Chromeiweißkopie

Neue und alte Techniken der Radierung und Edeldruckverfahren

- ein alchemistisches Online-Werkstattbuch (auch ▶ als Buch in der "extended version 2010" (232 Seiten A4, 6.Auflage) erhältlich)
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Albumen print (engl.)

„Wird Eiweiß mit Bichromat gemischt und dem Licht ausgesetzt, so wird es wasserunlöslich. Abgedeckte und somit unbelichtete Stellen bleiben wasserlöslich und können ausgewaschen werden. Wird der Mischung Farbpulver zugefügt, so erhält man eine Art lichtempfindlicher Aquarellfarbe, mit der man durch Kopie über ein Negativ ein Bild aufkopieren kann. Das ‚Chrom-Eiweiß‘ findet im Kohledruck in der Photolithographie und bei der Klischeeherstellung Verwendung. – lm Holzstich verwenden wir die Eiweißkopie zur Übertragung es Entwurfs auf die Druckplatte. Die Arbeit damit ist einfach, billig und wandelbar. Sie ist besonders für die mehrmalige Übertragung beim Farbstich von Vorteil. Kalium- oder Ammoniumdichromat und Eiweißpulver oder Albumin kauft man in der Apotheke. Mit je 50 Gramm können einige Quadratmeter Platten gestrichen werden.Quelle: http://www.radiertechniken.de

Vorsicht! Kalium- und Ammoniumdichromat sind Krebs erzeugende Chemikalien.

Stäube keinesfalls einatmen! Handschuhe!

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Ogawa Kazumasa (auch:Ogawa Isshin) (1860-1929), – Samurai in historischer Rüstung, ca. 1880, colorierter Eiweißdruck, via Commons.wikimedia.org, Public Domain

Die Mischung kann verschieden hergestellt werden: Beide Pulver können trocken oder in Wasser konzentriert gelöst, gemischt werden. Oder man bewahrt gelöstes Bichromat in einer Flasche und mischt vor dem Gebrauch einen Pinsel voll mit Eiweiß. Mit einem Fingerhut voll kann man eine Platte in der Größe eines Briefes streichen. – Bei der Mischung kommt es nicht so genau auf das Verhältnis an. Je mehr Bichromat, um so schneller wirkt die Belichtung. – Wird Eiweiß von Eiern verwendet, so wird dieses schaumig geschlagen dann lässt man es absetzen, passiert es durch ein Tuch und mischt es mit Bichromat. Dem ‚Chrom-Eiweiß‘ wird irgend ein Farbpulver zugeführt, meistens gebrannte Siena. Die Farbmischung kann stark variieren. Dünne Lösung und dünner Auftrag gibt zarte Kopien, bei dickem Farbauftrag entstehen harte, kontrastreiche Bilder. – Für ein Plättchen in der Größe einer Postkarte mischt man einen Pinsel voll Farbe auf einem Teller und streicht damit die Fläche dünn an. Die Farbe wird von der Mitte zu den Rändern verteilt; dabei wird die Richtung dauernd verändert. Der zu nasse Pinsel wird auf Papier angestreift und die Farbe solange verteilt, bis sie trocken ist. – Man grundiert die Chromeiweißkopie bei hellem Licht, die Platte soll warm im Dunklen trocknen.Quelle: http://www.radiertechniken.de

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Robert Demachy: „Struggle“, Gummi- bichromate, 1904, (Public domain) via wikimedia commons

Belichtung:

Bei Sonne genügen bei Schicht auf Schicht 4 bis 8 Minuten, bei UV-Röhren und 20 cm Abstand 15 bis 30 Minuten. Glühbirnen müssen getestet werden, ob der UV-Anteil genügt.

Entwicklung:

Die belichtete Schicht wird mit Wasser und einem Wattebausch durch zartes Darüberwischen entwickelt. Unbelichtete Stellen sind wasserlöslich und lösen sich von der Platte ab.“Quelle: http://www.radiertechniken.de

Fischleim-Kopie

  • =Chromleimkopie

Zutaten:

  • Fischleim
  • La-Page-Leim
  • Ammoniumbichromat
  • Ammoniak
  • Methylviolett
  • Chromalaunlösung

Diese Methode ist besonders für die Kupferätzung geeignet, weil sie im Gegensatz zur Blaulackschicht bei den langen Ätzzeiten nicht so stark aufquillt.

Die Schicht besteht aus Fischleim, bzw. La-Page-Leim, Ammoniumbichromat und etwas Ammoniak. Fischleim wird aus den Schwimmblasen verschiedener Fische gewonnen, er ist dickflüssig, löst sich leicht in heißem Wasser oder schwachem Spiritus. Die Schicht darf nicht zu dünn sein und nur langsam geschleudert werden. Die Bildelemente werden durch Unterkopieren etwas breiter

Die Platte färben Sie nach dem Entwickeln in einem Farbbad. Sie kommt dann in ein Härtebad und wird anschließend auf 250°-300°C eingebrannt.Quelle: http://www.radiertechniken.de

Ablauf:

  • Belichten
  • Entwickeln unter kräftigem Wasserstrahl
  • Anfärben mit in Wasser gefärbtem Methylviolett
  • Härten in Chromalaunlösung

Erhitzen auf 300°C, bis sich die Schicht in glasiges E-Mail verwandelt.

Rotlack-Kopie

wird nach dem Entwickeln gefärbt, anschließend mit 250°-300°C eingebrannt. Die Rotlack-Schicht hat die höchste Empfindlichkeit bei 60% relativer Luftfeuchtigkeit. Das Kolloid ist Polyvinylalkohol.

Blaulack-Kopie

  • =Gelatinehanddruckverfahren, Schellatinehanddruck, Blaudruck, Baulackkopie

Der Blaudruck ist ein Gelatine-Hochdruckverfahren. Es wird für technische Planvervielfältigungen verwendet, falls Lichtechtheit erforderlich ist. 30 Drucke sind möglich. (=Offsetlitho?)

Arnulf Rainer hat damit gearbeitet, nennt es Schellatinehanddruck. Ausgangspunkt ist eine Transparentfolie (Strichfilm), es sind keine Grauwerte möglich .

Zutaten

  • verseiftes, wasserlösliches Schellack
  • Methylviolett
  • Spiritus
  • 2%ige Ammoniumbichromatlösung oder
    Chromsäurelösung

Das Kolloid besteht aus verseiftem, dadurch wasserlöslichem Schellack und Methylviolett als Färbemittel.

Hinweise

Die Blaulack-Kopie ist eher für Zinkplatten geeignet, weil die Schicht bei zu langen Ätzzeiten (wie bei Kupfer) zu sehr aufquillt.Quelle: http://www.radiertechniken.de

Entwicklung

Die Kopie wird nach dem Präparieren und Belichten mit Spiritus entwickelt. Legen Sie dazu die Platte auf Zeitungspapier, waschen Sie mit 50 cm³ Spirituslösung (85 Teile Spiritus, 15 Teile Wasser) aus, indem Sie aufgießen und mit einem Borstenpinsel auswaschen. Wiederholen Sie diesen Vorgang mehrmals und wechseln zwischendurch das Zeitungspapier. Dadurch gelangt keine Lösung in den Abfluß, die sich an den Wänden niederschlagen und ihn verstopfen könnte.Quelle: http://www.radiertechniken.de

Härten

Die ausgewaschene Platte muss mit Licht und Wärme gehärtet werden. Das Härten kann durch kurzes Erhitzen oder Baden in 2%-iger Ammoniumbichromatlösung oder Chromsäurelösung erfolgen. Eventuell müssen Sie die Platte mehrmals härten. Die Kopie muss nach dem Trocknen glänzen, sonst ist sie nicht säurefest.

Gründe für schlechte Kopien

zu kurze Belichtung, wäßriges Entwicklungsbad oder Schleifmittelreste auf der Platte.Quelle: http://www.radiertechniken.de

Chromkollotypie

Farbenlichtdruckverfahren nach dem Prinzip des Chromatverfahrens. (Weitere Informationen noch nicht aufgenommen)
„Leimdruck (Kollographie), Druckverfahren, die zumeist auf der Eigenschaft des belichteten Chromatleims beruhen, fette Farben anzunehmen, dagegen Wasser abzustoßen; speziell Leimtypie (Kollotypie), ein von Husnik in Prag (1887) erfundenes Verfahren, in Chromgelatine hergestellte Klischees so zu härten, daß von ihnen in der Buchdruckpresse direkt gedruckt werden kann, während man sie bisher meist nur in Formen zur Herstellung galvanischer Klischees benutzt hatte. Die Leimschicht wird dabei unter einem Negativ in Strich- oder Netzmanier belichtet, sodann auf eine Zinkunterlage, die man nachträglich durch Befestigung auf Holz auf Typenhöhe bringt, gelegt, mittels Salzen entwickelt und sodann mit Chromalaun gehärtet. Diese Leimklischees geben gute Drucke, sind rasch zu erzeugen, konnten aber die Zinkotypien und Kupferklischees nicht verdrängen. Lichtleimdruck, s. auch Lichtdruck.“ http://www.zeno.org/Meyers-1905 . 1905–1909.

Pinatypie

Zutaten:

  • Ammoniumbichromat
  • Gelatine
  • Pinatypiefarbstoff

Rosen (Pinatypie)
Ernst König:Rosen (Pinatypie) (1869-1924) Quelle: commons.wikimedia.org

Die Pinatypie ist ein Farbdruckverfahren, das über Farbauszüge Farbdrucke ermöglicht. Dazu stellen Sie zuerst schwarz-weiße Farbauszüge der drei Grundfarben her. Diese kopieren Sie als Positive auf Glasplatten, die mit Gelatine und Ammoniumbichromat präpariert sind. Nach dem Belichten waschen Sie das Bichromat und die belichtete Gelatine aus und baden das Gerbungsrelief in dem jeweiligen PinatypiefarbstoffQuelle: http://www.radiertechniken.de

  • Blaufilteraufnahme= gelber Farbstoff
  • Rotfilteraufnahme= blauer Farbstoff
  • Grünfilteraufnahme= roter Farbstoff

Anschließend werden in nassem Zustand die einfarbigen Bilder der drei Teilplatten auf gelatiniertes Papier oder eine gelatinierte Glasplatte durch Abgabe des Farbstoffs der Matrize an die Gelatineschicht des späteren Bildträgers übertragen. (= Absaugen des Farbstoffes)

Achtung! Lesen Sie unbedingt das Kapitel: Vorsicht! Chemie!


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Hier sehen Sie nur das Ur-Manuskript aus dem Jahr 1997
- das Buch ist in der 6. überarbeiteten und illustrierten Auflage 2010 erhältlich. 232 Seiten A4, mit umfangreichem Chemikalien- und Literaturverzeichnis

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Neue und alte Techniken der Radierung und Edeldruckverfahren
Vom Hexenmehl und Drachenblut zur Fotopolymerschicht
Tipps, Tricks, Anleitungen und Rezepturen aus fünf Jahrhunderten
erfahren, erlesen, erfunden und gesammelt von Wolfgang Autenrieth
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Patenschaft für die Gemeinde Bisoro in Burundi

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