Beschichtung mit Transferpapier

Beschichtung vom Laserdruck mit Transferpapier

Das Verfahren beruht auf den Eigenschaften des Laserdruckes. Ich war lange Zeit der Meinung, dass hier Farbpartikel auf das Papier aufgebracht werden. Es handelt sich jedoch um schwarzes Kunstharzpulver, das auf das Papier aufgeschmolzen wird. Über die Webseite eines Hobby-Elektronikers habe ich erfahren, dass Elektroniker diesen Umstand nutzen, um ihr Leiterplattenlayout auf die Platine zu kopieren und die frei liegende Schicht anschließend abätzen. Der Hobby-Elektroniker verwendete dazu stark geleimte, dünne und glatte Seiten aus Zeitschriften. Mit Seiten aus dem „Spiegel“, die ich einseitig am oberen Rand mit Klebestift auf normales Papier geklebt hatte, konnte ich darauf passable Übertragungen erzielen.

Laserdruck Transfer auf Platine
Laserdruck Transfer auf Platine, erster Versuch, 7 x 5 cm

Über einen chinesischen Händler habe ich „Transferpapier für Leiterplattenlayouts“ gekauft, das recht gut funktioniert – und die o.g. „schwäbische Methode“ ersetzt. Dieser Laserdruck wird dann auf die gut entfettete und vorgeheizte Kupferplatte gelegt und mit einem Bügeleisen auf die Platte „umgeschmolzen“. Anschließend habe ich eine Aquatinta aufgebracht, die SEHR vorsichtig angeschmolzen werden muss,l damit der Kunststoff nicht zerfließt, sich ablöst oder zerraucht. Weil der Kunststoff aus dem Laserdrucker resistent gegen Ätzlösungen ist, kann die Platte geätzt werden. Mit Farblöser / Waschbenzin lässt sich die Platte anschließend reinigen und drucken – oder weiter bearbeiten.

Laserdruck mit Transferpapier und Aquatinta nach Ätzung 21x30cm
Laserdruck mit Transferpapier und Aquatinta nach Ätzung 21x30cm

 

Laserdruck mit Transferpapier und Aquatinta nachÄtzung 21x30cm
Laserdruck mit Transferpapier und Aquatinta nach Ätzung 21x30cm

  Ich habe auch Experimente mit „Fotopapier“ für Tintenstrahldrucker durchgeführt und dieses mit dem Laserdrucker auf der beschichteten Seite bedruckt. Nach dem Aufbügeln hielt das Papier bombenfest auf der Kupferplatte. ;-) Nachdem ich die auf diese Weise „kaschierte“ Platte über Nacht in warmes Wasser gelegt hatte, könnte ich das Papier am nächsten Tag mit einer Spülbürste und den Fingern vorsichtig abrubbeln. Die Kopie blieb ätzfest stehen.

Laserdruck Transferpapier Aquatinta nach Ätzung 21x30cm
Bombeneinschlag mit Fahrzeug. Laserdruck mit Transferpapier Aquatinta nach Ätzung 21x30cm

  Die Methode ist auch mit handelsüblichen Fotokopierern durchführbar – dadurch erweitert sich das Format auf A3. Noch nicht getestet habe ich die Idee, glattes Papier mit Silikonspray zu imprägnieren, da ich befürchte, meinen Laserdrucker zu beschädigen. Im Laserdrucker wird der Toner über eine heiße Silikonwalze auf das Papier geschmolzen.

Übertragung ohne Bügeleisen und Hitze

Der Laserdruck kann auch auf chemische Weise vom Papier auf die Kupferplatte übertragen werden. Dazu mischt man 50% Aceton mit 50% reinem Alkohol Der Laserdruck wird mit Klebeband einseitig an der Platte befestigt, sodass man nach dem Imprägnieren passgenau „umklappen“ kann. Nun werden sowohl Platte als auch der Laserdruck vorsichtig und dünn mit der o.g. Mischung eingesprüht, der Druck Schicht auf Schicht auf die Platte umgeklappt und vorsichtig aufgerieben – ohne dass Platte und Papier gegeneinander verrutschen. Zum Ablösen wird die Kombination mehrere Stunden in warmes Wasser gelegt, dem einige Spritzer Spülmittel beigegeben wurden. Dann lässt sich das Papier vorsichtig von der Platte abrubbeln und anschließend kann Aquatinta aufgebracht und geätzt werden. Detailliert anzusehen hier: https://www.youtube.com/watch?v=XGvP0mEEXu8 Stay tuned. Ich bin gespannt, wie die Drucke ausfallen.

Bezugsquellen

🛒Thermo-Transferpapier für Platinen


Anmerkungen:
Diese Onlineversion basiert auf dem ersten Buchmanuskript von 1997. Die Website ist mit dem Buch nur noch in Ansätzen vergleichbar, enthält nur einen Teil der Informationen vom Buch und kann auch nicht korrigierte Fehler enthalten. Während die einzelnen Seiten dieses Webauftritts oft nur wenige, kurze Absätze enthalten, ist das Buch aktuell zweispaltig und mit minimalem Rand auf 232 DIN-A4-Seiten bedruckt, weil die zahlreichen Informationen nur noch so zwischen zwei Buchdeckel passen. Das Buch enthält nur wenige Illustrationen, dafür umso mehr „Input“. Als ergänzender ‚Bildspeicher‘ dient dieser Onlineauftritt. Nun ist das Buch in der mehrfach korrigierten und erweiterten 7.Auflage aus dem Jahr 2020 erhältlich.

Sicherheitshinweis:
Informieren Sie sich vor der Anwendung der Rezepturen unbedingt auch aus anderen Quellen! Beachten Sie das Kapitel ➥ Vorsicht Chemie!
Die Rezepturen sind der (historischen) Fachliteratur entnommen und wurden erst teilweise selbst getestet. Die Rezepturen können (Übertragungs-)Fehler enthalten.
Quellenangaben zur Herkunft der Rezepturen sind im Buch enthalten. Ich empfehle dringend, sich nicht allein auf die Angaben zu verlassen, die auf dieser Internetseite angezeigt werden, sondern sich vor Anwendung der Rezepturen stets die Etiketten, Warnhinweise und Anleitungen durchzulesen, die mit den Chemikalien geliefert werden und fachkundigen Rat einzuholen. Chemikalien (und auch Naturstoffe) können karzinogen, erbgutschädigend und gesundheitsschädlich sein. Verwenden Sie Schutzmaßnahmen.

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