Farbentheorie

Neue und alte Techniken der Radierung und Edeldruckverfahren

- ein alchemistisches Online-Werkstattbuch (auch ▶ als Buch in der "extended version 2010" (232 Seiten A4, 6.Auflage) erhältlich)
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Grundbegriffe der Farbenlehre – etwas Farbentheorie

Unser Auge kann ein begrenztes Spektrum elektromagnetischer Wellen wahrnehmen:
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By Horst Frank / Phrood / Anony (Horst Frank, Jailbird and Phrood) [GFDL or CC-BY-SA-3.0], via Wikimedia Commons

Unsere Augennetzhaut besitzt zum Farbensehen auf der Netzhaut Sinneszellen für 4 unterschiedliche Lichtwerte

Die sogenannten „Stäbchen“ sind für das Hell-Dunkelsehen zuständig und nehmen keine Farbunterschiede wahr. Sie sind etwa 10000mal so empfindlich wie die „Zäpfchen“ und helfen uns, bei Dämmerung und in der Nacht Gegenstände wahrzunehmen.

Die „Zäpfchen“ differieren in drei Empfindlichkeiten: Sie nehmen Wellenlängen des Lichtes aus dem roten, grünen und blauen Spektralbereich des Lichtes wahr. In unserem Gehirn werden diese unterschiedlichen Informationen verknüpft und daraus die ca. 16-20 Millionen wahrnehmbaren Farbnuancen ermittelt.

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By Cone-response.svg: w:User:DrBob and w:User:Zeimusuderivative work: Sgbeer (Cone-response.svg) [CC-BY-SA-3.0 or GFDL], via Wikimedia Commons

Primärfarben sind in der additiven Farbmischung (Lichtfarbenmischung) die Farben rot, blau und grün, in der subtraktiven Farbmischung (Körperfarbenmischung) die Farben gelb, magenta und cyan.

Bei der additiven Farbmischung addieren sich die Farben zu weiß, bei der subtraktiven Farbmischung subtrahieren sich die Farben die Helligkeitswerte bis zu schwarz.

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Subtraktive Farbmischung – Quelle: von Quark67 [CC-BY-SA-2.5], via Wikimedia Commons

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Additive Farbmischung – Quelle: von Quark67 (Eigenes Werk) [GFDL oder CC-BY-SA-3.0], via Wikimedia Commons

  • Sekundärfarben entstehen durch Mischen von höchstens zwei Primärfarben
  • Bunte Farben sind Farben ohne Schwarz- bzw. Komplementärfarbenbeimischung
  • Unbunte Farben sind Farben mit Schwarz- bzw. Komplementärfarbenbeimischung

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By Tilo Hauke (Own work) [Public domain], via Wikimedia Commons
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Hickethierscher Farbenwürfel

Am Hickethierschen Farbenwürfel können Sie für den Mehrfarbendruck die Farbanteile der Grundfarben zum Erreichen einer Mischfarbe ablesen.

CMYK farbwuerfel
By Original by Horst Frank, SVG version by Tokikake (Drawn myself) [GFDL or CC-BY-SA-3.0], via Wikimedia Commons

Die Farbanteile werden dabei in Prozent angegeben. Aus den 4 Grundfarben yellow-magenta-cyan und schwarz ergeben sich, je nach prozentualem Anteil der einzelnen Grundfarbe im Mischungsverhältnis, alle sichtbaren 16 Millionen Farbnuancen.

Für die Farbenätzung bedeutet dies folgendes:
Drucken Sie yellow, magenta und cyan jeweils als gleich starke, gleich tief geätzte Partien übereinander, so erhalten Sie als Mischungsfarbe grau. Weil es passieren kann, dass einzelne Farbpunkte sich exakt überdecken, ist es möglich, dass die Farbmischung fleckig erscheint. Durch Rasterung und unterschiedliche Winkeldrehungen der Rasterlinien vermeidet man Übereinanderdruck. Wenn die Rasterpunkte sich zu kleinen Kreisformen ordnen, stimmt die Winkelung. Die Winkel sehen Sie in der Abbildung.

CMYK-raster-CMYK

Rasterwinkelungen im professionellen Druck. Gelb ist mit der für das Auge am leichtesten „senkrecht-waagrecht“-Winkelung belegt. Werden zu jeder der angegebenen Winkelgrade 5° zugegeben, ist die Rasterung noch besser kaschiert.


von Arz (Eigenes Werk) [GFDL oder CC-BY-SA-3.0], via Wikimedia Commons

Je nach prozentualer Ätzzeit für die Volltonfarbe ergeben sich nun die einzelnen Farbnuancen in der Farbmischung. Die sich ergebenden Farben lassen sich ca. am Farbwürfel errechnen und ablesen.

Bei korrekter Rasterwinkelung ordnen sich die Rasterpunkte zu Kreisen und ergeben aus der Entfernung ein flächiges, farbiges Bild. Das Auge „mischt“ die 4 Farben je nach Anteil zu den Farbnuancen. ca. 10-fache Vergrößerung

Literatur:Andreas-Martin Selignow: DTP Professionell (207 Seiten PDF online), Band 9 der Reihe WikiPress. English: Professional desktop publishing, vol. 9 of the German WikiPress series. ISBN 3-86640-009-8

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Unbuntaufbau

Der „Unbuntaufbau“ (under color removal = UCR /grey component replacement = GCR) stellt heute im technischen Vierfarb-Tiefdruck die verbreitet verwendete Technik dar. Das Prinzip ist folgendes:
Druckt man die drei Grundfarben Yellow, Magenta und Cyan im gleichen Verhältnis zu 100% übereinander, entsteht schwarz. Nun wird beim „Unbuntaufbau“ für jede Farbnuance der Anteil der drei Grundfarben, der Schwarz ergäbe, nicht mehr als Mischfarbe, sondern gleich durch die schwarze Druckfarbe ersetzt. Nur der verbleibende Restanteil wird mit den Grundfarben gedruckt. Diese Methode führt zu einer stärkeren Farbtiefe und zu tieferen Dunkeltönen sowie ausgeprägterem Kontrast der Abbildungen. Da Schwarz günstiger ist als Gelb, Cyan und Magenta, und zudem weniger Farbe verbraucht wird, ergibt sich durch diese Methode eine Kostensenkung für die Druckereien.
Einen ausführlichen Artikel dazu findet ihr in der Wikipedia. Dort findet man/frau auch diese Bemerkung:

Wenn man ein Bild malen will, gibt es zwei extreme Möglichkeiten. Der Maler kann sich auf seiner Palette für jede Bildstelle die gewünschte Farbnuance mischen und dann ins Bild auftragen. Er kann aber auch zuerst ein Schwarzweißbild malen, das er anschließend koloriert. So wurden früher die kolorierten Kupferstiche hergestellt. Die erste geschilderte Methode entspricht dem Buntaufbau, die zweite entspricht dem Unbuntaufbau. Der Unbuntaufbau bringt Vorteile: Wesentliche Stabilisierung des Druckprozesses; geringerer Farbverbrauch; weniger Trocknungsprobleme; weniger Makulatur; verbesserte Bildwiedergabe.



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Hier sehen Sie nur das Ur-Manuskript aus dem Jahr 1997
- das Buch ist in der 6. überarbeiteten und illustrierten Auflage 2010 erhältlich. 232 Seiten A4, mit umfangreichem Chemikalien- und Literaturverzeichnis

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Neue und alte Techniken der Radierung und Edeldruckverfahren
Vom Hexenmehl und Drachenblut zur Fotopolymerschicht
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erfahren, erlesen, erfunden und gesammelt von Wolfgang Autenrieth
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