Das Lichtdruckverfahren
Das in Frankreich erfundene, von J. Albert Ende des 19. Jahrhunderts vervollkommnete Reproduktions- und Druckverfahren wird von einer Glasplatte gedruckt. Er wird auch als Albertotypie, Colotypie oder Photochrome bezeichnet. Der Lichtdruck ist ein Flachdruckverfahren, wird jedoch mit derselben Chemie wie das Chromgelatineverfahren hergestellt.
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Update: 26.Januar 2026

Der Lichtdruck ähnelt dem ➥ Bromöldruck. Statt des Papiers wird eine solide Glasplatte als Unterlage für das druckende, gehärtete Chromgelatinerelief verwendet. Während die Gelatine trocknet, steigen in ihr Wasserteilchen nach oben und sprengen die bereits getrocknete Oberflächenhaut. Dadurch bilden sich feine Risse. Auf dieser sogenannten „Runzelkorn- Oberfläche“ wird direkt ein ungerastertes Negativ aufbelichtet. Dabei wird die Chromgelatineschicht vom UV-Licht proportional zur Transparenz (Dichte) des Negatives gehärtet. Diese gehärtete Schicht ist der Farbträger.
Nach dem Anfeuchten dieser Gelatinedruckform quellen wenig gehärtete, also wenig belichtete Stellen wie bei der Lithographie auf und stoßen beim Druck die fetthaltige Farbe ab, auf stark belichteten, also gehärteten Stellen bleibt die Farbe dagegen beim Aufwalzen haften und kann beim Drucken an das Papier abgegeben werden.
Die Colotypie / Albertotypie wird als „Königin der Reproduktionsverfahren“ angesehen, da dieses Druckverfahren ohne künstliches Raster auskommt und sich damit Faksimiles von höchster Farbgenauigkeit und Brillanz erzeugen lassen.
Das feine Runzelkorn kann alle Tonwerte vom tiefsten Schwarz bis zum lichten Weiß wiedergeben. Lichtdrucke sind mit dem Fadenzähler am charakteristischen würmchenförmigen Rasterkorn zu erkennen. Wegen der im Verhältnis zu den technisch üblichen Verfahren aufwändigeren Herstellung ist er jedoch wenig verbreitet und nur Spezialdruckereien vorbehalten. Die Platte ist ein empfindlicher Druckstock für ca. 100 Drucke. Die Handwerker der Jahrhundertwende erreichten Auflagen von 500 -1000 Exemplaren. Sie benutzen dazu spezielle Lichtdruckpressen mit zwei Farbwerken. Weil das Verfahren extrem zeitaufwendig und die Druckform aus Glas sehr empfindlich ist, wird es heute fast nur noch für exklusive Faksimile-Kunstreproduktionen in spezialisierten Werkstätten angewandt.
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