Mathematik für Radierer

Mathematische Berechnungen in der bildenden Kunst? Nicht nur der „Goldene Schnitt“ ist für Künstler bedeutsam. Für den Tiefdrucker und den Fotografen ist die Beherrschung der mathematischen Grundlagen das Gerüst für handwerkliche Präzision und künstlerische Reproduzierbarkeit. Wer sich mit dem Mischen von Ätzlösungen, der Lichtempfindlichkeit von Emulsionen oder der Farbmischung beschäftigt, stellt schnell fest, dass Formeln die Ergebnisse reproduzierbarer machen.

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Update: 5.Februar 2026


Unterkapitel

In den folgenden Unterkapiteln werden die spezifischen Formeln und Methoden behandelt, die den Arbeitsalltag im Atelier erleichtern. Sie finden die Umrechnung von Maßeinheiten, die für den Import internationaler Rezepte (etwa von Unzen in Gramm) unerlässlich ist, sowie die Berechnung von Belichtungszeiten, die physikalische Gesetzmäßigkeiten in praktische Tabellen übersetzt. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Mischungsrechnung für das Ansetzen chemischer Bäder, damit die Chemie der Bäder stets reproduzierbar bleibt.

Belichtungsmathematik

Bei Edeldruckverfahren und fotografischen Bädern kommt das „Abstandsgesetz“ der Optik zum Tragen: Wird eine Lichtquelle doppelt so weit entfernt positioniert, verringert sich die Lichtintensität auf dem Papier im Quadrat der Entfernung auf ein Viertel. Nur mit diesem Wissen wird eine Formatänderung auf größere Formate planbar.
Hier finden Sie Formeln zur Berechnung der korrekten Belichtungszeit von Fotopolymerplatten in der Radierung. Erläutert wird die Berechnung des Belichtungsfaktors, um gleichmäßige Ergebnisse beim Übertragen von Motiven zu erzielen. Ziel ist die präzise Steuerung des fotografischen Ätzprozesses.

Dichte und Baumé-Grade

Ein zentrales Feld für Berechnungen ist die Chemie der Ätzbäder. Die Konzentration einer Lösung – etwa von Eisen(III)-chlorid oder Salpetersäure – bestimmt maßgeblich die Ätztiefe und damit die Farbaufnahme der Platte. Daher Mischungsrechnen und der Umgang mit Prozentangaben zentral, um die Aggressivität eines Ätzbades zu steuern. Ein kleiner Rechenfehler beim Verdünnen einer Säure kann den Unterschied zwischen einer feinen, silbrigen Linie und einer „zerschossenen“, tiefschwarzen Furche bedeuten.
Besonders bei der Aquatinta, stehen Ätzzeit und Ätztiefe im Verhältnis zur Konzentration des Bades. Das Erstellen von präzisen Stufentabellen erschließen dem Künstler eine reproduzierbare Palette an Grautönen. Dieser Abschnitt behandelt die Messung und Umrechnung von Dichtegraden chemischer Lösungen, insbesondere der Umwandlung historischer Angaben durch Grad Baumé. Die Dichte von Ätzmitteln (wie Salpetersäure oder Eisenchlorid) ist für die Ätzgeschwindigkeit und -tiefe entscheidend. Mit diesen Umrechnungen können historische Anleitungen umgesetzt werden.

Kostenkalkulation

Bei der Materialkalkulation für den Druck der Auflage geht es um erkleckliche Summen. Gutes Papier ist teuer. Wie viel Papier und Farbe wird für eine Auflage von 50 großformatigen Blättern benötigt? Wie berechnet man den Verschnitt bei teuren handgeschöpften Büttenpapieren? Wie stimmt man die Papier- und Plattengrößen bereits in der Vorplanung harmonisch aufeinander ab, sodass kein unnötiger Abfall entsteht? Bei der Konstruktion von Druckgrafiken ist Geometrie unverzichtbar – sei es bei der Berechnung von Bildformaten im „Goldenen Schnitt“ oder bei der präzisen Positionierung der Platte auf dem Druckbogen durch Passerberechnungen. Hier geht es um die Kalkulation der Herstellungskosten einer Grafik. Es werden Faktoren wie Materialverbrauch, Arbeitszeit und Fixkosten berücksichtigt. Dies ermöglicht es zudem, realistische Verkaufspreise für den Verkauf festzulegen.

Lösungsmathematik

Das Kapitel erklärt die chemischen und mathematischen Regeln für das Ansetzen und Verdünnen von Ätzlösungen und anderen chemischen Bädern. Es behandelt beispielsweise das Mischen von verschiedener Konzentrationen, um die gewünschte Sollstärke zu erhalten.

Maße und Gewichte

Dieser Teil dient als Referenz für die Umrechnung von historischen Einheiten, Maßen und Gewichten in heute gebräuchliche Normmaße. Angegeben sind Umrechnungsfaktoren und historische Maßangaben. Damit können Sie alte Rezepturen korrekt nachvollziehen und anwenden.


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