Radierwerkzeuge

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Diese Website zeigt Auszüge aus meinem Buch: "Neue und alte Techniken der Radierung und Edeldruckverfahren" - ein alchemistisches Werkstattbuch - ISBN 978-3000356193 - Alle Rechte vorbehalten - © Copyright Wolfgang Autenrieth 2015
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Traditionelle Radierwerkzeuge

Radierwerkzeuge

Engraving tools00

Engraving tools – (a) Radiernadel, etching needle, (b) Schaber, scraper, (c) and (d) Polierstähle, burnishers, (e) Gravierstahl, graver, (f) scooper, (g) scraper for mezzotints, (h) stipple graver, (i) roulette for mezzotints, (j) Mezotintomeser, Granierstahl, shading tool for mezzotints, (k) Roulette, roulette for mezzotints, (l) dry-point graver, (m) Punktierhammer, Spitzhamer, hammer, (n) Tampon für Weich- und Ätzgrundauftrag, dabber for applying the ‚ground‘, (o) brushes for applying varnish (p) calliper compasses.
Abbildung aus http://commons.wikimedia.org / ursprüngl.Quelle http://www.antiqueprints.com/Info/etching.php Urheber (1781-1851) Theodore Henry Adolphus Fielding’s „The Art of Engraving“ 1841

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Radiernadel herstellen

Radiernadeln gibt es in verschiedenen Ausführungen. Sie sind entweder vollständig aus Metall oder besitzen einen Holzschaft. Für die Kaltnadelradierung sind Ganzmetallausführungen empfehlenswert, weil diese durch das Eigengewicht der Nadel mehr Druck auf die Platte ausüben. Nadeln und Schaber haben verschiedene Profile:

Für die Ätzradierung sollte die Nadel nicht zu spitz sein, da die Linie sonst zu dünn wird. Im Gegensatz zur Kaltnadelradierung ergibt sich nämlich keine merkliche Linienverbreiterung durch den aufgeworfenen Grat.
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Radiernadel selbst herstellen

Eine gute und billige Radiernadel können Sie aus einem Stahlnagel herstellen, den Sie mit der Beißzange geköpft haben. Dieser lässt sich jedoch nur köpfen, wenn Sie die Beißzange auf einen Stein auflegen und ihr mit dem Hammer einen satten Bumms geben. Meine ersten Nägel sind dann weit durch den Raum gesaust und die Sucherei ging los….bis ich auf die Idee kam, sie in einen Papierstreifen zu stecken und erst dann abzukneifen.

Von einem Buchenstab Æ 1 cm) sägen Sie ein ca. 15 cm langes Stück ab und bohren mit einem ganz dünnen Bohrer ein kleines Loch an die Stirnseite, in den sie den Nagel einschieben. Den Nagel können Sie mit einer Flex, Schleifmaschine, Bandschleifer, Ölstein oder Feile weiter zuspitzen.

Verwenden Sie einen normalen Nagel, so wird er mit der Zeit stumpf. Verhindern können Sie dies durch Härten: Sie erhitzen den Nagel mit einem Gas- oder Torchbrenner bis zur Rotglut, schrecken dann in Öl oder Wasser (20°C) ab. Das Metallgefüge wird dadurch verändert und sehr spröde. Sofort nach dem Härten schmirgeln Sie das Metall blank und erhitzen es nochmal bis zu violettblauer Farbe. Durch dieses „Anlassen“ wird die Glashärte des Metalls gemildert und die Nadel bricht nicht ab.

Sicher haben Sie das auch schon erlebt: Sie wollen mit einem Bunt- oder Bleistift zeichnen und die Mine schiebt sich nach hinten heraus. Werfen Sie diese Stifte nicht weg, sondern machen Sie eine Radiernadel daraus: Köpfen Sie einen Stahlnagel, bestreichen ihn hinten mit Sekundenkleber und schieben ihn bis auf 1- 1,5 cm tief an Stelle der Farbmine hinein. Anschließend schleifen Sie das Ganze mit einem Arkansas-Ölstein oder Winkelschleifer und ihre Radiernadel ist fertig.
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Nadeln für Ätzradierungen

Weil der Lack leicht zu verletzen ist, haben Sie verschiedene Möglichkeiten: Sie stecken eine normale Nähnadel in ein Rundholz, für dickere Striche nehmen Sie eine Stricknadel oder ein beliebig geformtes Stück Metall oder Hartkunststoff.

Aufbewahrung und Schleifen

Zur Aufbewahrung stechen Sie die Nadel in einen Weinkorken, damit die Spitze nicht beschädigt wird. Wenn Sie die Nadel einige Zeit nicht benötigen, sollten Sie diese einölen, um sie vor Oxidation zu schützen. Zum Anspitzen der Nadel benötigen Sie einen Arkansas-Ölstein oder „Indischen Stein“ mit etwas säurefreiem Öl. Verwenden Sie kein Wasser, da die Nadel sonst rostet. Zur Überprüfung der Schärfe fahren Sie mit der Spitze des Stichels oder der Nadel leicht über den Fingernagel. Hakt sie, ist die Schärfe meist gut. Einen beim Anschleifen entstandenen Grat entfernen Sie durch Einstoßen der Nadel in ein Stück weiches Holz.

Punte ammanicate incisione
Radiernadeln und Stichel – Abbildung aus http://commons.wikimedia.org, Toni Pecoraro
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Stichel

Zu Sticheln und Kupferstich siehe auch S.15
Stichel bestehen aus dem eigentlichen Stichel und dem Heft. Im Gegensatz zur Nadel, die nur spitz zuläuft, haben die Stichel unterschiedliche Profile. Stichel sind vor allem für den Kupferstich und die Kaltnadelradierung von Bedeutung. Man unterscheidet folgende Profile:

Für alle Stichel gilt ein Anschleifwinkel von 45° bis 60°

Herstellung eines Gravurstichels:

Ein Gravurstichel besteht aus einem Vierkantstahl, der quadratisch, besser rautenförmig ist.

  1. Schleifen Sie die Ecken (Kanten) absolut scharf.
  2. Erhitzen Sie den Stahl rotglühend, biegen ihn zurecht und schrecken ihn in Wasser ab. Dadurch wird der Stahl „glashart“, aber bruchempfindlich.
  3. Polieren Sie die Kanten und Oberflächen.
  4. Nun folgt das sogenannte „Anlassen“: Wenn Sie die Stahlspitze vorsichtig erhitzen , verändert sich die Farbe des Stahls: Zuerst ist er blasgrau, dann dunkelgrau, anschließend wechselt die Farbe zu dunkelblau (erstes Blau). Beim weiteren Erhitzen folgt als nächste Farbstufe ein zweites Grau und ein weiteres, helleres Blau. Erhitzt man weiter, ergibt sich ein dunkel glühendes Rot. Wenn man den Stahl bei einer dieser Farben abschreckt, so bedeutet jede Farbstufe eine weitere Härtungsstufe, aber auch Versprödung. Die beste Abschrecktemperatur für ein Graviereisen liegt beim zweiten Grau.
  5. Nun wird das Ende noch im Winkel von 45° angeschliffen. Bei einem Winkel von 30°, wie er beim Holzstich verwendet wird, bricht die Spitze leicht ab. Ein Winkel von 60° lässt sich nicht gut führen, kann jedoch gut für Punktgravur und Stoßgravur verwendet werden. Wenn die Spitze des Stichels nicht sehr scharf ist, können Sie keine feinen Linien ziehen.Zum Anschleifen bewegen Sie den Stichel im Winkel von 45° rotierend mit etwas Öl auf einem (Arkansas-) Schleifstein.
    Genauere Beschreibungen und Abbildungen im Buch …

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Stichel – Abbildung aus http://commons.wikimedia.org, PD, Harald Hansen
Lizenziert unter Gemeinfrei über Wikimedia Commons

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Fadenstichel

Fadenstichel haben je nach Rasterfeinheit 2-25 feine Schneiden. Die Rasterstärke wird nach Feinheitsnummern angegeben, „so entspricht Nr.12 einem 70er, Nr. 14 einem 60er, Nr. 16 einem 54er, Nr. 18 einem 48er und Nr.20 einem 40er Raster. Nr.12 hat demnach eine Rasterfeinheit von 70 Linien pro Zentimeter, Nr. 20 eine Rasterfeinheit von 40 Linien/cm. …Der Stichel wird zur Arbeit in den Handballen gelegt und mit Daumen und Zeigefinger festgehalten. Er sollte aus der umschlossenen Hand nur etwa 2 cm herausstehen. Neue Stichel müssen daher entsprechend gekürzt werden.“
Fadenstichel sind besonders für Parallelschraffuren geeignet.
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Mattoir

Das Mattoir ist ein in der Crayonmanier gebräuchliches Radierwerkzeug, ein gezähntes Hämmerchen das kolbenförmig oder feilenähnlich endet. Damit können Sie Striche aus lauter kleinen Punkten, ähnlich dem Kreidestrich, auf die Platte aufbringen.
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Roulette

Die Roulette ist ein gezähntes Rädchen, das einseitig auf einer Achse aufgehängt ist und leicht in Kurven geführt werden kann. Die Achse muss stets sorgfältig geölt werden. Die Zähnchen ergeben punktartige Plattenverletzungen. Durch Druckveränderung erhalten Sie im Abdeckgrund unterschiedliche Tiefen und damit nach der Ätzung unterschiedliche Grauwerte mit einer „großen Weichheit des Tones“ Die Roulette kann bei bereits gerasterten Platten auch dazu verwendet werden, zu tiefe Töne wieder aufzuhellen.
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Moulette

Die Moulette ist das Pendant zur Roulette, besteht jedoch aus einer kleine Zahnwalze, die beidseitig aufgehängt ist. Sie wird für flächige Wirkungen verwendet.
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Granierwalzen

Werkzeug aus dem Kupferstich. Granierwalzen sind größer als die Moulette, werden zum Aufrauhen ganzer Flächen verwendet. (Granum, lat,: „Korn“, körnig machen, aufrauen).

Roulettes
Roulettes, Moulettes und Granierwalzen – Abbildung aus http://commons.wikimedia.org, Toni Pecoraro
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Mezzotintomesser

  • Wiegeeisen ,Wiegestahl,Granierstahl (dt.)
  • cradle, rocher (engl.)
  • berceau à poncer, grenoir (frz.)

Stahlinstrument mit bogenförmig gezähnter Schneide (Wiege), mit dem bei der Schabkunst (Mezzotinto) die Platte aufgeraut wird.

Das spachtelartige Messer ist an der gerundeten Schneide mit kammartigen Zähnchen besetzt, die durch schaukelnden Druck auf die Kupferplatte (“wiegen“) diese aufrauen und damit den dunklen Grundton des Abdrucks erzeugen.
Mezzaluna berceau
Abbildung aus http://commons.wikimedia.org, Toni Pecoraro
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Echoppe

  • Bollstichel, Korrekturstichel

Die Echoppe ist eine schräg angeschliffene Radiernadel mit rautenförmiger oder ovaler Spitze, die Sie aus einer abgebrochenen Radiernadel zurechtschleifen können. Sie entspricht dem runden Korrekturstichel. Mit der Echoppe können Sie modellierte Linien erzeugen, indem Sie die Nadel beim Zeichnen leicht hin-und herdrehen. Sie dient auch zur Nachahmung breiter Federstriche. Sie können damit auch kleine Löcher und Vertiefungen in die Platte drehen. (Beispielarbeit: Bosse)
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Schaber

  • Radiermesser, Schaber, Hohlschaber, Dreikantschaber

Wichtiges Radierwerkzeug für Mezzotinto: Steil gestellt: kleine Fläche wird geschabt, flach geführt: größere Fläche wird geschabt. Im Kunstfachhandel ist der Schaber als Kombination von Schaber und Polierstahl erhältlich. Verwenden Sie den Hohlschaber zur Korrektur feiner Linien mit etwas Öl oder Leinölfirnis.
Sabr 02
Schaber, Abb aus Wikimedia.commons, PD
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Polierstahl

Brunissoir (frnz.)
Um radierte Nadeln wieder zuzudrücken oder in der Mezzotintotechnik Helligkeiten aus der Platte herauszudrücken, verwenden Sie den Polierstahl
Brunitoio raschietto
Polierstähle, Abb. aus Commons.wikimedia.org, PD, Toni Pecoraro
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Punzen

Punzen sind ursprünglich Werkzeuge der Goldschmiede. Es sind Stahlstifte, die an der Spitze eine zugeschliffene oder gegossene Form haben, mit der Sternchen, Striche, kleine Kreise oder Ornamente ins Metall geschlagen werden. In Werkzeughandlungen sind Schlagpunzen erhältlich, die als Buchstaben ausgebildet sind. Punzen werden mit dem Hammer ins Metall, Holz oder Leder geschlagen.

Mit Punzen und Messern wurde im 15.Jahrhundert auf Metall- und Holzplatten der sogenannte „Schrotschnitt“ (auch: „Metallschnitt“) praktiziert. Dabei druckt die Platte vollflächig und die Linien bleiben weiß. (Weißschnittverfahren)
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Spitzhammer

Spitzhämmerchen sind ähnlich ausgebildet wie Punzen, haben jedoch Hammerform.
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Carborund- Radierstifte

Diese sind mit verschieden feinem Korn erhältlich. Sie bestehen aus zusammengepresstem Schmirgel und haben unterschiedliche Körnungen. Sie ritzen jedoch nur oberflächlich und ergeben bei der Kaltnadel ohne Verstählung nur wenige Abzüge. Zur Lackverletzung bei der Radierung sind sie jedoch geeignet.
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Bleistiftradierung

mit einem weichen Bleistift wird auf einem dünnen Ätzgrund wie mit einer Radiernadel, jedoch wesentlich weicher, gezeichnet und dann geätzt.
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Holzspan

mit weichem Holz in eingefärbte Platte polieren, es ergibt sich ein Mezzotintoeffekt, auch geeignet um Weißhöhungen herzustellen.
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Unkonventionelle und aleatorische Radierwerkzeuge

Nach der Definition der Radierung ist alles als Werkzeug geeignet, mit dem man den Abdecklack verletzen kann.
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Kratzwerkzeuge-Werkzeug wird bewegt

einnadelig

  • Glasscherben
  • Nagel
  • Nagelfeile

Mehr Beschreibungen (auch von unkonventionellen) Radierwerkzeugen finden Sie im Buch …

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www.radiertechniken.de Teile von meinem Buch "Neue und alte Techniken der Radierung und der Edeldruckverfahren - ein alchemistisches Werkstatbuch für Künstler, Fotografen & Radierer"

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www.schulbibo.de Kostenlose Unterrichtsmaterialien und Informationen für den Unterricht mit Migranten und Geflohenen

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www.oberschwabenschau.info Tipps und Informationen zu Oberschwaben

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www.bisoro.de Patenschaft für die Gemeinde Bisoro in Burundi

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