Korrektur von Fehlerstellen

Manuelle Korrektur

Tipps zum Schleifen

Tipps zum Schleifen der Platte finden Sie im Kapitel „Schleifen und Polieren“ im Buch

Kratzer

Sehr tiefe Kratzer werden etwas mühsam entfernt: Auf der Plattenrückseite markieren Sie mit Hilfe eines Probeabzuges und Pauspapier die Stelle, an der der Fehler ist. Dann schaben Sie den Fehler an der Vorderseite ab, bis er nicht mehr zu sehen ist.

Hayters Tipps:

Zuerst polieren Sie mit „scotch stone“ und Wasser die Spuren des Schabers heraus. Mit Weidenholzkohle („charcoal“) entfernen Sie die feinen Kratzer des Scotchstone. Mit Metall-Polierpaste („jewelers rouge“), oder feinstem Nassschliffpapier entfernen Sie das leichte Kohlegrau.

Treiben Sie anschließend an der auf der Rückseite gekennzeichneten Stelle das Kupfer auf einem planen Amboss durch vorsichtiges Hämmern wieder auf das ursprüngliche Level.

Schneller geht es, wenn Sie ein oder zwei Lagen Papierfetzen an die gekennzeichnete Stelle auf der Plattenrückseite kleben, die Vorderseite mit einem Blatt Papier schützen und das Ganze ein- zweimal durch die Presse quetschen. Kleistern Sie das Papier etwas ein, dann verrutscht es nicht. Mit etwas Wasser lässt es sich leicht wieder ablösen.

Sehr feine Kratzer können Sie mit dem Polierstahl entfernen. Dazu polieren Sie mehrmals in Richtung des Kratzers, bis sich das Kupfer über ihm wieder schließt.

Manuell mit Polierstahl / Schaber

Mit dem Polierstahl können geätzte Linien und Aquatintapartien flachgedrückt (herauspoliert) werden.

Verätzte, also zu tief geätzte Partien, glätten Sie mit dem Polierstahl. Dazu geben Sie etwas Öl auf die Platte und entfernen mit einem weichen Lappen ab und zu die Metallspäne, die sonst die Platte zerkratzen. Rembrandt hat ganze Personengruppen auf seinen Platten mit dem Schaber wieder entfernt und neu überarbeitet.

Nachschleifen

Bereits geätzte Zinkplatten schleifen Sie mit Holzkohle, am besten mit Lindenholzkohle, weil darin wenig Kieselsäure enthalten ist.

Schließen von Partien

Völkner-Elektronik bietet ein Kupferspray und ein Zinkspray an, das wetterfeste Kupfer- / Zinkbeschichtungen zulässt. Auch Aluminiumsprays werden angeboten und können für Aluminiumplatten verwendet werden. Die Partikel sind so fein, dass sie die offenen Partien schließen. Die Platte muss jedoch vor dem Auftrag sorgfältig entfettet werden. Nach der Behandlung müssen Sie die Platte jedoch sehr sorgfältig und vorsichtig behandeln, damit sich die Partikel nicht mehr aus den geschlossenen Partien lösen.

Auch Glattlack, den Sie schnell und zügig über die betreffenden Stellen verreiben, setzt sich in Linien fest und verschließt sie.

Genauso finden Sekundenkleber für diesen Zweck Verwendung. Vorsicht! Verreiben Sie Sekundenkleber nicht mit den Fingern – es könnte sein, dass ihr Arzt die Finger anschließend mit dem Skalpell trennen muss!

Herauspolieren unerwünschter Stellen

Überflüssige Linien/Punkte können mit Lötzinn entweder kaltgelötet (hineingedrückt und weggeschabt) oder warmgelötet werden. Dazu wird bei einem Loch ein Grat aufgeworfen, in die Vertiefung ein Span Lötzinn gepresst und der Grat mit dem Polierstahl darüber gedrückt und poliert. Anschließend können Sie noch anschmelzen. Beim Aufbringen der Farbe nicht zu stark erhitzen. Zinn hat eine Schmelztemperatur von 232°C.

Heraustreiben

Sie messen zuerst die Stelle mit dem Fühlzirkel aus und kennzeichnen sie auf der Plattenrückseite. Dann legen Sie die Platte auf einen kleinen Stahlamboss und hämmern mit der Treibpunze von der Rückseite her die Stelle flach.

Herausschleifen

Nehmen Sie kleine, scharfe Schleifsteine, polieren anschließend mit Bimssteinmehl und Wasser und glätten mit einem Putzballen aus Kork, Leder oder mit Lindenschleifkohle und Öl. Polieren können Sie dann mit weißer Tonerde in Spiritus.

Teilbereiche nachätzen

Vorbemerkung

Ungeachtet der Technik, die für das Nachätzen verwendet wird, erreichen die Linien niemals wieder die Klarheit und Präzision wie beim ersten Ätzen. Wenn dieser Effekt ausgeschlossen werden, ist es besser, die Linien mit senkrecht gehaltenem Stichel nachzuziehen.l

Schleifpapiertechnik

Problem:

Sie wollen mit Schleifpapier sehr feine Grautöne erzeugen. Durch Kratzen im Abdecklack würden die Linien zu breit

Lösung:
Picasso hat bei einer Stadtansicht folgende Technik angewendet: Er kratzte in die nicht abgedeckte Platte mit Schleifpapier und walzte die Platte dünn mit Buchdruckfarbe ein. Die feinen Rillen blieben für die Nach- und Tieferätzung frei.

Schutz erhaben stehender Partien

Problem:
Sie wollen nur bestimmte Teile der Platte nachätzen

Lösung:
Sollen nur bestimmte Teile der Platte nachgeätzt werden, wird die Platte zuerst flach an der Oberfläche wie ein Hochdruckstock mit Farbe eingewalzt und mit Gummi arabicum bestäubt. Das nicht haftende Gummi arabicum oder Asphaltpulver wird mit Pressluft ausgeblasen, das verbliebene Pulver durch Erhitzen der Platte eingebrannt.

Abdecken mit Zwei – Plattenmethode

Problem:
Ihre gezeichneten Linien oder Aquatintaflächen sind nicht tief genug

Lösung:
Reinigen und entfetten Sie zuerst die Platte mit Talkum und Ammoniak. Im Normalfall wird die Platte beim Einwalzen komplett abgedeckt und die vorhandenen Linien werden wieder mit Ätzgrund gefüllt, weil die Walze zu viel Abdecklack aufnimmt. Sie können die Platte jedoch auch so abdecken, dass nur die Oberfläche bedeckt ist, und die Linien frei bleiben.

Dazu legen Sie auf die Heizplatte neben die zu behandelnde Platte eine Platte gleicher Größe und walzen diese mit Abdecklack ein. Anschließend nehmen Sie mit einer sauberen Walze diesen Abdecklack von der Platte wieder ab und übertragen ihn auf die zu korrigierende Platte, ohne die Linien zu füllen. Danach können Sie die offenen Linien nachätzen.

Abdecken mit Nachätzgrund

Problem:
Ihre gezeichneten Linien oder Aquatintaflächen sind nicht tief genug

Lösung:
Krejca beschreibt für das Nachätzen einen besonderen Nachätzgrund, der auf die leicht erhitzte Platte mit einer kleinen Gummiwalze aufgewalzt wird, so dass die bereits geätzten Linien frei bleiben:

Zutaten:

  • 500 gr Kupferdruck- oder Buchdruckfarbe
  • 15 gr Bienenwachs
  • 10 gr Stearin

Ansatz
Die Zutaten zusammenschmelzen, auf einer separaten Metallplatte mit der Walze auswalzen und vorsichtig auf die zu behandelnde Platte auftragen.
Geätzt wird mit schwacher Säure.

Nachätzen mit der Magnesiamethode

Problem:
Ihre gezeichneten Linien oder Aquatintaflächen sind nicht tief genug

Lösung:
Diese Methode aus der Autotypie arbeitet mit folgenden Schritten:

  • Die Platte erhält ihre gewünschte Abdeckung und wird zuerst angeätzt, dann wird sie mit Samt oder einer weichen Bürste ausgewaschen.
  • Die Platte mit Magnesia einweißen
  • Die Platte an der Oberfläche dünn mit Farbe einwalzen (Leder- oder Massewalze), so dass die zu ätzenden weiß sichtbaren Linien frei bleiben.
  • Mit Asphalt oder Ätzschichtpulver einstäuben
  • Einbrennen
  • Platte waschen – Die Farbe hält nicht auf dem Magnesiapulver und löst sich
  • Tiefer ätzen.

Deckweißmethode

Problem:
Ihre gezeichneten Linien oder Aquatintaflächen sind nicht tief genug

Lösung:
Füllen Sie die vorhandenen Linien mit Deckweiß oder einer Paste aus Milch und Kreide, die in den Linien trocknet. Anschließend wischen Sie die Oberfläche sauber blank und walzen mit Ätzgrund ein. In der Säure löst sich der Ätzgrund über den Linien ab und die Linien werden tiefer geätzt

Hinzuätzen von Linien

Problem: Sie wollen Linien hinzuätzen, die alten Linien sollen nicht verändert werden.
Lösung: im Buch….

Fehlerursachen bei Edeldruckverfahren

Schicht schwimmt ab

Die Angaben stimmen nicht für Beschichtungen mit Fischleim.

Fehlermöglichkeiten:

  • zu dick präpariert
  • zu kalt geschleudert
  • zu kurz belichtet
  • zu lang entwickelt

Kopie tont, ist verschleiert

Fehlermöglichkeiten:

  • zu stark angeraut
  • Blaulack zu dünn, Fischleim zu dick präpariert
  • zu heiß geschleudert
  • zu lange belichtet
  • nicht genug entwickelt

Kopie ist verschmutzt

Fehlermöglichkeiten:

  • Kopierschicht wurde nicht filtriert
  • Schleuder war nicht sauber

Notwendiger Hinweis

Online sehen Sie ‘nur’ Auszüge aus der gekürzten Vorversion meines Buches “Neue und alte Techniken der Radierung und Edeldruckverfahren” aus dem Jahr 1997. In der aktuellen, nochmals erweiterten 7. Auflage 2020 enthält das Buch auf 232 Seiten sehr viel mehr Tipps, Tricks und Rezepturen, ein umfangreiches Chemikalienverzeichnis, eine ausführliche Bibliographie, zahlreiche Korrekturen u.v.a.m. Im Buch sind die Bezeichnungen der Chemikalien in standardisierte Begriffe übersetzt sowie Quellen angegeben.
➥ Wege zum Buch

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