegt auf Komposition, Symmetrie und kreativer Umdeutung.

Die Kombination mit Pigmenten oder Gegenständen führt zu überraschenden Ergebnissen. Diese Verfahren sind ideal für eine experimentelle und aleatorische Bildgestaltung und weitere Ausdeutung.

Die Belichtung erfolgt mit Pinhole-Kamera oder Kamera Obscura. Es ist keine Dunkelkammer erforderlich.

Die Belichtung erzeugt klare Schattenbilder. Es ist eine einfache und effektvolle Technik für Einsteiger, die auch als „Rayogramm“ oder „Schadogramm“ bezeichnet wird – nach Man Ray und Christian Schad, die vor 100 Jahren mit Fotopapier experimentierten.

Diese Seite zeigt Beispiele der Verformung durch Feuer und der Kratztechniken auf Glas zur Herstellung von Belichtungsvorlagen.

Gezeigt werden Techniken wie Atkingraphie, Chemigramme, Tonungen und großformatige Arbeiten auf Leinwand.

Experimente mit Monitoren und Beamern schlugen wegen des geringen UV-Anteils fehl. Ausgemusterte Tageslichtprojektoren brachten die Lösung. Hier finden sich Beispiele und Anmerkungen zum Verfahren

Enthalten sind praktische Tipps zur Durchführung, Materiallisten und didaktische Hinweise für kreative Gruppenprojekte.
Entstanden ist es als kompaktes Handout zur Cyanotypie für die Lehrerfortbildung. Es enthält praktische Hinweise zur Durchführung im Unterricht und Beispiele für kreative Anwendungen.

An diesem Ausstellungsereignis, das jeweils eine ganze Stadt als Ausstellungsort „bespielt“, sind alle Schularten, von Grund- und Förderschule über Gymnasien bis zu Berufsschulen aus Süddeutschland, der Nordschweiz und aus Vorarlberg in Österreich. Kuratiert wird jeweils von beauftragten Kunsterziehern der einzelnen Schulämter.

Die Technik eignet sich besonders für Teamarbeit und kreative Selbstporträts im Unterricht.

Eine kurze Einführung zur Geschichte und Technik

Die Technik der Cyanotypie basiert auf einer lichtempfindlichen Lösung aus Eisenverbindungen – beschrieben im ➥Kapitel Berliner Blau. Das Papier oder andere Materialien werden mit dieser Chemikalie beschichtet und dann durch Sonnenlicht belichtet. Durch das anschließende Auswaschen der unbelichteten Bestandteile mit Wasser entsteht das typische tiefblaue Bild.

Als kommerzielle Variante der Photographie hatte die Cyanotypie nur eine begrenzte Lebensdauer. Wegen der langen Belichtungszeit und der (zwar einfachen, gegenüber der bald danach erfundenen Diazotypie  jedoch umständlicheren Entwicklung in Wasser wurde sie bereits Ende des 19.Jahrhunderts durch diese abgelöst. Im Laufe der Zeit verloren die Cyanotypie und die Diazotypie auch durch die Entwicklung moderner Druckverfahren an Bedeutung.

Cyanotypie - Übersicht: Cyanotypie auf Leinwand, 50 x 70 cm, Portrait als großformatiges Film-Negativ aus einer Druckerei, Stadtansicht mit Laserprinter auf Folie, rechts Ast mit Blättern aufgelegt.
Cyanotypie auf Leinwand, 50 x 70 cm, Portrait als großformatiges Film-Negativ aus einer Druckerei, Stadtansicht mit Laserprinter auf Folie, rechts Ast mit Blättern aufgelegt. Belichtet mit Sonnenlicht 14′ – © Wolfgang Autenrieth 2020

Wissenschaftliche Anwendung

Die Pionierin der Cyanotypie war Anna Atkins, eine britische Botanikerin, die als erste Wissenschaftlerin zur Pflanzenbestimmung ‚Fotobücher‘ veröffentlichte. Sie nutzte das Verfahren der Cyanotypie um die Gestalt der Pflanzen zu dokumentieren. Die charakteristische blaue Farbe machte ihre Werke unverwechselbar. Die Bücher von Anna Atkins gelten als die ersten fotografischen Publikationen überhaupt.

Anna Atkins: Equisetum sylvaticum, Cyanotypie aus dem Jahr 1853
Anna Atkins: Equisetum sylvaticum, Cyanotypie aus dem Jahr 1853

Cyanotypie heute

Heute wird die Cyanotypie – weil die Technik einfach zu handhaben und ungiftig ist – von vielen (Hobby-)Künstlern verwendet und erfährt zunehmend Verbreitung. Es gibt zahllose Beispiele in Facebookgruppen, bei Pinterest, Instagram oder Etsy. In der Kunst und Fotografie erlebt die Cyanotypie eine Renaissance, da Künstler ihre einzigartige Farbgebung und die experimentellen Möglichkeiten schätzen. Schnell entdeckten Künstler und Fotografen die besonderen ästhetischen und gestalterischen Möglichkeiten dieser Technik, die sich auch durch verschiedene Umfärbetechniken ergeben. Heute wird die Cyanotypie als eigenständige Kunstform gefeiert. Ihre Mischung aus Wissenschaft und Ästhetik macht sie zu einer faszinierenden Technik mit historischer Tiefe.

Auch im Kunstunterricht, dem Physik- und Chemieunterricht lässt sich die Cyanotypie als einfach zu handhabende fotochemische Reaktion prächtig einsetzen und begeistert die Schüler. Mit einer Abschlussklasse hatten wir z.B. die „Abschlussfahne“ mit den Portraits der Schüler gestaltet. Die benötigten Filme bestehen dabei aus Tageslichtfolien aus dem Schulkopierer.

Cyanotypie: Abschlussfahne auf Leinwand
Cyanotypie auf Leinwand – Portraits der Schüler am PC auf sw-Negativ umgewandelt und per USB-Stick am Schulkopierer auf Tageslichtfolie ausbelichtet. Zum schnellen Belichten auf Dachlatten getackert. 150 x 270 cm

Update: 8.April 2026