Foto- Gummidruck

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Diese Website zeigt Auszüge aus meinem Buch: "Neue und alte Techniken der Radierung und Edeldruckverfahren" - ein alchemistisches Werkstattbuch - ISBN 978-3000356193 - Alle Rechte vorbehalten - © Copyright Wolfgang Autenrieth 2015

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Gummidruck (dt.), Gum bichromate (engl.) , Gomme bichromatée (frz.)

Vorbemerkung/ Materialbedarf

Die Vorgehensweise beim Foto-Gummidruck entspricht weitgehend der Herstellung des Pigmentpapiers, mit einigen wenigen Änderungen.Quelle: http://www.radiertechniken.de

Junge Frau auf einer Wiese
Nicola Perscheid: Junge Frau auf einer Wiese, Gummidruck, um 1900, Quelle: commons.wikimedia.org

Um die Jahrhundertwende war der Fotogummidruck sehr populär. Das Papier wird mit einer Emulsion aus Gummiarabikum (daher der Name Gummidruck), Bichromat und meist erdigen Farbpigmenten beschichtet. Im Gegensatz zum Pigmentpapier belichten Sie das Papier mit einem Negativ im Kontaktverfahren. Dabei wird die Emulsion wie beschrieben an den belichteten Stellen gehärtet und somit wasserunlöslich, während sich die unbelichteten Stellen auswaschen lassen.Quelle: http://www.radiertechniken.de

Zutaten:

  • 35-40 g gepulvertes Gummi arabicum
  • 1 kleines Stück Kampfer – ich verwende Para = Konservierungsmittel für Fruchtsäfte. Kampfer kann Allergien auslösen!)
  • 15 g Kaliumbichromat
  • 15 g Ammoniumbichromat
    (besser Kaliumbichromat, weil Ammoniumbichromat stark krebserzeugend ist)
  • Aquarellfarbe (Schmincke aus der Tube)

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Papier

Geeignet für den Gummidruck sind etwas schwerere und rauhere Papiere, da auf ihnen die Farblösung besser haftet. (ca. 200-300g/ml )
Ein Vorkochen des Papiers verbessert die Maßhaltigkeit beim Mehrfarbendruck.

Günstiges Fotopapier für Inkjet-Drucker bekommen Sie bei Druckerzubehoer.de. Das Papier hat bereits eine schnelltrocknende, saugfähige Beschichtung und nimmt die Emulsion nur an der Oberfläche an. Dadurch benötigen Sie viel weniger Chemikalien, Entwicklung und Trocknung sind schneller. Der Reiz des Büttenpapieren verliert sich zwar, es entstehen jedoch auch neue Gestaltungsmöglichkeiten.

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Nebenbemerkungen

Fotopapiere, die ebenfalls eine Gelatineschicht als Emulsionsträger haben, sind oberflächenverleimte Papiere. Diese Verleimung an der Oberfläche verringert die Rolltendenz des Papiers. Darüber liegt eine Suspension aus Bariumsulfat (BaSO4), die ein Einsinken der Gelatineschicht in den Papiertäger verhindert, die Oberfläche glättet und bei weißem Papier die Weiß-Rückstrahlung erhöht. Für den Gummidruck können Sie das Papier entsprechend selbst beschichten.Quelle: http://www.radiertechniken.de
Unbarytierte Papiere (Naturpapiere) erhalten zur Aufhellung im Rohpapier einen Farbstoff (z.B. chamois) (Suspension?)
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Les pommiers, Cantons de l'Est
By Nathalie Ampleman est originaire de Montréal au Québec. Elle habite depuis 2007 dans les Cantons de l’Est. Photographe de formation et artiste d’expérience, elle explore différentes techniques d’estampes photographiques. (Own work) [GFDL (http://www.gnu.org/copyleft/fdl.html) or CC-BY-SA-3.0-2.5-2.0-1.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)], via Wikimedia Commons

Herstellen der Emulsion

Ansatz der Gummiarabikumlösung
Lösen Sie 35-40 g gepulvertes Gummiarabikum bei 20°C in 100 ml destiliertem Wasser auf. (Im Fachhandel können Sie auch fertige Gummiarabikumlösung erwerben.)

Lassen Sie die Lösung ein bis zwei Tage stehen. Weil die Gummiarabikumlösung stark zum Sauerwerden neigt, muss sie konserviert werden. In der Literatur wird empfohlen 2,5g Quecksilberchlorid zur Konservierung in die Lösung zu geben. Ich rate davon ab, denn
Quecksilberchlorid ist hochgiftig!
0,2g können bereits tödlich sein! Falls Sie damit arbeiten, bewahren Sie es für Kinder unerreichbar auf und verwenden Sie unbedingt Handschuhe!
In einem anderen Rezept wird Karbolsäure als Konservierungsmittel angegeben. Dieses ist weniger giftig, schädigt jedoch das Zentrale Nervensystem. Also auch hier: Vorsicht!Quelle: http://www.radiertechniken.de
Welte empfiehlt zum Konservieren von Leimfarben die Zugabe eines kleinen Stückchens Kampfer: „Das löst sich nicht, aber es verdunsten davon allmählich geringe Anteile und wirken konservierend ohne die Nachteile der üblichen Karbolsäure-Zusätze.“

Für den Gummidruck gibt man dieser Lösung noch 5g Aquarell- oder Temperafarbe (Schmincke) aus Tuben bei. (Mit vier Lösungen gelb-magenta-cyan und schwarz und nacheinander aufgetragenen Beschichtungen und Belichtungen können farbige Abzüge von Farbauszügen hergestellt werden). Nehmen Sie soviel Farbe, dass sie gerade deckt, aber das Papierweiß noch zu sehen ist.Quelle: http://www.radiertechniken.de

Zugabe der Sensibilisierungslösung
Mischen Sie die Gummiarabicumlösung und die Bichromatlösung zu gleichen Teilen. In einen schlanken Meßzylinder zuerst die zähflüssige Gummiarabikumlösung, dann die Bichromatlösung, gießen in ein Glas um und vermischen das Ganze gut.
Bleibt beim Entwickeln Farbstoff auf der Schicht stehen, so müssen Sie die Menge an Gummiarabicum etwas erhöhen. Löst sich die Schicht zu schnell, sollten sie etwas weniger Gummilösung nehmen.Quelle: http://www.radiertechniken.de

Gertrude Käsebier - The Bride - Google Art Project
Gertrude Käsebier (1852/1934): The Bride, 1902 [Public domain], Gummidruck Quelle: commons.wikimedia.org
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Beschichten

Die fertige Flüssigkeit wird im Kreuzverband mit dem Pinsel im Halbdunkel oder bei gedämpftem Licht aufgetragen. Das Auftragen sollte nicht länger als 15 Sekunden dauern, da die Emulsion sehr schnell anzieht und der Pinsel die angetrocknete Oberfläche wieder beschädigen kann.Quelle: http://www.radiertechniken.de
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Trocknen

können Sie das Papier mit dem Fön
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Belichten

Beim Gummidruck wird im Gegensatz zur Heliogravüre mit einem großformatigen Negativ belichtet. Papier und Negativ versehen Sie mit Passmarken, da beim Gummidruck die erste Belichtung in den seltensten Fällen sofort gelingt. Sie können dann durch nochmaliges Beschichten und Belichten die Farbstoffdicke erhöhen. Giese empfiehlt sogar eine Mehrfachbelichtung, wobei er die Zusammensetzung der Beschichtung für die Tiefenbelichtung („Kraftdruck“) und die Lichterbelichtung („Lasurdruck“) wie folgt variiert (Mengenverhältnisse zur Umrechnung):

Papier und Negativ legen Sie Schicht auf Schicht unter eine schwere Glasplatte und belichten mit einer Quecksilberdampf- UV-Lampe oder Filmleuchte. Den Abstand zwischen Lampe und Kontaktrahmen sollten Sie immer gleich halten, damit Sie die richtigen Belichtungszeiten ermitteln und notieren können. Sollten Sie den Abstand für andere Formate variieren, berechnen Sie die Belichtungszeit nach der Formel, die im Kapitel „Belichtungsmathematik“ angegeben ist.
In der Anfangszeit wurde als Lichtquelle die Sonne benutzt, die Ergebnisse sind jedoch nach Tages- und Jahreszeit sowie Wetterlage nicht vorherseh- und berechenbar.Quelle: http://www.radiertechniken.de
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Entwickeln

Das belichtete Papier lassen Sie zuerst mit der Schicht nach oben einige Minuten in einer Schale mit Wasser (18°C oder wärmer) schwimmen. Dabei trennt sich der Sensibilisator von der Emulsion als dünne gelbe Flüssigkeit.

Dann legen Sie das Papier sehr behutsam mit der Schicht nach unten in eine andere Schale mit frischem Wasser. Dabei darf die Schicht auf keinen Fall mit dem Schalenboden in Berührung kommen, da sie sich sonst ablösen kann. Während sich die unbelichteten Teile lösen, sollte immer wieder das Wasser gewechselt werden. Die ganze Prozedur dauert ca. 30-60 Minuten. Wenn die Belichtungszeit richtig war, ist die Entwicklung nach ca. einer Stunde abgeschlossen.Quelle: http://www.radiertechniken.de
Um die Entwicklung zu beschleunigen, können Sie die Schale auch etwas schräg stellen und die Schicht mit Wasser übergießen und dabei einzelne Teile mit einem weichen Pinsel überwedeln.
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Trocknen

Das Papier hängen Sie vorsichtig zum Trocknen auf.
Es ist danach sehr robust und dauerhaft. Für jede verwendete Farbe muss der Prozeß erneut wiederholt werden.
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PrimaVera1896RobertDemachy
Robert Demachy (1859-1936), „Prima Vera“ Gummidruck 1896, Quelle: commons.wikimedia.org

Bleichlösung

Zutaten:

  • 20g Kalialaun
  • 10ml konz.Salzsäure
  • 1 Liter Wasser.

Sollte das Papier gelblich sein so ist das Bichromat nicht vollständig ausgewaschen worden. Lösen Sie dann zwei Teelöffel Kalialaun in einem Liter warmen Wasser und lassen das Papier solange in dieser Lösung, bis der Fleck verschwunden ist.Quelle: http://www.radiertechniken.de
Giese empfiehlt zur Klärung (damit die Bildweißen deutlicher werden) einen Ansatz von 20g Kalialaun und 10ml konz.Salzsäure auf 1 Liter Wasser.
Anschließend müssen Sie das Papier nochmals 30 min unter fließendem Wasser wässern. Bei einer Mehrfachbelichtung wird dieses Verfahren erst am Ende durchgeführt.
Werden bei der Mehrfachbelichtung Farbauszüge als Negative benutzt und als Pigment die Farbpigmente Gelb, Cyan und Magenta verwendet, können durch Übereinanderkopieren Farbdrucke hergestellt werden.

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