Pigmentverfahren / Kohledruck

Der Pigmentdruck ist ein hochwertiges, photographisches Edeldruckverfahren, und funktioniert ähnlich wie das Chromatverfahren. Die durch ammoniakhaltige Dichromatlösung lichtempfindlich gemachte Gelatineschicht wird mit einem echtfarbigen Pigment (Ruß / Kohle) versetzt. Belichtet wird mit einem Negativ. Nach dem Entwickeln in warmem Wasser entsteht ein seitenverkehrtes Pigmentbild als Relief, das durch Übertragen auf ein Hilfsblatt und von da auf gehärtetes Gelatinepapier seitenrichtig wird. Vorteil: Es besteht aus Pigmentfarbe und ist daher gegenüber den Silberhalogenid-Papieren alterungsbeständig.

Franz Liszt c1869 by Franz Seraph Hanfstaengl
Franz Seraph Hanfstaengl: Franz Liszt, Pigmentdruck, 1869
Quelle: commons.wiimedia.org

Ozotypie

Eine Variation des Kohledrucks erfand Thomas Manly um 1899. Später wurde das Verfahren vom Ozobromprozess abgelöst.
Ein Chromgelatinepapier wird im Kontaktverfahren mit einem Negativ belichtet. Anschließend wird ein Tuch aufgepresst, das mit einer Mischung aus Kohlepigment, verdünnter Essigsäure und Hydrochinon getränkt ist. Dabei härtet die Chromgelatineschicht proportional zur Belichtung aus. Nach dem Auswaschen der unbelichteten (ungehärteten) Gelatineschicht verbleibt das Pigmentbild.

Öldruck und Bromöldruck

Zutaten:

  • Gelatine
  • Fettfarbe

Öldruck und Bromöldruck sind weitere Varianten dieser Herstellungsfamilie. Nun sind die Farbpigmente jedoch nicht in die Gelatineschicht eingelagert, ..“sondern sie werden nachträglich in Form von Ölfarbe auf die Gelatineschicht aufgestupst. Man macht sich dabei die gegenseitige Abstoßung von Fett und Wasser zunutze. Die gegerbten Stellen der Gelatine nehmen kein oder nur wenig Wasser auf, dafür umso mehr Fettfarbe und umgekehrt. Druckt man einen solchen Abzug in der Kupferdruckpresse auf ein neues Papier um, so hat man ein Blatt vor sich, das nur noch aus Papier und Farbe besteht. Bei einem solchen Bromöl-Umdruck ist die photographische Herkunft nicht mehr ohne weiteres zu erkennen..“
Pierre Dubreuil self-portrait c1909
Pierre Dubreuil: Selbstportrait, Öldruck, 1909, Quelle: commons.wikimedia.org

Weitere Verfahren und Techniken im Buch.


Notwendiger Hinweis

Online sehen Sie ‘nur’ Auszüge aus der gekürzten Vorversion meines Buches “Neue und alte Techniken der Radierung und Edeldruckverfahren” aus dem Jahr 1997. In der aktuellen, nochmals erweiterten 7. Auflage 2020 enthält das Buch auf 232 Seiten sehr viel mehr Tipps, Tricks und Rezepturen, ein umfangreiches Chemikalienverzeichnis, eine ausführliche Bibliographie, zahlreiche Korrekturen u.v.a.m.
Im Buch sind die Chemikalienbezeichnungen in standardisierte Begriffe übersetzt sowie Informationsquellen belegt.

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