Gefahrenhinweise für Ätzradierung und Fotochemie

Der Autor: Diese Website zur Ätzradierung kann Ihre Gesundheit gefährden!
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Diese Website zeigt Auszüge aus meinem Buch: "Neue und alte Techniken der Radierung und Edeldruckverfahren" - ein alchemistisches Werkstattbuch - ISBN 978-3000356193 - Alle Rechte vorbehalten - © Copyright Wolfgang Autenrieth 2015
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D-W003 Warnung vor giftigen Stoffen ty
Damit Sie gesund bleiben1… Die Ätzradierung ist ein chemischer Prozeß. Auch die verschiedenen Manipulationen und Varianten benötigen unterschiedliche, teils hochgiftige Chemikalien. Ich konnte nicht alle beschriebenen Verfahren selbst testen, die meisten sind der Fachliteratur entnommen. Für die Richtigkeit aller Angaben kann ich keine Garantie übernehmen. Schon ein Tippfehler, der aus einem Chlorid ein Chlorat macht, kann eventuell explosive Folgen haben. Ich lege es daher jedem Leser anheim, die nötige Sorgfalt, Vorsicht und Behutsamkeit zu üben. Ich bin Photograph, Lehrer und Grafiker, aber nur Hobby-Chemiker. Eine Haftung kann nicht übernommen werden. Die Gefahrenhinweise im Chemikalienverzeichnis und im folgenden Text sind sehr ernst zu nehmen!Quelle: http://www.radiertechniken.de
Bitte beachten Sie die R- und S-Sätze! Was es damit auf sich hat, können Sie am Ende des Buches nachschlagen. Dort habe ich die für die Ätzradierung, Herliogravure und für fotochemische Verfahren verwendeten Chemikalien beschrieben, historische Bezeichnungen in heutige Bezeichnungen und Formeln übertragen sowie Gefahrenpotentiale und R- und S-Sätze angegeben. Quelle: http://www.radiertechniken.de
Für die Erstellung des Chemikalienverzeichnisses habe ich mehrere Wochen in verschiedenen Bibliotheken verbracht – als das Buch entstand, war die schnelle Informationsbeschaffung durch das Internet noch nicht möglich. Das Verzeichnis ist für die Leser meines Buches zugänglich. Hier sehen Sie Vorschau meiner Arbeit. Vielleicht lesen Sie mein Buch ja ebenfalls „oldfashioned“ in der Bibliothek. Hier finden Sie eine Liste der Bibliotheken, die mein Buch besitzen.

Beachten Sie unbedingt die grundlegenden Unfallverhütungsregeln bei Ätzradierung und Edeldruckverfahren:

  • Sorgen Sie beim Ätzen immer für Frischluftzufuhr , am besten arbeiten Sie im Freien oder unter einem starken Abzug.
  • Chemikerregel, vor herausspritzender Chemie warnend:
  • Gieß nie Wasser in die Säure, sonst geschieht das Ungeheure!
  • Diese Regel gilt genauso für Laugen!
  • Zum Verdünnen müssen Sie die konzentrierte Säure oder Lauge ins Wasser giessen, niemals umgekehrt!
  • Waschen Sie Spritzer in die Augen sofort mit viel Wasser aus und suchen sofort einen Augenarzt auf! (Brillenträger haben’s hier ausnahmsweise besser als andere und leben etwas sicherer.)
  • Spülen Sie bei Hautverätzungen durch Säure sogleich mit viel Wasser ab und suchen bei Verätzungen einen Hautarzt auf.

Vorsicht! Salpetersäure!

Bei der Ätzradierung wird u.a. mit Salpetersäure gearbeitet. Verschüttete Salpetersäure darf niemals mit Sägemehl, Putzwolle, einem textilen Lumpen, Erde und ähnlichen Materialien aufgewischt werden. Quelle: http://www.radiertechniken.de

Bei Kontakt mit organischen Stoffen reagiert Salpetersäure mit einer heftigen Entwicklung nitroser Gase (braune und rote Dämpfe), deren Einatmen lebensgefährlich ist. Verwenden Sie einen Kunststoffschwamm und viel Wasser! Neutralisieren Sie verschüttete oder unbrauchbar gewordene Salpetersäure mit Natronlauge (Kontrolle mit Lakmuspapier). Aus HNO3 und NaOH ensteht dabei das relativ harmlose Natriumnitrat NaNO3 (=Düngersalz) und Wasser H2O.

Nitric acid fuming
Rauchende Salpetersäure, By W. Oelen (http://woelen.homescience.net/science/index.html) [CC-BY-SA-3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)], via Wikimedia Commons

Nitrose Gase zerfressen die Schleimhäute und die Lunge (Lungenödem). Die Einwirkung dieser Gase macht sich erst nach ca. 12 Stunden und mehr bemerkbar und kann zum Tode führen. Sind nitrose Gase eingeatmet worden, muss unbedingt ein Arzt aufgesucht werden. Jede unnötige Bewegung ist zu vermeiden, künstliche Beatmung zu unterlassen.
Tragen Sie bei allen Arbeiten mit Chemikalien unbedingt Handschuhe . Die Handschuhe müssen gegen diese verwendeten Chemikalien resistent sein. (Nitroverdünnung frißt bestimmte Kunststoffe!)

Fotografische Entwickler enthalten alkalische Zusätze, sowie Metol und Hydrochinon, die hautreizend sind. Dringen sie durch kleine Hautrisse ein, gelangen sie in die Blutbahn, schädigen insbesondere die Schweißdrüsen und reizen das Hautgewebe. Viele Berufsfotografen wurden durch Hautekzeme berufsunfähig.

Chromverbindungen (besonders Chromsalze) können offene und sehr schwer heilende Ekzeme verursachen („Chromkrätze“). Ammoniumbichromat und Kaliumbichromat sind giftige, krebserzeugende Chromverbindungen und greifen die Haut an. Ammoniumbichromat zählt zu den explosionsgefährlichen Stoffen.Quelle: http://www.radiertechniken.de

Es ist strikt verboten, Chemikalien in Wein-, Bier- oder sonstigen Getränkeflaschen aufzubewahren!. Denken Sie dabei nicht an sich, sondern an Gäste und Kinder! Die Unfallverhütungsvorschriften der Berufsgenossenschaften bestimmen, dass Firmen bei Zuwiderhandlungen mit Ordnungsstrafen bis zu 10.000 DM bestraft werden. Dies zeigt, welche Gefahr der Gesetzgeber der nicht sachgemäßen Lagerung von Chemikalien beimisst. Kennzeichnen Sie alle gefährlichen Chemikalienflaschen mit einem Totenkopf!

Verschließen Sie Säureflaschen mit einem Glas- oder Kunststoffverschluß, nicht mit einem Korken. Salpetersäure reagiert mit organischem Material heftig.Quelle: http://www.radiertechniken.de

Salpetersaeure
Salpetersäure-Flaschen By The viewer (David Mülheims) (Own work) [GFDL (http://www.gnu.org/copyleft/fdl.html) or CC-BY-SA-3.0-2.5-2.0-1.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)], via Wikimedia Commons

Im Text habe ich immer wieder chemische Nebenbemerkungen eingefügt. Wer in Chemie nicht so sehr bewandert ist, sollte die entsprechenden Stellen trotzdem überfliegen, sich dabei nicht abschrecken lassen und nicht versuchen, jeden Sachverhalt genauestens nachvollziehen zu können. Eine Radierung gelingt Ihnen auch ohne dieses Wissen. Je mehr sie darüber lesen, umso klarer wird’s. Und: mit dem Hintergrundwissen gelingen Ihre Radierungen variantenreicher, zielgesteuerter und sicherer.

Doch nun – Bange machen gilt nicht!
Falls Sie die angegebenen Vorsichtsregeln beherzigen, kommen Sie unbeschadet zu Ihren künstlerischen Ergebnissen.Quelle: http://www.radiertechniken.de

Ich möchte Ihnen noch zwei Zitate Christa v. Helmolts mit auf den Weg geben:
„Die gute Radierung ist nicht vom Himmel gefallen, sondern entstanden im Salpetersäuredampf einer modernen Hexenküche.“ und : Das Radieren „ ist heute eine höchst elitäre Kunstausübung und die Radierung die Perle unter den Drucktechniken. Und auch das ist ganz legitim: schließlich entstammt – über den Kupferstich – die Radierung ja den Werkstätten der Goldschmiede.“

Noch eins von Goethe:
„Gott segne Kupfer, Stichel und Stift und Werkzeuge der Wiedergabe, so dass das Gute, das einmal vorhanden, in unzähligen Abbildern vor der Vergessenheit gerettet werde..“

1 Bildnachweis: Gefahrenkennzeichen von Torsten Henning (drawn by Torsten Henning) [Public domain], via Wikimedia Commons

Literatur







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